Gelähmt, verängstigt, hilflos

Vorsicht vor Telefonbetrug: Immer wieder gelingt es Tätern, Menschen dazu zu bringen, ihnen Geld oder Wertgegenstände auszuhändigen.
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Vorsicht vor Telefonbetrug: Immer wieder gelingt es Tätern, Menschen dazu zu bringen, ihnen Geld oder Wertgegenstände auszuhändigen.

Ein Phänomen greift um sich: Fake-Anrufe von Europol oder Interpol. Eine Bassumer Seniorin hat solcher Anrufe erhalten. Sie wünscht sich noch mehr Aufklärung.

Bassum – Jeder weiß, dass es sie gibt: Fakeanrufe. Doch wenn das eigene Telefon klingelt und sich angeblich jemand von Europol oder Interpol meldet, ist es doch etwas anderes. Dann schleicht sich ein komisches Gefühl ein. So war es auch bei Anne Bahrs-Gebhard aus Bassum. Sie hat bereits zwei solcher Anrufe erhalten. „Was mich sehr beunruhigt hat“, wie die 82-Jährige einräumt. „Natürlich weiß ich, dass ich sofort auflegen sollte, trotzdem habe ich mir das Telefonat beim ersten Mal bis zur abrupten Beendigung angehört“, erzählt sie.

„Als betroffene ältere Mitbürgerin kann ich dazu nur festhalten, dass viele Ältere nach einem solchen Telefonat zunächst wie gelähmt, verängstigt und hilflos sind.“ Da auch die Bassumerin nicht so genau wusste, was sie tun sollte, rief sie die Polizei an. Es war ein Samstagnachmittag.

Viele Ältere scheuen sich, die Polizei anzurufen

„Die örtliche Polizei teilte mir mit, sie könne dazu nichts sagen und gab mir eine neue Telefonnummer der nächst höheren Dienststelle in Syke. Ich wurde nicht verbunden, sondern musste selber wählen“, erinnert sich die Seniorin. Sie hätte sich gewünscht, verbunden zu werden, weil sie sehr aufgeregt war. Immerhin: An der richtigen Adresse wurde ihr mitgeteilt, dass es gut gewesen sei, dass sie das Telefonat beendet habe. Ihr wurde auch mitgeteilt, dass sie sich weiter über eine Internetadresse informieren könne. „In meiner Aufregung habe ich diese gar nicht so schnell aufschreiben können. Und was wäre gewesen, wenn ich kein Internet hätte?“

Die Renterin wünscht sich von der Polizei „etwas mehr Freundlichkeit, Beistand und Verständnis, statt zwei Telefonnummern und eine Internetadresse“ genannt zu bekommen“. Sie fügt hinzu: „Ältere Leute haben manchmal schon Angst, die Polizei überhaupt anzurufen. Das hat viel zu tun mit der anerzogenen Hörigkeit und dem Respekt vor der Polizei. Man sollte bedenken, dass viele ältere Leute während des Zweiten Weltkriegs geboren wurden und eine andere Erziehung genossen haben.“

Noch mehr Aufklärung wünschenswert

Ihre Bitte an die Beamten: „Auch wenn die Dienststelle für diese Fälle nicht zuständig sein sollte, ein paar beruhigende Worte können schon helfen.“

Die Rentnerin wünscht sich außerdem noch mehr Aufklärung über die verschiedenen Betrugsmaschen. Hilfreich fand sie einen Artikel, der kürzlich unter dem Titel „Fake-Anrufe von Interpol und Europol“ veröffentlicht worden ist. In dieser Pressemitteilung warnt die Polizei vor dem neuen Phänomen und gibt Tipps (siehe Kasten). Diesen Artikel nahm die Rentnerin zum Anlass, sich in der Redaktion zu melden und über ihre Erfahrung zu berichten. Ihre Hoffnung: „Es muss noch viel mehr Aufklärung erfolgen.“ Zum Beispiel über Faltblätter. Diese könnten über die Pflegedienste und Seniorenberatungsstellen verteilt werden. Vorträge seien auch eine gute Sache, „aber ich glaube, dass da viele Ältere da nicht hingehen. Viele denken: ,Mir kann das nicht passieren!’ Bis es dann passiert.“

Tipps der Polizei

Beenden Sie sofort solche Gespräche. Indizien für derartige Betrugsversuche sind die englische Gesprächsführung oder Bandansagen. Folgen Sie keiner Aufforderung, unter anderem eine Taste zu drücken beziehungsweise etwas zu bestätigten. Geben Sie keine Daten heraus, auch nicht auf Nachfrage. In der Regel wissen Sie nicht, mit wem Sie tatsächlich telefonieren. Seien Sie misstrauisch. Veranlassen Sie keine Überweisungen. Kaufen Sie keine Bitcoins oder Google Play Cards für Dritte. Rufen Sie niemals bei unbekannten Telefonnummern zurück. Sollten Sie dennoch auf die Betrugsmasche hereingefallen sein, so erstatten Sie Anzeige bei Ihrer Polizei.

Weitere Informationen unter www.polizei-beratung.de oder beim Präventionsteam der Polizeiinspektion Diepholz.

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

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