Verein lotet alternative Standorte aus
Der Turmbau zu Bruchhausen-Vilsen
Br.-Vilsen - In das Vorhaben, einen Aussichtsturm für Bruchhausen-Vilsen zu errichten, ist nach einer Mitgliederversammlung des zuständigen Vereins noch einmal neue Bewegung gekommen.
Vor der Anfertigung eines Gutachtens zum Baugrund am geplanten Standort des Turms in Peisenhop hat der Tourismusausschuss der Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen Bedenken angemeldet. Der Turmbauverein muss deshalb nach einem Ausweichstandort für sein schätzungsweise rund 360.000 Euro teures Projekt suchen. Das hat er jetzt mitgeteilt.
Zum Hintergrund: Im Jahr 2014 rief der drei Jahre zuvor gegründete Verein gemeinsam mit der Hochschule Bremen das Projekt „Ein Aussichtsturm für Bruchhausen-Vilsen“ ins Leben. Die Ergebnisse des Wettbewerbs für einen Modellentwurf stellte der Verein dem Tourismusausschuss der Samtgemeinde im Mai 2015 vor.
Gewinner war der Entwurf „The Orga-nic“, ein mit Lamellen verkleideter Turm. Auf dieser Grundlage begannen genauere Planungen zur Statik und zur Kostenermittlung des Gesamtprojekts. Die Kosten für diese Vorarbeiten im Wert von knapp 10.000 Euro teilten sich der Verein und die Samtgemeinde.
Weitere Untersuchung nötig
Um diese Vorplanungen endgültig abzuschließen, ist noch eine weitere Untersuchung nötig, um die Beschaffenheit des Baugrunds am favorisierten Standort Peisenhop zu prüfen. Erst wenn dies abgeschlossen ist, können Fördermittel für den Bau beantragt werden. An den Kosten für diese Untersuchung – 3 000 Euro – will sich der Verein eigenen Aussagen zufolge wieder zur Hälfte beteiligen.
Doch die Samtgemeinde hat einer Beteiligung von ihrer Seite Ende 2017 eine Absage erteilt. Der Grund: Sie fürchtet, dass Besucher vom geplanten Turm aus nicht nur die umliegende Landschaft sehen können, sondern auch Einblicke in bereits bebaute oder in Zukunft zu bebauende Grundstücke gewinnen.
Der Turmbauverein ist der Überzeugung, dass die umliegenden Gebäude nicht einzusehen sind. Zudem werde die Umgebung weiter bewaldet, sodass Grundstücke auf natürliche Weise vor störenden Blicken geschützt wären.
Nichtsdestotrotz ist das Projekt seit der Absage Endevergangenen Jahres nicht viel weiter gediehen. Christa Gluschak, Leiterin der Stabsstelle Regionale Entwicklung, Förderung und Tourismus bei der Samtgemeinde, kommentierte, der Turmbau sei zwar nicht ad acta gelegt, aber die Arbeit gehe derzeit „im Stillen“ weiter. Das Projekt ist aus ihrer Sicht noch in der Findungsphase.
Verein erwartet „positive Signale“
Bei seiner jüngsten Sitzung hat der Verein nun beschlossen, bei dem bislang geplanten Turm-Standort Peisenhop „locker zu lassen“. Er teilte mit, er gehe weiterhin von einer „grundlegenden Unterstützung“ durch die Kommunalpolitik aus, erwarte aber mehr „positive Signale“. Gluschak sagte, solange ein geeigneter Standort für den Turm nicht gefunden sei, könne die Kommune nicht ihre volle Unterstützung für das Projekt zusichern.
Die Vereinsmitglieder Peter Schmitz und Karl Sandvoß haben nun angeregt, auch andere Standorte – etwa in Wöpse, Bruchmühlen oder Barbusch – ins Auge zu fassen. „Etwas Vergleichbares zu finden, ist schwierig“, sagte Vorstandsmitglied Bernd Schneider. Eins ist aber klar: Den besten Ausblick bietet wegen der natürlichen Erhöhung ein Standort am Geest-Rand.
Um das Projekt Aussichtsturm für Bruchhausen-Vilsen voranzutreiben, seien auch kombinierte Projekte vorstellbar, wie es sie bereits in anderen Gemeinden gebe. Der Aussichtsturm könne etwa Teil eines naturnahen Kletterparks werden oder Startpunkt eines Baumwipfelpfades. Noch ist also vieles offen im Turmbau zu Bruchhausen-Vilsen.
kab