Schweres Gewitter am Freitag

Mehr als 200 Feuerwehreinsätze in Diepholz

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Am Samstag nach der harten Nacht hatte die Feuerwehr in Diepholz 30 weitere Pumpeinsätze.

Nach dem schweren Gewitter mit starkem Regen am Freitagabend hatte die Feuerwehr in Diepholz mehr als 200 Einsätze. 191 Keller und Tiefgaragen pumpten die ehrenamtlich tätigen Wehrleute noch in der Nacht leer. Am Samstag kamen dann ab etwa 7 Uhr weitere 30 Einsätze hinzu. „Das ist Rekord“, sagte der Diepholzer Feuerwehr-Sprecher Kevin Siebe.

Diepholz - Eine solche Menge an Einsätzen konnten die vier Ortsfeuerwehren Diepholz, Aschen, Heede und Sankt Hülfe nicht allein schaffen. Zur Hilfe wurden die Ortsfeuerwehren Hüde, Lembruch. Marl, Barnstorf, Drebber, Rehden, Dickel und Wetschen gerufen. Insgesamt waren laut Feuerwehr 188 Kräfte in Diepholz im Einsatz. Die erste Alarmierung erfolgte am Freitagabend um 20.07 Uhr für die Ortsfeuerwehr Diepholz. Ein Keller eines Wohnhauses war vollgelaufen. Zeitgleich gingen in der Leitstelle in Diepholz weitere Anrufe ein, sodass die anderen drei Ortsfeuerwehren der Stadt Diepholz ebenfalls alarmiert wurden. „Damit begann für die Einsatzkräfte eine harte Nacht“, so Kevin Siebe. 

Beim Einsatz in der Nacht nach dem Gewitter wurde die Feuerwehr in Diepholz durch landwirtschaftliche Fahrzeuge mit Pumpen unterstützt. Foto: Feuerwehr Diepholz/Siebe

Im gesamten Stadtgebiet wurden vollgelaufene Keller, Tiefgaragen und andere Gebäudeteile ausgepumpt. In zwei Fällen kam der Gerätewagen Gefahrgut zum Einsatz, da in den Kellern Heizöl auf der Wasseroberfläche war. Um 5.30 Uhr war der Einsatz für die insgesamt zwölf Ortsfeuerwehren beendet. Die Einsatzleitung hatte der Diepholzer Stadtbrandmeister Frank Schötz. Zur Ruhe kamen die ehrenamtlich tätigen Feuerwehrleute kaum. 

Um 6.57 Uhr der nächste Alarm: Es waren weitere Keller in Diepholz auszupumpen. Insgesamt gab es am Samstag noch mehr als 30 Pumpeinsätze. Dazu wurden im Verlauf des Vormittages weitere Kräfte der Ortsfeuerwehren Diepholz und Sankt Hülfe per Sirene alarmiert. 48 Wehrleute waren am Samstag eingesetzt. Die Feuerwehren freuten sich in der Einsatznacht über Unterstützung heimischer Unternehmen. So brachte die Pizzeria „La Villetta“ den Einsatzkräften an der Steinstraße italienische Stärkungen vorbei. 

Combi-Markt öffnet für Feuerwehr

Der Combi-Markt öffnete eigens in der Nacht, damit sich die Feuerwehrleute versorgen konnten und am Morgen lieferte das Backhaus Härtel belegte Brötchen, berichtete Kevin Siebe. Auch im Internet bei Facebook wurde den Feuerwehren vielfach für ihr großes Engagement gedankt.

Beim Appletree Garden Festival half die Brandsicherheitswache der Feuerwehr während der Evakuierung. Sonst gab es dort keinen Feuerwehreinsatz. Für Festival-Teilnehmer, deren Zelte nach dem Starkregen völlig durchnässt waren, wurden zwei Busse organisiert, die etwa 90 der jungen Leute von Lüdersbusch zur Mühlenkamphalle brachten. Dort hatten sie einen trockenen Platz zum Übernachten. Der neue Wirt des benachbarten Vereinsheims der SG Diepholz, Muthiah „Muru“ Murugavel, hielt das Heim bis gegen 2.30 Uhr für die Appletree-Besucher geöffnet. Über Facebook boten auch viele Diepholzer Hilfe und Übernachtungsmöglichkeiten an.

Bauhof verteilt Hackschnitzel

Nachdem das Festivalgelände auf Lüdersbusch am Abend zeitweise evakuiert worden war, ging das Musikprogramm später improvisiert im „Spiegelzelt“ des Appletree weiter. Um den Matsch zu bekämpfen, verteilte der Bauhof der Stadt Diepholz am Samstag Hackschnitzel auf dem Gelände. „Die Stimmung war wie immer super und entspannt – unter dem Motto ,jetzt erst recht'“, berichtete ein Festival-Teilnehmer von der Nacht nach dem starken Regen. Merkwürdig war, dass sich das Gewitter in Diepholz offenbar auf das Stadtgebiet konzentrierte. In Außenbereichen wie Aschen blieb es trocken oder es regnete nur leicht.

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