Spielwaren bleiben auf der Strecke

„Schwer nachvollziehbar“: Viele Waren verspäten sich bis nach Weihnachten

Die Spielwaren-Regale von Nesemann-Geschäftsführer Frank Mithöfer in Syke dürften trotz anhaltender Lieferschwierigkeiten bis Weihnachten noch gut gefüllt sein.
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Die Spielwaren-Regale von Nesemann-Geschäftsführer Frank Mithöfer in Syke dürften trotz anhaltender Lieferschwierigkeiten bis Weihnachten noch gut gefüllt sein.

Landkreis Diepholz – Nicht mehr lang, dann steht Weihnachten vor der Tür. Auch wenn es den meisten beim Fest der Liebe nicht um Geschenke geht, so machen Händler in dieser Zeit des Jahres doch einen erheblichen Teil ihres Jahresumsatzes. Das lukrative Weihnachtsgeschäft ist in diesem Jahr getrübt: Viele Händler im Landkreis Diepholz klagen über Lieferengpässe.

In diesem Jahr könnte es schwer werden, an die gewünschten Spielwaren zu kommen: „Zum Teil gibt es aktuell erhebliche Lieferengpässe bei bestimmten Spielwaren. Große Marken wie Schleich können das gesamte Jahr über bereits nicht liefern“, erklärt Frank Mithöfer, Geschäftsführer von Nesemann in Syke. Auch von Siku, Hersteller für Spielfahrzeuge, käme keine Ware mehr nach. Beim Klemmbaustein-Hersteller Lego sei es hingegen üblich, dass es zum Jahresende kaum noch Nachschub gibt.

Liefertermine ziehen sich bis in den April

Liefertermine für einzelne Teile ziehen sich bis in den April. Demnach vergeht mindestens ein halbes Jahr, bis Spielware beim Händler ankommt. „Das ist wirklich schwer nachzuvollziehen“, sagt Mithöfer.

Früh habe der 57-jährige Syker das Lager seines Geschäftshauses gefüllt. Die Lage sei nicht so schlimm, dass für die Kinder in diesem Jahr keine Geschenke unter dem Weihnachtsbaum liegen werden. Allerdings müssen sich Eltern darauf einstellen, dass nicht alle Wünsche der Kleinen in Erfüllung gehen können. Schnell könnten Trendartikel, die stark beworben werden, vergriffen sein, sagt Mithöfer voraus. Kunden müssten offen für Alternativen zum gewünschten Weihnachtsgeschenk sein. Neue Ware komme bis Jahresende nicht nach. Mithöfer empfiehlt, Weihnachtskäufe rechtzeitig anzugehen. „Am besten jetzt schon anfangen und nicht zu lange warten.“ Lieferengpässe bestünden neben Spielwaren auch in anderen Bereichen, wie bei Elektrogeräten oder Porzellan.

Containerverkehr bereitet Probleme

Gründe für die langen Lieferzeiten sind vielfältig. Neben Staus in asiatischen Containerhäfen spiele Rohstoffmangel eine Rolle. Die hohe Nachfrage und das geringe Angebot auf dem Spielwaren-Markt treiben zudem die Preise in die Höhe. Preiserhöhungen würden Lieferanten bis zum kommenden Jahr hinauszögern, erklärt der Geschäftsführer. „Dann dürften auch die Kunden teils angehobene Preise erwarten.“

Auf Lieferrückstände und stark gestiegene Containerpreise macht auch Rainer Hellms, Geschäftsführer von „Toys & Trains“ in Sulingen, aufmerksam. Während in Asien Container für Warenlieferungen rar sind, stapeln sich diese in Europa und den USA. Die damit verbundene Kostenerhöhung würde auf die Spielwaren umgewälzt werden. „Das ist das Problem, wenn 85 Prozent der Ware aus Fernost kommt und die Lieferketten durch die Auswirkungen der Coronapandemie unterbrochen sind“, beklagt er. Der Betreiber des Fachgeschäftes kritisiert, dass Firmen ihre Produktion ins Ausland auslagern.

In Deutschland werde die Ware teuer verkauft und in Bangladesch beispielsweise für einen „Hungerlohn“ produziert, sagt Hellms. Er spricht bei den Lieferproblemen und den steigenden Preisen von einem „selbst gemachten Problem“. Aber auch die Auswirkungen der Coronapandemie belaste noch jetzt den Spielwaren-Markt. Einzelne Waren seien bei ihm nicht betroffen, „alles, durch die Bank weg, kann momentan nicht geliefert werden“.

Weihnachtsgeschäft ist nicht gefährdet

Auch der Geschäftsführer des Sulinger Fachgeschäftes habe gut vorgesorgt. „An zwei bis drei Ecken könnte es eng werden. Es wirft mich zwar nicht um, allerdings ist es schade, dass das Weihnachtsgeschäft jetzt losgehen könnte, aber keine Ware nachkommt.“

Spielwaren, die als Weihnachtsgeschenk angedacht sind, sollten jetzt bereits bestellt werden. In dem Fachladen in Sulingen besteht für Kunden die Möglichkeit, Waren, die als Weihnachtsgeschenk gedacht sind, bereits weglegen zu lassen.

Das ist das Problem, wenn 85 Prozent     der Ware aus Fernost kommt und die Lieferketten durch die Auswirkungen der Coronapandemie unterbrochen sind.

Rainer Hellms, Geschäftsführer von „Toys & Trains“aus Sulingen, über die Hintergründe der Lieferschwierigkeiten bei Spielwaren. 

Die Geschäftsführer Conny und Robert Griese vom Klemmbausteinladen „Verklemmt“ in Bassum beziehen ihre Ware vom Großhandel – dieser wiederum aus China. Auch dort sehe die Lage problematisch aus. „Es ist leider nicht immer alles vorrätig bei unserem Händler, aber unser Weihnachtsgeschäft wird dadurch nicht gefährdet, denken wir“, so die Geschäftsführerin.

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Somit dürften trotz der teils erheblichen Lieferengpässe auch in diesem Jahr wieder Spielwaren unter den geschmückten Tannenbäumen im Landkreis Diepholz liegen.

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