Verbraucherdienst warnt vor betrügerischen Stromzähler-Anrufen

Einfach auflegen bei Phishing-Anrufen: Das empfiehlt der Verbraucher-Dienst VBD, dessen Kunden dem Haus- und Energieverwalter vermehrt eine neue Telefonmasche der Betrüger melden. Symbo
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Einfach auflegen bei Phishing-Anrufen: Das empfiehlt der Verbraucher-Dienst VBD, dessen Kunden dem Haus- und Energieverwalter vermehrt eine neue Telefonmasche der Betrüger melden. Symbo

Der Verbraucherdienst warnt aktuell vor der Stromzähler-Masche: Die Zählernummer reicht Kriminellen um für andere Menschen teure Verträge abzuschließen.

Landkreis Diepholz – Aufgrund der Energiekrise machen sich Betrügerfirmen die Angst der Leute vor steigenden Strompreisen zunutze. Nun lebt eine alte Betrugsmasche wieder auf: Phishing-Anrufe, bei denen Kriminelle versuchen, Stromzähler-Daten zu erhalten. Das berichtet der Verbraucher-Dienst (VBD). Der Energieverwalter vertritt im Einzugsgebiet des Landkreises Diepholz einige Tausend Haushalte im Bereich Strom und Gas.

„Wir haben jetzt von diversen VBD-Kunden die Rückmeldung bekommen, dass es vermehrt zu Phishing-Anrufen gekommen ist“, schildert VBD-Geschäftsführer Christian Eilers. Bei diesen warnt ein angeblicher Ansprechpartner für Strom vor einer Preiserhöhung, die nur abgewendet werden könne, wenn der Angerufene seine Zählernummer angibt.

Bei Abgabe der Zählernummer drohen ungewollte Verträge

Bei den Anrufern handelt es sich aber weder um Mitarbeiter des VBD, noch um Mitarbeiter oder Beauftragte des eigenen Energielieferanten. „Weder die angezeigten Telefonnummern (aktuell zum Beispiel 02151 / 986958) noch den vermeintlichen Ansprechpartner gibt es wirklich“, so Eilers. Hinter dem Anrufer versteckten sich Callcenter mit Sitz im Ausland, häufig in der Türkei, die lediglich eine deutsche Telefonvorwahl vorschalten.

Niemals sollte ein Angerufener seine Strom- oder Gaszählernummer am Telefon durchgeben, mahnt der VBD. Alleine mit dieser Information könnten Betrüger ungewollte Energieverträge abschließen, aus denen die Verbraucher anschließend nur mit hohem Aufwand wieder raus kommen.

Phishing - was ist das?

Phishing ist der Versuch, unter falschen Tatsachen an persönliche Informationen zu gelangen. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) schreibt, dass die Kreativität von Phishing-Betrügern schier grenzenlos ist und es beinahe täglich neue Maschen gibt. Oft knüpften Betrüger an aktuelle Ereignissen an, um ihre Lügen zu verbreiten. Auch die Aussicht auf einen Bonus soll zur Preisgabe verlocken.

Angeblich wegen Datenschutz: Cyberkriminelle versenden unter falscher Flagge des Internetzahlungsdienstleisters PayPal immer wieder Phishing-Mails.

Gewinnspiel führt auf Phishing-Website: „Markenturnschuhe gratis“ – wer auf Facebook einen solchen Post anklickt, landet auf einer gefälschten Seite, die dem Original sehr ähnlich sieht.

Ihre Daten sind veraltet: Als Bankkunde werden Sie namentlich wegen angeblich veralteter Daten angesprochen. Kein deutsches Kreditinstitut wird Sie jemals per E-Mail zur Eingabe sensibler Daten auffordern, so das BSI:

Dauerbrenner Sicherheitsüberprüfung: Auf Bankkunden haben es Phishing-Betrüger seit jeher abgesehen.

E-Mail vom Onlinehändler: „Ihr Konto wurde eingeschränkt!“ – mit dieser Botschaft kursieren Phishing-E-Mails, die scheinbar von Amazon stammen.

VBD-Mitarbeiter und Mitarbeiter von eigenen Lieferanten kennen die Zählernummern der Kunden und fragen nicht danach. „Sollten VBD-Mitarbeiter im Zuge eines Zählertauschs Zählernummern abgleichen, dann ist dem VBD immer die alte Zählernummer und die VBD-Kundennummer bekannt“, so Eilers.

Ein weiteres Indiz, um Betrüger am Telefon zu erkennen: Häufig sprechen die Anrufer der Phishing-Callcenter nur schlecht deutsch. „Das Anliegen klingt dann wie von einem Zettel abgelesen, und das ist es auch. Legen Sie sofort auf!“, rät in dem Fall der Geschäftsführer.

Kaltakquise am Telefon ist verboten

Außerdem würden die Anrufer von Phishing-Callcentern schnell pampig, frech und unhöflich, wenn Sie zu viele Rückfragen stellen. „Stellen Sie daher gezielte Rückfragen, wenn Sie nicht sicher sind, ob es sich um einen echten Anruf von VBD oder Ihrem Versorger handelt“, so Eilers weiter.

Wenn aus Versehen ein Strom- oder Gasvertrag am Telefon abgeschlossen wurde beziehungsweise durch einem einen Phishing-Anruf ein Vertrag untergeschoben wurde, solle man sich umgehend an den Verbraucher-Dienst wenden. „Wir werden dafür sorgen, dass alles für Sie rückabgewickelt wird“, verspricht Eilers.

Der VBD habe seine Kunden bereits vor diesen Anrufen gewarnt und rund 20 Antworten von betroffenen Kunden bekommen, die sich für die Warnung bedankten. Die Dunkelziffer der Betroffenen werde aber deutlich höher sein, spekuliert Eilers. Offensichtlich werde großflächig das Telefonbuch abtelefoniert und weil jeder Strom zu Hause hat, fühlt sich auch jeder zunächst angesprochen.

Häufig kämen Betroffene auf den VBD zu, die auf Telefonanrufe reingefallen sind mit Verträgen der Firma Maxximo, Voxenergie oder Mivolta. Diese Unternehmen scheinen ausnahmslos über verbotene Cold Calls (Kaltakquise) Kunden zu gewinnen, so der VBD. „Im späteren Verlauf werden den Kunden dann erhebliche Preiserhöhungen untergejubelt“, berichtet Eilers. „Hier haben wir bereits unzählige Verbraucherbeschwerden und Schlichtungsverfahren geführt.“

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