Ungewöhnlicher Gast in Stuhr

Wolf zieht durchs Wohngebiet – Wolfsberater gibt Tipps für Bevölkerung

Ein Wolf streift durch die Landschaft.
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Ungewohnter Besuch: Ein Wolf ist im Ortsteil Moordeich und im benachbarten Huchting aufgetaucht. Dieses

Moordeich – „Ja, es handelt sich mit großer Wahrscheinlichkeit tatsächlich um einen Wolf“, sagt Lars Pump, Förster in Syke und ehrenamtlicher Wolfsberater, nachdem am Mittwochmittag ein Tier, ähnlich einem Schäferhund, in Huchting und Moordeich gesehen worden war (wir berichten). Pump liegen Bilder vor, und im Internet kursiert ein spektakuläres Handyvideo, das den Wolf zunächst auf einem Feld und dann auf der Straße zeigt.

Schließlich läuft der Wolf direkt in ein Wohngebiet. Am späten Mittwochabend und am Donnerstagmorgen sei er an der Rheinallee in Moordeich erneut gesehen worden.

Eigentlich meidet Meister Isegrim viel befahrene Straßen und dicht besiedeltes Gebiet. Dass der Wolf dort mitten am Tage aufkreuzt und sich längere Zeit aufhält, sei schon etwas ungewöhnlich, sagt Fachmann Lars Pump. Möglicherweise hätten ihn eine läufige Hündin oder eine gut zugängliche Nahrungsquelle angelockt.

Für die Anwohner bestehe allerdings keine unmittelbare Gefahr, versichert Pump. Seitdem der Wolf vor rund 20 Jahren nach Deutschland zurückgekehrt ist, sei hierzulande kein Mensch ernsthaft gebissen, verletzt oder gar getötet worden, betont der Experte. Wer einen Wolf sieht, solle sich ruhig verhalten und keinesfalls auf die Idee kommen, das Tier zu füttern, mit ihm zu spielen oder – etwa für ein Foto – nah heranzutreten. Klatschen und lautes Rufen würden Wölfe vertreiben. Seines Wissens nach sei im nördlichen Landkreis Diepholz auch noch kein Hund von einem Wolf bedrängt oder gar totgebissen worden, sagt Pump. Risse von Wild- und Nutztieren seien in dieser Gegend allerdings schon öfter vorgekommen.

Möglicherweise zog der in Moordeich beobachtete Wolf am Donnerstagnachmittag weiter. Jäger hätten vermutlich dasselbe Tier im Raum Harpstedt beobachtet, sagt der Stuhrer Bürgermeister Stephan Korte.

Die Reaktionen auf den Überraschungsgast fallen im Internet gemischt aus. Manche Stuhrer finden die Tatsache, dass Meister Isegrim direkt vor ihrer Haustür umherstreift, eher unheimlich. Sie fürchten um das Wohl der Kinder und Haustiere.

Die meisten Kommentatoren bleiben gelassen und freuen sich über den Besucher. „In anderen Ländern schaffen es die Leute mit Löwen, Tigern, Giftschlangen und Bären zu leben ... hier wird Welle gemacht wegen eines Wolfs“, lautet ein Kommentar.

Von Burkhard Peters

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