In Dänemark

Montessori-Schüler leben wie die Wikinger

Bereit für ihre Herausforderung: Kinder der Syker Montessori-Schule führen seit gestern ein Leben wie die Wikinger des neunten Jahrhunderts. - Foto: Heinfried Husmann
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Bereit für ihre Herausforderung: Kinder der Syker Montessori-Schule führen seit gestern ein Leben wie die Wikinger des neunten Jahrhunderts.

Syke - Von Frank Jaursch. Bei Wikingern denken wir vermutlich immer noch an Wickie und die Hörner-Helme. Neun Mädchen und Jungen der Freien Aktiven Schule in Syke wissen es längst besser.

Sie haben sich intensiv mit dem Leben der kriegerischen Dänen des Mittelalters befasst. Nicht ohne Grund: Seit Freitag führen sie für sechs Tage das Leben der Wikinger. Und zwar nicht irgendwo, sondern in einem mittelalterlichen Langhaus im dänische Ribe.

Im Rahmen der Herausforderungswochen stellen sich die Jungen und Mädchen der Schule, die nach dem Montessori-Konzept arbeitet, diesem Abenteuer. „Die Kinder wollen damit auch an ihre Grenzen gehen“, schildert Michaela Döpelheuer, Lernbegleiterin der Schule. „Raus aus der Komfort-Zone.“ Sie sollen merken: Ich schaffe etwas, das ich bislang noch nie gemacht habe.

Kleidung selbst herstellen!

Zum Beispiel: Kleidung selbst herstellen! Mehrere Tage lang nähten sich die Kinder ihre Gewandungen. Nach historischem Vorbild: Tunika, Schürze und Gugel – eine kapuzenartige Kopfbedeckung, die auch die Schultern bedeckt – entstanden aus Leinenstoff und Wolle. Hinzu kommen Elisenhof-Schuhe, aus einem einzigen Stück Rindsleder genähte Fußbedeckungen.

Die Mädchen und Jungen im Alter zwischen neun und elf Jahren seien „richtigt angefixt“ von dem Thema, schildert Döpelheuer lachend. „Für die gibt's nur noch Wikinger.“

Am Freitagmorgen machte sich die Truppe, begleitet von drei erwachsenen Betreuern, von der Schule im Syker Vorwerk auf den Weg ins „Ribe VikingeCenter“. Das Freilichtmuseum an der dänischen Westküste stellt ein Langhaus zur Verfügung – jene schmucklose Behausung für Vieh und Mensch, in dem die Wikinger lebten und rund um die Feuerstelle im Stroh schliefen.

Im Museum einleben

Am Samstag und Sonntag können sich die Kinder im Museum einleben – ohne Strom, ohne Handy, ohne Computer. „Sie müssen sich richtig einlassen auf das Leben“, sagt Döpelheuer. Am Montag dann folgt die nächste Stufe: Das VikingeCenter öffnet seine Türen, und die Syker Gruppe wird gewissermaßen zu einem Teil des Museums. Allerdings beleuchten sie mit ihrem Leben nicht den kriegerischen Alltag der Wikinger.

„Wir stellen eine Handwerkerfamilie dar“, sagt Lehrerin Kriemhild Nachtigäller. Die Wikinger und das Leben im Mittelalter sind seit vielen Jahren ihr Hobby, mit ihrem Wissen hat sie den Kindern im Vorfeld zahllose Tipps geben können. Dabei achtet sie besonders darauf, dass die historische Richtigkeit so weit wie möglich gewahrt bleibt: „Ich bin da sehr streng.“

In Dänemark steht unter anderem ein Schmiedekurs auf der To-Do-Liste. „Die werden keine Langeweile haben“, ist Nachtigäller sicher.

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