Gästeführung nimmt 50 Besucher mit auf eine kleine Rundreise
„Marina Wieltsee“: Ein attraktives Erholungsgelände
Weyhe - Glücklicherweise hat eine leichte Brise über den Wieltsee geweht, so dass am Ufer die heiße Temperatur aushaltbar war. Gästeführerin Annelie Schocke begrüßte die etwa 50 Gäste, die sich im Schatten der Bäume zunächst über die Anlage informieren ließen. Schocke berichtete, dass aus einer ehemaligen Kiesgrube im Zuge des Autobahnbaus ein bis zu 27 Meter tiefer Baggersee entstanden ist. Nachdem 1970 der Durchstich zur Weser erfolgt war, entwickelte sich dort eine eigene Wasserwelt mit Jachthafen und Gastronomie.
Mehrere Segel- und Motorbootclubs siedelten sich an, bauten Stege in den See, errichteten Slipanlagen und Clubhäuser.
Im Jahr 2010 ersteigerte die Gemeinde Weyhe das Areal, das bis zum Dreyer Hafen reicht. Ein Rundweg wurde angelegt, und es entstand die „Marina Wieltsee“, die sich zu einem attraktiven Erholungsgelände gemausert hat.
Nach und nach wurden die Steganlagen modernisiert und ausgebaut, so dass gegenwärtig rund 250 Liegeplätze angeboten werden können, die laut Hafenmeister Hans Diekers schon nicht mehr reichen. Im vorigen Jahr machten dort die ersten beiden Hausboote fest, eines davon ist verkauft, das zweite kann als Ferienwohnung gemietet werden.
Der Weg zum Hausboot führte an „Smokey Island“ vorbei, und Hafenmeister Diekers erzählte den Gästen die Anekdote, der dieses schwimmende Gasthaus seinen Namen verdankt. Wenn hier abends der René-Carol Ohrwurm „Wenn bei Capri die rote Sonne im Meer versinkt“, gespielt wird, dann wissen die Gäste, dass die Kneipe schließt. „Augenblicklich hat man hier aber auch wirklich echtes Mittelmeerfeeling“, beschreibt der Hafenmeister die Sonnenuntergänge.
Im benachbarten Wassersportclub Weyhe empfingen Rolf Placke und Jürgen Werner die Gäste. Sie stellten ihnen Rettungswesten vor und zeigten ihnen die Anlage. Sie luden ihre Gäste ein, in einem „Wassertaxi“ Platz nehmen, um sich zum Gelände des Segelsportvereins „Wiking“ schippern zu lassen. Hier informierten Uwe Bartels, Siegfried Gollner und Hermi Schierenbeck über die Angebote des rund 300 Mitglieder großen Vereins, der eine sehr gut funktionierende Kooperation mit den Gesamtschulen Brinkum und Leeste pflegt, deren Schüler hier in Arbeitsgemeinschaften das Segeln lernen. Sie berichteten über den Brand der Bootshalle 2007, die 1959 von den Mitgliedern in Eigenarbeit errichtet worden war und bei dem zahlreiche Boote verbrannten. Inzwischen verfügt der Verein über eine moderne Bootshalle mit Werkstatt im Dreyer Gewerbegebiet.
Bei ihrem Ufer-Spaziergang und der kurzen Bootsfahrt konnten sich die Teilnehmer davon überzeugen, dass der Wieltsee trotz der Wassersportler auch Rückzugsräume für die Natur bietet: Nahe dem WSV-Gelände ist ein kleines Biotop entstanden, es gibt einen kleinen Hafen für die Angler, die Zander, Barsche, Hechte, Aale und andere Süßwasserfische aus dem See holen. Und direkt am Jugendsteg der „Wikinger“ hatten Blässhühner ein schwimmendes Nest angelegt, das ihre Küken bereits verlassen hatten und eifrig rudernd hinter ihren Altvögeln herschwimmen und von ihnen das Tauchen lernten.
bt
