Votum gibt kein eindeutiges Ergebnis
Umfrage zu Bürgermeister-Kandidaten: Weyher gehen von einer Stichwahl aus
Kennen zufällig ausgewählte Passanten überhaupt die vier Kandidaten, die sich um das Amt des Bürgermeisters in der Gemeinde Weyhe bewerben?
Weyhe - Eine nicht-repräsentative Umfrage dieser Zeitung hat ergeben, dass zumindest einige Befragte weder mit den Gesichtern, noch mit den Namen Frank Seidel (SPD), Annika Bruck (Grüne), Torsten Kobelt (Die Partei) und Dietrich Struthof als Einzelbewerber etwas anfangen können.
Andere dagegen, insbesondere Zeitungsleser, wussten genau, welche Persönlichkeiten sich hinter den Kandidatenfotos verbirgt. Eine Tendenz aber, wer im Rennen um die Nachfolge von Andreas Bovenschulte eine Favoritenrolle einnehmen könnte, war nicht eindeutig erkennbar. Alle rechnen mit einer Stichwahl. Dabei wurden unterschiedliche Kombinationen genannt, in denen alle Namen vorkamen.
Alle vier Kandidaten wollen sich den Bürgern Weyhe im Vorfeld der Wahl vorstellen und ihre Ziele als Verwaltungschef präsentieren. Eine gute Gelegenheit dazu haben sie bei der Podiumsdiskussion der Mediengruppe Kreiszeitung am Mittwoch, 23. Oktober.
Bürger rechnen mit keiner eindeutigen Mehrheit
Langjährige Zeitungsleser, die an der Umfrage teilgenommen haben, sind zum Beispiel Reinhard und Christine Baumgarten aus Leeste. Sie glauben, dass am Wahltag, also am Sonntag, 10. November, keine eindeutige Mehrheit zustande kommt. Die Leester rechnen damit, dass bei der Stichwahl entweder Dietrich Struthoff oder Frank Seidel gewinnt. Seidel sei bei vielen Veranstaltungen präsent, und die Familie Struthoff sei bei vielen Leestern, die im Ort aufgewachsen sind, bekannt, hieß es.
Matthias Brandt (59) aus Kirchweyhe sieht ebenso wie Anthony Ingles-Arkell (72) aus Kirchweyhe Frank Seidel und Annika Bruck in den Favoritenrollen. „Umweltthemen sind wichtig“, so Brandt. Sie anzugehen traut er in erster Linie Annika Bruck zu.
Monique Trems (65) aus Kirchweyhe dagegen glaubt, dass Annika Bruck und Dietrich Struthoff das Rennen unter sich ausmachen.
Die Eltern Benni Simon (31) aus Leeste und Sabrina Groß (26) mutmaßen, dass die meisten Stimmen der Wahlberechtigten (es sind rund 26.000) auf Torsten Kobelt und Frank Seidel entfallen.
Zahlreiche Passanten konnten mit den Kandidaten nicht viel anfangen. „Es gibt noch keine Plakate“, sagt Alexandra Amen (27) aus Leeste. Zusammen mit ihrer Cousine Katharina Derabin haben sie sich nur von der Betrachtung der Gesichter eine Meinung gebildet. Beide Mütter trauen Struthoff und Seidel zu, eine Gemeinde mit über 600 Beamten und Mitarbeitern zu führen.
Wünsche an Weyher Bürgermeister-Kandidaten
An Wünschen, was die Kandidaten im Rat und in der Verwaltung umsetzen sollten, mangelt es nicht: Die Mutter Alexandra Amen findet das Konzept der Schwerpunktspielplätze in der Wesergemeinde zwar gut, doch sie möchte auch kleinere Areale aufgewertet wissen, die sich in der Nähe der Wohnstraßen befinden. An der Hardenbergstraße gibt es zum Beispiel ein Areal, kein Schwerpunktspielplatz, auf dem ein Schaukelpferd zu finden sei, was die 27-Jährige vor zwei Jahrzehnten noch selbst benutzt hatte. Da könnte mehr gemacht werden, sagt sie. Außerdem könnte ihrer Meinung nach der Unterstand für wartende Gäste beim Busplatz in Leeste runderneuert werden.
Benni Simon erinnert an die ehemalige Diskothek Maddox. So ein Treffpunkt fehle in Weyhe – nicht nur für die Jugend, sondern auf für seine Generation. Er schlägt vor, die alte Ziegelei zu einem Veranstaltungsort ähnlich wie dem Pier 2 in Bremen umzubauen. Allerdings müsste dann dieser Teil von Sudweyhe noch besser von Leeste und Kirchweyhe aus an den öffentlichen Personennahverkehr angebunden werden.
Eine Verkehrswende fordern Kirchweyher für die Bahnhofstraße. So regte Anthony Ingles-Arkell eine Einbahnstraßenregelung an. Die neue Verkehrsführung um den Marktplatz herum, kommt aus seiner Sicht gut an.

