Tausende erobern Rathausplatz

130.000 Hamburger bei Demo gegen rechts – Versammlung abgebrochen: 12 Verletzte

Trotz winterlicher Temperaturen gehen Hunderttausende in Hamburg auf die Straße, gegen Rechts. Vorzeitig musste die Demonstration abgebrochen werden.

Update Freitag, 19. Januar, 18:45: Obwohl die Demonstration von etwa 160.000 Menschen gegen die AfD am Hamburger Jungfernstieg frühzeitig aufgelöst wurde, schafften es Tausende Protestierende, den Platz vor dem Rathaus zu erreichen. Die AfD hatte durch die Anmeldung einer Fraktionssitzung eine Demonstration direkt vor dem Rathaus verhindert.

Schätzungsweise 5.000 Menschen bahnten sich nach der Auflösung, der ursprünglichen Demonstration, den Weg zum Rathaus, wobei die Polizei vor großen der Anzahl der Demonstranten nachgab und die zuvor aufgestellten Barrikaden entfernte. Zahlreiche Fahnen von SPD, DIE Linke, Grünen und vielen anderen Parteien, wurden auf dem Rathausplatz geschwungen, dazu Transparente wie „Hamburg ist bunt“ und „Ganz Hamburg hasst die AfD.“.

Demonstranten stehen mit Bannern und Plakaten auf dem Rathausmarkt und haben Pyrotechnik gezündet.

Immer wieder hallten Sprechgesänge wie „Alle Nazis sind scheiße“ oder „Es gibt kein Recht auf Nazi-Propaganda“ in Richtung des Regierungsgebäudes. Die Versammlung blieb zwar verboten, aber friedlich. Nur sporadisch wurde Pyrotechnik mit rotem Rauch abgefeuert – die Atmosphäre glich eher einem Volksfest.

Hamburg zeigt Flagge: Tausende Demonstranten trotzen AfD und Eisglätte

12 Menschen mussten am Rande des überfüllten Jungferstieges von der Feuerwehr behandelt werden. „Wir mussten 12 Personen rettungsdienstlich im Umfeld der Versammlung versorgen“, erklärte Feuerwehrsprecher Thorsten Kratz am Abend. „Allerdings wurde niemand durch Gewalt oder aufgrund des Demonstrationsgeschehens verletzt“, fügte der Sprecher der Feuerwehr hinzu, „vor allem aus Stürzen durch die Glätte resultierten die Einsätze.“

Zehntausende Menschen drängen sich auf dem Jungfernstieg.

Die Feuerwehr hatte zuvor ihre Einsatzkräfte rund um den Jungfernstieg aufgrund der deutlich gestiegenen Teilnehmerzahl verstärkt und einen Bereitstellungsplatz am Adolphsplatz hinter dem Rathaus eingerichtet. Gegen 18 Uhr räumte die Polizei den Platz friedlich, aber bestimmt. Die Demonstranten setzten ein deutliches Zeichen gegen Rechts.

Update Freitag, 19. Januar, 18:15: In Hamburg wurde die Demonstration gegen rechts am Freitagabend aufgrund einer unerwartet hohen Teilnehmerzahl von den Veranstaltern vorzeitig beendet. Kazim Abaci, Mitglied des Vereins Unternehmer ohne Grenzen und Mitorganisator der Protestaktion, gab am Abend eine Teilnehmerzahl von 160.000 bekannt. Ursprünglich rechnete man mit etwa 10.000 Demonstranten. Die Polizei sprach zu Beginn der Versammlung von etwa 30.000 Anwesenden. Für eine aktuellere Teilnehmerzahl war die Polizei zunächst nicht erreichbar

Ursprungsmeldung von Freitag, 19. Januar, 16:48: Hamburg – Am Freitagnachmittag haben sich trotz winterlicher Kälte tausende Menschen in der Hamburger Innenstadt versammelt, um gegen Rechtsextremismus zu protestieren. Der Treffpunkt war der Jungfernstieg, wo ein vielfältiges Bündnis aus Gewerkschaften, Kirchen, Kulturschaffenden, Wirtschaftsverbänden, politischen Parteien und Vereinen zu einer Kundgebung mit dem Motto „Hamburg steht auf - Gemeinsam gegen Rechtsextremismus und neonazistische Netzwerke“ aufrief.

Hamburg steht auf: Großkundgebung gegen Rechtsextremismus

Die Polizei rechnete in ihrer Einsatzplanung, mit etwa 10.000 Demonstranten, was zu überfüllten S-Bahnen in Richtung Innenstadt führte. Vor Ort versammelten sich. Der Anlass für die Demonstration war ein geheimes Treffen von Rechtsextremisten, darunter auch AfD-Funktionäre, in Potsdam. Ursprünglich war geplant, die Demonstration auf dem Rathausmarkt abzuhalten. Dies wurde jedoch durch eine kurzfristig angesetzte Fraktionssitzung der AfD verhindert, da in diesem Fall ein Sperrkreis von 350 Metern um das Rathaus herum gilt.

Zu den Rednern, die in Hamburg erwartet wurden, gehörten unter anderem Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD), Bürgerschaftspräsidentin Carola Veit, Bischöfin Kirsten Fehrs, der Hauptgeschäftsführer des Unternehmensverbands UVNord, Michael Thomas Fröhlich, und der Intendant des Thalia-Theaters, Joachim Lux.

Rubriklistenbild: © Jonas Walzberg/DPA

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