Erlebnisbericht aus dem Heidekreis-Klinikum
Ein Besuch im Corona-Testzentrum: Was passiert dort eigentlich?
Heidekreis – Bereits seit drei Wochen betreibt das Heidekreis-Klinikum im Auftrag und auf Bitte der Kassenärztlichen Vereinigung das Corona-Testzentrum (CTZ) für den Landkreis Heidekreis. Bis zum vergangenen Donnerstag wurden dort 550 Personen getestet und 750 Personen haben die Mitarbeiter kontaktiert. Die Proben gehen hauptsächlich zu einem externen Labor in Hamburg und dann dauert es zwei Tage, bis das Ergebnis vorliegt. Für unsere Zeitung hat Nina Bernard, Pressesprecherin des Heidekreis-Klinikums, Thomas S. (Name geändert) auf seinem Weg ins Testzentrum begleitet.
Thomas S. hat alles richtig gemacht: Er arbeitet im Gesundheitssektor und litt an trockenem Husten mit leichtem Fieber. Deshalb gab er vorsichtshalber bei seinem Hausarzt Bescheid und der meldete ihn zum Covid-19-Test im Walsroder Testzentrum an. „Am darauffolgenden Tag vereinbarte das Corona-Testzentrum einen Termin mit mir am nächsten Vormittag“, berichtet Thomas S..
Allein traf er beim CTZ ein, drückte die Klingel: „Ich habe mich etwas gewundert, weshalb hier nicht eine lange Schlange von Menschen mit mir wartet…,“ sagt er. Aber die Erklärung war bereits im Eingangsbereich klar, „wo ich mir die Hände desinfizierte und einen Mundschutz bekam. Grundsätzlich, so erklärte mir die Mitarbeiterin, würden alle zu testenden Personen so einbestellt, dass sie sich nicht begegnen.“
Alle zehn Minuten ein Test auf Corona
In der Tat komme „nur“ alle zehn Minuten eine Person zum Test. „So können wir zwischenzeitlich jeden Stuhl und sogar den Klingelknopf vor, beziehungsweise nach jedem Patienten neu desinfizieren“, erklärt Ärztin Dr. Gisa Gerstenberg. Außerdem sei so gewährleistet, dass jede zu testende Person innerhalb des Testzentrums „geführt“ werden könnte. „Wir sorgen dafür, dass diese Personen nicht unnötig Dinge anfassen, sogar die Türen zu den drei Untersuchungszimmern können wir so selbst öffnen. Damit schützen wir nicht nur diesen Patienten, sondern auch die nachfolgenden.“
Dr. Gerstenberg ist eine von mittlerweile acht Ärztinnen und Ärzten, die im Testzentrum die Abstriche durchführen können. Selbstverständlich trägt sie einen Schutzkittel, eine Schutzbrille und einen FFP2-Maske.
„Für uns ist das Testzentrum eher eine Corona-Sprechstunde, so Dr. Gisa Gerstenberg. Die ärztliche Beratung sei sehr wichtig: Bestehen Risikofaktoren, wie zum Beispiel Lungen- oder Herzerkrankungen oder Bluthochdruck? Wie gravierend sind die Beschwerden?
Leichte Erkrankung bei rund 80 Prozent der Corona-Infizierten
„Die zu testenden Personen wollen natürlich auch immer wissen, wie sie sich verhalten können, dass sie zum Beispiel die Menschen, die mit ihnen gemeinsam in einem Haushalt leben, nicht anstecken“, erläutert die Medizinerin. Das Leben als Infizierte oder Verdachtsperson sei für viele Patienten stark belastend. „Ich möchte alle Menschen im Heidekreis ein wenig beruhigen. Fast immer sehe ich Menschen mit milden Beschwerden: Trockener Husten, leichtes Fieber. Vielen Testpersonen geht es sogar schon wieder deutlich besser, wenn sie zu uns ins CTZ kommen“, sagt Dr. Gerstenberg.
Es kämen auch Menschen zum Test, die überzeugt seien, dass sie auf jeden Fall infiziert sind. „So ist in der vorletzten Woche ein Mann zum Test gekommen, dessen Ehefrau positiv getestet war – sein Ergebnis war aber negativ.“ Diese Konstellation sei keine Seltenheit „und spricht dafür, dass man mit Einhalten der Hygieneregeln viel erreichen kann“, so Gerstenberg. Glücklicherweise seien im Heidekreis, wie auch bundesweit – momentan – mindestens 80 Prozent der Infizierten nur leicht erkrankt.
Der Test selbst ist dann zügig gemacht. Mit einem Wattestäbchen wird von der hinteren Rachenwand ein Abstrich genommen. „Manche Menschen bekommen dabei einen leichten Würgereiz“, erklärt die Ärztin die „Nebenwirkungen“.
Labor in Hamburg arbeitet „sehr schnell“
Danach heißt es warten. „Es dauert durchschnittlich zwei Tage, bis das Ergebnis aus dem Labor in Hamburg vorliegt. Natürlich ist das für denjenigen, der wartet, eine lange Zeit. Aber im Vergleich zu anderen Testzentren und deren Laboren, arbeitet das Labor in Hamburg sehr schnell“, urteilt Gerstenberg.
Thomas hat sein Ergebnis nach drei Tagen von seinem Hausarzt mitgeteilt bekommen. Sein Test war negativ, das heißt: Er ist nicht infiziert. Eine gute Nachricht. „Klar, ich habe mich darüber gefreut. Weiß aber auch, dass mich das nicht davor schützt, zu einem späteren Zeitpunkt angesteckt zu werden. Deshalb halte ich weiterhin Abstand, auch zu meinen Kolleginnen und Kollegen. Schließlich wollen wir alle gesund bleiben.“


