CDU-Landtagsabgeordnete

Gudrun Pieper: „Möchte da weiterarbeiten, wo ich aufgehört habe“

Gudrun Pieper: Die Christdemokratin möchte dem Niedersächsischen Landtag auch weiterhin angehören. - Foto: Preuß
+
Gudrun Pieper: Die Christdemokratin möchte dem Niedersächsischen Landtag auch weiterhin angehören.

Walsrode  - Ja, Konrad Adenauer sei ihr politisches Vorbild, sagt Gudrun Pieper, als sie vor dem Porträt des CDU-Mitbegründers steht. Mit dem ersten Kanzler der damals jungen Bundesrepublik verbindet die Landtagsabgeordnete zudem eine ganz persönliche Geschichte. Ihre Eltern gehörten zu den letzten Zehntausend, die Mitte der 50er-Jahre auf Vermittlung Adenauers aus sowjetischer Gefangenschaft freikamen.

„Beurteilen Sie die Bundesregierung nach ihren Taten“, soll Adenauer laut Protokoll in seiner Regierungserklärung im September 1949 vor dem Deutschen Bundestag gesagt haben. Weniger reden, mehr machen, das ist auch die Devise von Gudrun Pieper. Und so sei sie nach längerer Pause – als Heranwachsende war sie Mitglied in der Jungen Union – auch wieder zur Politik gekommen. „Meckern nützt ja nichts. Man muss auch anpacken können“, sagt sie.

Auf Landesebene packt die gebürtige Lüneburgerin seit neun Jahren mit an. Im Februar 2008 nahm sie ihr Mandat für den Niedersächsischen Landtag an. Nun tritt die Christdemokratin ein drittes Mal für den Wahlkreis 43 an. Als Direktkandidatin. Denn ihr sei es wichtig, dass die Bürger ihr mit ihrer Erststimme das Vertrauen aussprächen.

Über den Ausgang der Wahl am 15. Oktober mag Pieper nicht spekulieren. „Es wird sehr spannend“, kommentiert sie die aktuellen Umfragen. Die sehen für die nächste Legislaturperiode sechs Parteien im Landtag in Hannover. „Ich hoffe nur, dass wir klare Verhältnisse haben, deshalb werbe ich auch um beide Stimmen“, betont Gudrun Pieper. Sollte es anders kommen, schließt sie Bündnisse mit „ganz links und ganz rechts“ aus. „Ansonsten muss man mit allen Parteien reden können.“

Auch auf eine hohe Wahlbeteiligung hofft die Schwarmstedterin, wirklich daran glauben mag sie nicht. Weniger als zwei Drittel der Wahlberechtigten traten im Januar 2013 an die Urne. Für den 15. Oktober befürchtet Pieper ein ähnlich schlechtes Ergebnis, zumal der Sonntag das Ende der Herbstferien markiert. Verstehen kann die Landtagsabgeordnete das indes nicht. „Es geht doch um Schulen, Infrastruktur, Gesundheitsversorgung, alles Themen, die uns direkt betreffen.“

Ihre Fraktion entsandte die Abgeordnete in den Ausschuss für Bundes- und Europa-Angelegenheiten, Medien und Regionalentwicklung, dem sie auch vorsitzt. Außerdem ist Pieper Mitglied im Ausschuss für Soziales, Frauen, Familie, Gesundheit und Migration und fungiert als behindertenpolitische Sprecherin ihrer Fraktion. Als Erzieherin mit Zusatzausbildung zur heilpädagogischen Fachkraft hat Gudrun Pieper dazu viel zu sagen – und zu tun.

„Ich möchte gerne da weiterarbeiten, wo ich aufgehört habe“, setzt die 61-Jährige auf weitere fünf Jahre in Hannover. Wohl wissend um die Vielschichtigkeit der Themen im Flächenkreis, liegt ihr Fokus vor allem auf dem Sozialen: Bildungsangebote im ländlichen Raum erhalten, die Inklusion voranbringen, ohne Förderschulen zu schließen, die medizinische Versorgung sicherstellen – dafür will Gudrun Pieper sich einsetzen.

Ganz oben auf ihrer Prioritätenliste im Falle einer Wiederwahl steht aber die Niedersächsische Bauordnung. Dieses „Stückwerk“ müsse wieder auf die Agenda, fordert sie mit Nachdruck und hat dabei vor allem die Bestimmungen zur Barrierefreiheit im Blick. Investoren und Mieterbund liefen gegen die Auflagen Sturm, sagt Gudrun Pieper.

Dass das alles kostet, ist der Abgeordneten bewusst. Und auch, dass es kein Patentrezept gibt, wenn es um die Verteilung von Geldern und die Verminderung von Ausgaben geht. Ideen zu Einsparungen hat sie aber parat: den Abbau von Bürokratie und die Schaffung von Synergien durch eine klügere Verteilung des Personals. „Da ist viel Potenzial drin.“

kp

Den Überblick über den Wahlkreis Walsrode mit allen Kandidaten und Ergebnissen am Wahlabend bekommen Sie hier.

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Hurricane Festival 2026: Die Fotos vom Sonntag

Hurricane Festival 2026: Die Fotos vom Sonntag

Nostalgie auf Rädern: Oldtimer und Erinnerungen begeistern in Aschen

Nostalgie auf Rädern: Oldtimer und Erinnerungen begeistern in Aschen

„Der längste und vielleicht schönste Biergarten der Welt“ befindet sich in Bayern

„Der längste und vielleicht schönste Biergarten der Welt“ befindet sich in Bayern

Deutschlands Fußball-Kader 2026: Wer hat Wurzeln außerhalb Deutschlands?

Deutschlands Fußball-Kader 2026: Wer hat Wurzeln außerhalb Deutschlands?

Kommentare