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Vorsicht am Black Friday: So erkennen Sie Fake-Shops im Internet

Vorsicht am Black Friday: So erkennen Sie Fake-Shops im Internet
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Betrüger nutzen gerne den „Black Friday“, um Kunden in die Falle zu locken.

Am Black Friday locken Händler mit Schnäppchen. Doch Vorsicht: Unter ihnen sind auch viele Betrüger. Woran man Fake-Shops im Internet erkennt.

Hannover – Ein paar Klicks, bezahlen, fertig: Am Black Friday, 25. November, hoffen Schnäppchen-Jäger auf den ganz großen Deal. Doch auch Betrüger können der Verlockung des schnellen Geldes nicht widerstehen. Sogenannte Fake-Shops (gefälschte Online-Shops) sind im Internet zu einem Massenphänomen geworden, warnt das Landeskriminalamt (LKA) Niedersachsen.

Für die Kriminellen handele es sich um eine lukrative Betrugsmasche. Sie würden entweder minderwertige Ware zu einem überhöhten Preis verschicken oder nach einer Vorauszahlung das Produkt gar nicht erst liefern. Drohen Betroffene damit, die Überweisung rückgängig machen zu wollen, würden häufig Lieferschwierigkeiten vorgetäuscht.

Black Friday: Daran erkennt man Fake-Shops

Mit Abbildungen von Produkten, dazugehörigen Informationen, allgemeinen Geschäftsbedingungen und einem gefälschten Impressum seien Fake-Shops auf den ersten Blick schwer zu erkennen. Bei den gefälschten Online-Shops kann es sich aber auch um Kopien real existierender Websites handeln. „Sie wirken daher auf den ersten Blick seriös“, so das LKA.

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Um Zweifel bei Kunden auszuräumen, würden die Fake-Shop-Betreiber häufig wahlweise auch mit frei erfundenen oder auch mit bekannten Gütesiegeln, wie beispielsweise „Trusted Shops“, werben. Damit seien die betrügerischen Seiten oftmals schwer von denen der echten Händler zu unterscheiden, so das LKA. Doch die Experten haben auch einige Tipps parat, wie sich Verbraucher im Internet schützen können.

Tipps für Black Friday: So erkennen Sie Fake-Shops

  • Achten Sie auf die Sprache, zahlreiche Fake-Shops hätten immer noch Probleme mit der deutschen Sprache. Zwar seien die Übersetzungsprogramme inzwischen besser geworden, doch würde die Qualität auf den weiteren Unterseiten oftmals vernachlässigt. So sei es ratsam, darauf zu achten, ob etwa die AGB in schlechtem Deutsch oder in einer anderen Sprache verfasst sind.
  • Prüfen Sie das Impressum.  Nutzen Sie Suchmaschinen wie Google, um mehr über den Firmennamen, die Personen, Adresse oder Telefonnummer in Erfahrung zu bringen. Zudem finden Sie vielleicht auch Warnmeldungen anderer Käuferinnen oder Käufer, offizieller Stellen wie Polizei oder Verbraucherzentralen und Gütesiegelbetreiber.
  • Auch Kartendienste (inklusive Street View) können eine erste Einschätzung über die Echtheit des Shops ermöglichen. Wurde ein echter Online-Shop von den Tatverdächtigen kopiert und unter ähnlicher Webadresse ins Netz gestellt, kann es sein, dass man durch die Suche auch die echte Webseite des Anbieters entdeckt, auf denen bereits vor diesen Fake-Shops gewarnt wird. Vereinzelt informieren auch Hersteller selbst über seriöse Anbieter oder gefälschte Seiten.
  • Prüfen Sie Handelsregisternummer und Umsatzsteuer-ID: Auf www.handelsregister.de kann zumindest kostenfrei die Existenz einer angegebenen Nummer geprüft werden. Konkrete Angaben jedoch können ggf. nur gegen Gebühr abgerufen werden. Ist die Nummer nicht vergeben, so ist dies ein Indiz für eine mögliche Fälschung. Gleiches gilt für die Umsatzsteuer-ID, die zumindest auf https://ust-id-pruefen.de/ auf ihre Gültigkeit geprüft werden kann. Doch Vorsicht: Positive Ergebnisse bedeuten nicht, dass der Shop auch echt ist. Betrügerinnen und Betrüger missbrauchen gern solche Angaben von echten Seiten.
  • Rufen Sie einfach mal an. Ist auf der Webseite eine Rufnummer vergeben, fragen Sie telefonisch nach. Viele Fake-Shops erfinden Telefonnummern, die ins Leere führen. Vielleicht finden Sie in Online-Telefonbüchern oder mittels Suchmaschine weitere Rufnummern für eine Kontaktaufnahme.
  • Lassen Sie sich nicht vom „S“ in https blenden. Das „S“ steht lediglich für eine verschlüsselte Verbindung. Die von Ihnen eingegebenen Kundendaten werden sicher übertragen. Vor vielen Jahren waren die entsprechenden Zertifikate nur mit viel Aufwand und Prüfung zu bekommen. Mittlerweile werden diese auch kostenfrei und ohne Prüfung angeboten.
  • Vorsicht bei Vorkasse. Suggeriert der Shop mit zahlreichen Logos verschiedene Zahlungsarten und bleibt am Ende des Bestellvorgangs aber nur die Option Vorkasse – womöglich auf ein Bankkonto im Ausland – dann sollten Sie das Geld an einen unbekannten Verkäufer nicht überweisen.
  • Passt die Webadresse zum verkauften Produkt? Immer wieder reaktivieren die Tatverdächtigen alte, bereits von anderen Inhabern gekündigte Domainnamen, um in Suchmaschinen besser gefunden zu werden. Verkauft zum Beispiel eine Webseite, deren Adresse ein Restaurant oder Architekturbüro vermuten lässt, plötzlich Damenhandtaschen oder Elektronik-Artikel, ist Wachsamkeit geboten.
  • Machen Sie die Gegenkontrolle bei Gütesiegeln. Die Kriminellen nutzen gern erfundene Gütesiegel und Kundenbewertungen. Immer wieder werden auch echte Logos widerrechtlich auf den Webseiten dargestellt. Ist ein Logo vorhanden, so sollte man es anklicken, um zur echten Seite des Anbieters weitergeleitet zu werden und das aktuelle Zertifikat gegenprüfen zu können. Ein weiteres Indiz für einen Fake-Shop: gefälschte Kundenbewertungen und -meinungen. Sich allein auf die ausschließlich positiven Bewertungen innerhalb eines Shops zu verlassen, ist gefährlich.
  • Das Schnäppchen und die Verfügbarkeit locken in die Falle. Professionelle Fake-Shops ködern Konsumenten nicht zwingend mit preislich besonders attraktiven Angeboten, sondern auch mit Waren zu normalen Preisen, um den Anschein eines seriösen Shops zu wahren. Dazu werden gerne Produkte angeboten, die scheinbar in anderen Online-Shops vergriffen sind, für die es zeitlich begrenzte Rabatte mit Countdown oder kurzfristige Liefermöglichkeiten gibt.
  • Gleiche Tipps gelten auch für Shops auf Handelsplattformen. Wird vom dortigen Verkäufer eine Bezahlung außerhalb der Plattform gefordert, sollten Sie die Finger davon lassen. Der Kauf ist dann nicht abgesichert, und Betrügerinnen und Betrüger gelangen über Vorkasse so an Ihr Geld und Ihre persönlichen Daten.
  • Ausführliche Tipps zu Fake-Shops finden Sie auch im Ratgeber Internetkriminalität des LKA Niedersachsen. Die Verbraucherzentrale bietet einen Fakeshop-Finder an, der auch eine erste Einschätzung geben kann.

Fake-Shops am Black Friday: Strafverfolgung schwierig

Zahlen des LKA Niedersachsen würden zeigen, dass Fake-Shops im Internet mittlerweile ein Massenphänomen sind. Seit dem Jahr 2020 wurden jährlich betrügerische Verkaufsplattformen im unteren vierstelligen Bereich bei der Polizei zur Anzeige gebracht. Dieser Trend lässt sich auch für dieses Jahr beobachten, teilt das LKA mit.

Die Schadenssummen sind ab 2020 knapp in den Millionenbereich gestiegen. Für das Jahr 2022 deutet sich dieser Trend bislang ebenfalls an.

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Die Strafverfolgung sei schwierig, weil sich die Server der Webseiten oft im Ausland befinden und die einzelnen Fake-Shops nur relativ kurze Zeit online sind. Die Geldströme fließen häufig nicht direkt auf Konten der Kriminellen, vielmehr bedienen sich die Betrügerinnen und Betrüger sogenannter Finanzagenten, die die Gelder zum Teil über diverse Zahlungsdienstleister nahezu anonym weiter transferieren und somit Geldwäsche betreiben.

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