Corona-Pandemie

Booster-Impfung in Niedersachsen: Wann bekomme ich die Auffrischungsimpfung?

Die Booster-Impfung ist in aller Munde, während der Impfstoff knapp wird. Ab wann darf sich in Niedersachsen die Corona-Drittimpfung gegen Sars-CoV-2 geholt werden?

Hannover – Gerade kurz vor Weihnachten wollen sich auch in Niedersachsen viele noch schnell die Booster-Impfung verabreichen lassen. Das könnte bald gar nicht mehr so leicht sein, denn der Impfstoff wird knapp. Das sorgt auch in der Politik für reichlich Irritation. Doch wann darf man Drittimpfung überhaupt bekommen? Niedersachsen geht in dieser Frage einen eigenen Weg.

BundeslandNiedersachsen
Einwohner8.003.421 (Stand 31. Dezember 2020)
MinisterpräsidentStephan Weil (SPD)

Booster-Impfung: Niedersachsen geht Corona-Sonderweg und macht Auffrischungsimpfung nach vier Wochen möglich – Immunologen warnen vor verfrühter Drittimpfung

Nordrhein-Westfalen hatte es vorgemacht und wollte die Booster-Impfung nach bereits vier Wochen zulassen. Allerdings ließ Kritik im Rahmen des Vorstoßes nicht lange auf sich warten. Weshalb NRW die Auffrischungsimpfung nach vier Wochen jetzt wieder weitgehend abgeschafft hat. Besonders Immunologen warnten zum einen vor frühzeitigen Booster-Impfungen und hatten das Vorgehen bemängelt.

Während Nordrhein-Westfalen einen Rückzieher macht, ist die Booster-Impfung in Niedersachsen auch in Zukunft nach vier Wochen möglich. Damit geht das Bundesland von Ministerpräsident Stephan Weil einen Sonderweg. Hier ist eine frühe Drittimpfung zwar erlaubt, jedoch keineswegs empfohlen, so das Gesundheitsministerium.

Booster-Impfung nach vier Wochen: Drittimpfung nach vier Wochen hat nahezu keine Wirkung

Die Präsidentin der deutschen Gesellschaft für Immunologie hatte zuletzt erklärt, nach vier Wochen habe die Drittimpfung nahezu keine Wirkung. Ihrer Meinung nach soll der Fokus nun auf Risikogruppen und denjenigen liegen, deren Zweitimpfung bereits mehr als sechs Monate her ist. Der Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie empfiehlt eine Wartezeit von mindestens vier Monaten – Ausnahmen stellen Menschen mit geschwächtem Immunsystem dar, die auf die ersten beiden Impfungen wenig oder nicht reagiert haben.

Booster-Impfungen könnten durch zu wenig Impfstoff bald ausfallen, doch erstmal gibt es in Niedersachsen 300.000 neue Impfdosen

Karl Lauterbach wurde erst kürzlich überraschend neuer Gesundheitsminister im Kabinett von Olaf Scholz. Schon nach kurzer Zeit hat er schlechte Nachrichten zu verkünden: „Wir haben einen Impfstoffmangel für das neue Quartal“, so Lauterbach gegenüber den ARD-Tagesthemen. Für Beginn des neuen Jahres könnte dieser die Impfoffensive ins Stocken bringen, Immunologen fürchten derweil, ohne einen deutlichen Anstieg an Impfungen könnte jeder Winter aussehen wie dieser.

Vorerst muss man sich in Niedersachsen jedoch keine Sorgen um Booster-Impfungen machen: Ab dem 16. Dezember erhalten die Gesundheitsämter ein Sonderkontingent von 300.000 Impfdosen. Dabei handelt es sich um Produkte aus dem Hause Biontech. Insgesamt stellt das Bundesgesundheitsministerium den Ländern, aufgeschlüsselt nach ihrer Einwohnerzahl, etwa drei Millionen weitere Impfdosen zur Verfügung. Damit können für dieses Jahr auch noch einige Auffrischungsimpfungen abgedeckt werden.

Zwei Millionen Niedersachsen haben ihre Booster-Impfung schon vor der Weihnachtsruhe erhalten

Niedersachsens Ministerpräsident ist schon länger ein Befürworter der Weihnachtsruhe. Die Landesregierung hatte sich dafür entschieden, ab Weihnachten bis ins neue Jahr eine Weihnachtsruhe auszurufen, die auch mit stärkeren Kontaktbeschränkungen einhergeht. Gegenüber dem Weser Kurier verteidigte Weil seine Entscheidung mit der Begründung, man müsse „den Deich erhöhen, bevor das Wasser da ist“.

Rund 2 Millionen Menschen haben in Niedersachsen bereits eine Booster-Impfung erhalten. Im Kampf gegen Corona soll die dritte Impfung besonders gut vor einer Infektion mit der Omikronvariante schützen. (Archivbild)

In Niedersachsen gilt in knapp der Hälfte der Landkreise Warnstufe drei. Die aktuelle Situation erfordert ein höheres Impftempo, auch bei Booster-Impfungen. In Niedersachsen haben bereits über zwei Millionen Menschen die Auffrischungsimpfung erhalten. In Anbetracht der um sich greifenden Omikron-Variante muss diese Zahl schnell weiter steigen. 13 bestätigte Omikron-Fälle gibt es seit Mittwoch im Landkreis Nienburg. Der Kreispressesprecher sprach von milden Krankheitsverläufen, bei denen umgehend eine 14-tägige häusliche Quarantäne eingeleitet worden war.

Ab wann ist die Booster-Impfung rechtlich gültig? Hier geht ein anderes Bundesland als Niedersachsen einen Sonderweg

Mittlerweile kann auch die Drittimpfung über die Corona-Warn-App oder die Covpass-App nachgewiesen werden. Doch ab wann ist die Booster-Impfung rechtlich gültig? Das fragen sich aktuell viele, die die Drittimpfung erhalten haben. In dieser Frage geht Baden-Württemberg einen Sonderweg: Hier sind Geimpfte unmittelbar nach der Verabreichung des Impfstoffs von der Testpflicht bei 2g-plus Veranstaltungen befreit. Anders als beim vollständigen Impfschutz muss also nicht zwei Wochen gewartet werden.

Eine einheitliche Regel gibt es in dieser Frage bisher nicht – anders als beim vollständigen Impfschutz. Für ihn gilt bundesweit eine 14-tägige Wartezeit nach der Zweitimpfung. Bayerns Gesundheitsminister und Vorsitzender der Gesundheitsministerkonferenz Klaus Holetschek (CSU) forderte jetzt klare Regeln für die Auffrischungsimpfung. Die Länder müssten wissen, ob und ab wann für dreimal Geimpfte die Testpflicht entfällt, so Holetschek.

Mit Booster-Impfung lässt sich in Niedersachsen auch ohne Corona-Test am öffentlichen Leben teilhaben

Menschen, die die Booster-Impfung erhalten haben, haben in Niedersachsen einen klaren Vorteil: Für sie entfällt die Testpflicht, auch unter der 2g-plus-Regel. Das gilt auch während der Weihnachtsruhe, die Ministerpräsident Stephan Weil verkündet hatte. Niedersachsen war mit diesem Modell Vorreiter, nun ziehen weitere Bundesländer nach. Währenddessen fragen sich viele noch, was es mit 2g-plus genau auf sich hat.

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Am Dienstag hatten sich die Gesundheitsminister von Bund und Ländern darauf geeinigt, das niedersächsische Vorgehen in vielen anderen Bundesländern zu übernehmen. Auch dort muss man sich nun nach einer Auffrischungsimpfung unter der 2g-plus-Regel nicht nochmal testen lassen. In Anbetracht von Omikron warnen Immunologen vor dem Testpflicht-Ende. Was diese angeht, war Niedersachsen Vorreiter. Ob sich die Möglichkeit der Auffrischungsimpfung nach vier Wochen, wie in Niedersachsen möglich, hingegen durchsetzt, bleibt zu abzuwarten. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Julian Stratenschulte/dpa

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