Wattenmeer liegt vor der Tür

Touristenmagnet an der Nordsee: Nordseeheilbad lockt mit drei Häfen und ganz viel Schifffahrts-Tradition

„Tor zur Nordsee“ in Ostfriesland: Der historische Hafenort Carolinensiel zieht Besucherscharen an. Auch die einzige Deichkirche der Küste steht hier.

Witmund – Nur 1555 Einwohner zählt Caronlinensiel, und doch bildet der Stadtteil von Wittmund in Niedersachsen den touristischen Mittelpunkt der Stadt. Zahlreiche Besucher strömen jedes Jahr in den einzigen Stadtteil Wittmunds, der direkt an der Nordsee liegt. 13 Kilometer ist dieser vom Ortskern Wittmunds entfernt. Carolinensiel, das den Beinamen „Tor zur Nordsee“ trägt, knackte im Februar 2019 sogar erstmals die Schallmauer von einer Million Besucher pro Jahr.

Die drei Häfen von Carolinensiel ziehen Touristen magisch an

Prunkstück des Küstenortes sind die drei Häfen. So gibt es den historischen Museumshafen mit seinen Plattbodenschiffen und kleinen Seglern. Außerdem finden Motorboote und Segelyachten im Yachthafen der Stadt ein Zuhause.

Caronlinensiel hat zudem den Außenhafen beziehungsweise Fährhafen, von wo aus man mit Fähren zur Insel Wangerooge oder zu Ausflugsfahrten in das Wattenmeer, das UNESCO-Weltnaturerbe-Status innehat, starten kann. Auch vom einzigen Raddampfer Ostfrieslands aus, der Concordia II, lässt sich die Häfen gut erkunden.

Ganz viel Geschichte an Deck: Mehrere Traditionssegler liegen anlässlich der 32. WattenSail im Hafen von Carolinensiel.

Genau genommen gibt es in Carolinensiel zwei Orte, denn eine zwei Kilometer lange Promenade verbindet die drei Häfen und auch Carolinensiel und Harlesiel. Wie schon der Name sagt, gibt es im Nordseeheilbad Carolinensiel ein Nordseeheilbad, die Cliner Quelle. Hier lässt es sich entspannen und der Wellness frönen, außerdem gibt es ein Sole- und Erlebnisbad.

Carolinensiel erhielt seinen Namen von Sophie Caroline von Ostfriesland

Seinen Namen erhielt Caronlinensiel übrigens von Sophie Caroline von Ostfriesland. Von ihr gibt es auch eine Skulptur im Ort. Die ersten Grundstücke in diesem Ort wurden laut der Stadt Wittmund von ihrem Gatten, dem Fürsten Georg Albert von Ostfriesland, angelegt – nachdem im Jahr 1729/30 der Hafen errichtet worden war. Ein Siel ist eine Deichschleuse. Siele leiten das Wasser der Entwässerungsgräben durch die Deiche in die Nordsee, aber lassen kein Meerwasser ins Binnenland.

Plattbodenschiffe im Museumshafen in Carolinensiel.

Der von den Sturmfluten geschützte Ort Carolinensiel wurde demnach zum bedeutendsten Hafen im nördlichen Ostfriesland. Laut Website des Ortes Carolinensiel war der Ort im 18. und 19. Jahrhundert der zweitgrößte ostfriesische Siel- und Handelshafen.

„Galerieholländer“, Deichkirche und Sielhafenmuseum sind lohnenswerte Ziele für Besucher von Carolinensiel

Aus dieser Anfangszeit stammt auch eines der Wahrzeichen der Stadt, eine 1742 errichtete Windmühle, der „Galerieholländer“. Als einzige von drei Mühlen dieser Art verblieben, wurden bis 1960 hier Getreide und Ölfrüchte gemahlen. Bemerkenswert ist auch die Deichkirche aus dem Jahr 1776, die einzige an der Küste, die direkt auf einem Deich erbaut wurde.

Wegen der Sturmwinde wurde der Kirchturm bewusst niedrig gebaut. Sie ist laut dem örtlichen evangelischen Kirchenverband die nördlichste des Harlingerlandes. Im Winter gibt es in Carolinensiel einen schwimmenden Weihnachtsbaum im Hafen.

Der Schwimmende Weihnachtsbaum im Hafen des Küstenortes Carolinensiel in Ostfriesland.

Ebenso einen Besuch wert ist das Deutsche Sielhafenmuseum mit seinen vier historischen Ausstellungshäusern. Diese stehen unter Denkmalschutz. Das „Groot Hus“ war 1840 als Kornspeicher angelegt worden. Im Museum kann man viel über die Geschichte der Siele und Häfen, der Segelschifffahrt und des Deichbaus lernen. (cgsc)

Rubriklistenbild: © Michael Narten/imago

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