Pandemie

Corona in Niedersachsen: Weil stellt Lockerungen in Aussicht

Trotz steigender Infektionszahlen stellt Niedersachsen baldige Lockerungen der Coronaregeln in Aussicht. Schon in knapp drei Wochen könnte es so weit sein.

Hannover – Mit einer 7-Tage-Inzidenz von 1050,7 meldete das Robert-Koch-Institut am Freitagmorgen, 4. Februar 2022, einen neuen Rekordwert für das Bundesland Niedersachsen. So viele Menschen haben sich in den vergangenen sieben Tagen im Nordwesten mit dem Coronavirus infiziert – runtergebrochen auf 100.000 Einwohner. Trotz dieser immer mehr werdenden Infizierten mit Covid-19 aufgrund der Omikron-Variante des Coronavirus, stellt der niedersächsische Regierungschef Stephan Weil (SPD) baldige Lockerungen der Corona-Politik in Aussicht. Bereits nach dem 23. Februar könnte es mit der nächsten Coronaverordnung in Niedersachsen so weit sein.

Corona in Niedersachsen: fast 20.000 Neuinfektionen für das Bundesland Niedersachsen gemeldet

Und das, obwohl am Freitagmorgen mit 18.849 fast 20.000 Neuinfektionen für das Bundesland Niedersachsen durch die Behörden in Hannover gemeldet wurden, zehn weitere Personen sind im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben. Seit Beginn der Pandemie im März 2019 sind somit in Niedersachsen bereits 7130 Menschen an oder im Zusammenhang mit Corona verstorben.

Die höchste Inzidenz in Niedersachsen weist aktuell der Landkreis Harburg mit einem Wert von 1535,5 aus, den niedrigsten Wert verzeichnet der Landkreis Wittmund mit 367,7. Im Landkreis Diepholz beträgt die Inzidenz aktuell 1222,5. Im Schnitt wurden in den vergangenen 7 Tagen 8,9 Personen von 100.000 Einwohnern in ein Krankenhaus in Niedersachsen eingeliefert, 4,6 Prozent der Intensivbetten im Land sind aktuell mit Corona-Patienten belegt.

Trotz steigender Infektionszahlen mit dem Coronavirus stellt der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) Lockerungen in Aussicht. (Archivbild)

Trotz dieser horrenden Zahlen hält Weil an seinem Vorhaben fest. „Das ist jedenfalls mein Wunsch“, sagte der SPD-Politiker der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ) und fügte hinzu: „Nach den aktuellen Prognosen haben wir jetzt noch etwa drei sehr unangenehme Wochen vor uns. Danach sollten wir in Lockerungen einsteigen können.“

Corona in Niedersachsen: „Auch bei Veranstaltungen unter freiem Himmel gibt es eindeutig Risiken“

Gleichzeitig verteidigte der Regierungschef, dass Niedersachsen bei den Zuschauerzahlen zurückhaltend bleibt und weiterhin nur maximal 500 Fans in die Stadien lässt, während andere Länder – wie etwa Bremen – unter freiem Himmel wieder bis zu 10.000 Besucher zulassen*. „Wir folgen dem Rat der Wissenschaft. Wir erleben gerade täglich stark ansteigende Infektionszahlen, und der Höhepunkt ist noch nicht erreicht“, erklärte Weil. Er jedenfalls wolle eine mögliche Abwärtsbewegung in einigen Wochen „nicht aufs Spiel setzen“.

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Sorge, mit dieser restriktiven Linie, die nicht einmal zwischen Veranstaltungen draußen und drinnen unterscheidet, einmal mehr vom Oberverwaltungsgericht Lüneburg in die Schranken gewiesen zu werden, hat der Jurist nicht. „Es steigen ja nicht nur die Infektionszahlen, sondern auch die Hospitalisierungsquote. Auch bei Veranstaltungen unter freiem Himmel gibt es eindeutig Risiken, sei es im ÖPNV bei der An- und Abfahrt, in den Eingangsbereichen vom Stadion oder in den Gängen. Überall dort begegnen sich sehr viele Menschen“, begründete der Ministerpräsident die vorsichtige Linie.

Corona in Niedersachsen: Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) fordert Impfpflicht

Gleichzeitig bekräftigte Weil seine Forderung nach einer Impfpflicht. Etwa 15 Prozent aller Erwachsenen seien nach wie vor nicht gegen Corona geimpft – und das sei eindeutig zu viel. „Je mehr Virus in der Gesellschaft aktiv ist, desto mehr wird das Virus auch seine Opfer finden.“

Die Politik habe über eine sehr lange Zeit versucht, die Skeptiker zu überzeugen. „Wenn wir uns nun aber nüchtern die Karten legen, müssen wir feststellen, dass die Überzeugungsarbeit bei einer zu großen Minderheit ins Leere gelaufen ist. Deswegen ist für mich klar: Wir brauchen jetzt eine Impfpflicht, und zwar zügig“, appellierte er an den Bund, keine Zeit mehr zu vergeuden. (Mit Material der dpa) * kreiszeitung.de und deichstube.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Julian Stratenschulte/dpa

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