Polizei bestätigt Sichtungen
Anwohner im Landkreis Cuxhaven bemerken entlaufenes Känguru – Video zeigt Tier an Straße
Ein Känguru hüpft durch die Gegend um Cuxhaven. Ein Augenzeuge dreht ein kurzes Video mit dem Tier. Laut Polizei wird eine Fangaktion schwierig.
Hemmoor – Wilde Tiere sind im ländlichen Niedersachsen keine Seltenheit. Kaninchen sind genauso in der freien Wildbahn anzutreffen wie Eichhörnchen. In Wäldern lassen sich Füchse und Rehe, vielleicht auch Wildschweine oder Wölfe erblicken. Kängurus stehen bislang nicht auf der Liste der frei im Bundesland lebenden Tierarten.
Känguru in Niedersachsen gesichtet: Video zeigt Tier an einer Straße
Umso überraschter waren Anwohner in Hemmoor im Landkreis Cuxhaven, als ihnen eines der Beuteltiere über den Weg hüpfte. Die ersten Hinweise auf das Känguru gingen am Donnerstag bei der Polizei ein. Im Internet kursiert ein Video, das das Tier zeigen soll. Die Aufnahme stammt aus einem auf der Straße stehenden Auto, während auf dem gegenüberliegenden Grünstreifen das Tier zu sehen ist.
Bei mir im Nachbarort hüpft einfach ein Känguru rum??
— Helium (@suesskatzi) July 25, 2024
War wohl ein wildes Schützenfest 💀 pic.twitter.com/9Q3jP1R2xK
Zunächst sitzt es ein paar Meter entfernt und scheint sich umzuschauen, ehe es Tempo aufnimmt und am Fahrzeug vorbeiflitzt. In sicherer Entfernung überquert das Känguru schließlich die Straße.
Känguru läuft bei Cuxhaven frei herum: Für Menschen besteht keine Gefahr
Auf Nachfrage unserer Redaktion bestätigte die Polizei Hemmoor, dass das Tier am Freitagnachmittag noch nicht eingefangen werden konnte und sich eine solche Aktion auch schwierig gestalten würde. Hinweisen aus der Bevölkerung werde nachgegangen, ansonsten aber nicht aktiv nach dem Känguru gesucht. Die wohl einzige Chance, den Ausflug des Tiers zu beenden, besteht darin, es in einem umzäunten Bereich anzutreffen. Ansonsten dürfte es zu schnell auf den Beinen sein.
Nach wie vor ist völlig unklar, woher das Känguru stammt. Weder ein Zoo noch eine Tierpension in der Nähe vermisst demnach ein Känguru. Den Polizeiangaben zufolge misst es bis zur Schulter rund 60 Zentimeter. Wie auf der Aufnahme zu sehen ist, hat es dunkles Fell. Für Menschen soll es nicht gefährlich sein.
Bereits häufiger soll es in der Nähe von Straßen gesehen worden sein. Bislang gehen die Ermittler davon aus, dass das nicht meldepflichtige Tier aus einem Privatgrundstück ausgebrochen ist. Die Polizei hofft, dass sich der oder die Besitzer melden.
Känguru in freier Wildbahn: Manche Arten können bis zu 88 km/h schnell werden
Laut Ein Herz für Tiere gibt es etwa 56 verschiedene Känguru-Arten. Diese können zischen 30 Zentimetern und 1,60 Meter groß werden. Die schwersten Exemplare bringen bis zu 70 Kilogramm auf die Waage. Die Lebenserwartung reicht von sieben bis zu 20 Jahren.
Die allermeisten Kängurus sind Einzelgänger. Die größten der Tiere können Geschwindigkeiten von bis zu 88 km/h erreichen und auf der Flucht bis zu neun Meter weit springen. Die durchschnittliche Sprungweite wird mit 1,20 bis 1,90 Meter angegeben.
Kängurus sind Vegetarier und ernähren sich hauptsächlich von Pflanzen. Unterschieden wird zwischen Gras- und Früchtefressern. Folglich dürfte dem Exemplar aus Hemmoor die Nahrung nicht so schnell ausgehen.
Kängurus in Deutschland: Immer wieder Bericht von entflohenen Beuteltieren
Dazu kommt: Es wäre bei weitem nicht das erste frei lebende Känguru in Deutschland. So büxten 2001 elf Bennett-Kängurus aus einem Tierpark in Mecklenburg-Vorpommern aus, einige widersetzten sich allen Einfangversuchen.
Im vergangenen Sommer entstanden in Brandenburg wohl Aufnahmen eines Rotnackenwallabys auf einem Feld. In der jüngsten Silvesternacht floh ein weiteres Känguru aus einem Gehege in Mecklenburg-Vorpommern und trat fortan den Beweis an, wie schwierig diese Tiere einzufangen sind.
Dagegen wurden 2017 zwei in Ganderkesee entlaufene Kängurus eingefangen, eines bewies dabei aber seine Boxkünste. 2021 wurde auch ein Känguru-Abenteuer in Delmenhorst beendet. Im vergangenen Jahr hielt ein Artgenosse nicht nur seinen privaten Besitzer, sondern auch die Einsatzkräfte, in Uetze auf Trab. (mg)
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