Landesbergen: Student findet römische Bronzefigur

Diese Statue des Gottes Merkur hat ein Student am Weserufer in Landesbergen entdeckt.
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Diese Statue des Gottes Merkur hat ein Student am Weserufer in Landesbergen entdeckt.

Landesbergen – Er ist knapp sechs Zentimeter lang, aus Bronze und wurde zunächst für Jesus gehalten: Der Student Hannes Plagge aus Landesbergen im Kreis Nienburg hat mithilfe einer Metallsonde im Mai 2022 beim Spazierengehen eine Bronzestatue des Gottes Merkur in der Erde des Weserufers entdeckt und sie der zuständigen Kommunalarchäologie bei der Schaumburger Landschaft zugeschickt.

Für den dortigen Archäologen Daniel Lau ist die Figur „das Highlight des Jahres“: Nach einigen Untersuchungen steht inzwischen fest, dass es sich nicht um eine Statue des Heilands handelt, sondern um eine Abbildung des römischen Handelsgottes Merkur, gefertigt aus Bronze.

„Solche Funde sind in Niedersachsen selten. Im Landkreis Nienburg ist es die erste römische Figur“, sagt Lau. Sie seien sonst eher im friesischen Raum zu finden, wo einst größere Handelszentren lagen. Im Raum Nienburg seien solche naturalistischen Darstellungen nicht bekannt gewesen. Sie seien eher typisch für römische Herrschaftsgebiete.

Arbeit eines römischen Kunsthandwerkers

Aufgrund der Machart und des Materials geht der Archäologe davon aus, dass die Figur in den römischen Provinzen gefertigt und von dort nach Landesbergen gebracht wurde. Lau zufolge befanden sich entlang der Weser seit Jahrhunderten Umschlag- und Handelsplätze, eben auch in römischer Zeit. „Wir kennen in der Region um Landesbergen, Leese, Estorf und Eystrup mehrere solcher Umschlagplätze.“

Schaut man sich die Statuette an, fallen zwei „Hörnchen“ links und rechts am Kopf auf, die die Experten als die typischen Flügel des Handelsgottes erkannt haben. Zwar sind im Laufe der Jahrtausende offenbar Teile der Füße, eines Sockels und der Arme abgebrochen, aber dennoch verrät die Figur den Archäologen einiges über ihre Herkunft.

Figur soll im Heimatmuseum Rehburg-Loccum zu sehen sein

Lau und seine Kollegen werten den Mini-Merkur als Arbeit eines Kunsthandwerkers und datieren ihn auf den Zeitraum um 800 vor Christus. Figuren wie diese seien Lau zufolge in römischer Zeit als Talismane, Kultobjekte, aber durchaus auch als Zahlungsmittel verwendet worden. „Es kann auch sein, dass die Figur gar nicht als Merkur verehrt wurde, sondern beispielsweise als Wotan, damals der wichtigste Gott der Germanen“, ergänzt Lau. In jedem Fall ist die Figur in seinen Augen von hohem wissenschaftlichem Wert. Der Materialwert sei eher zweitrangig. Demnächst soll die Figur an das Heimatmuseum in Rehburg-Loccum gehen, um dort im Frühjahr 2024 als Teil der Dauerausstellung öffentlich zugänglich zu sein.

Den genauen Fundort möchte Daniel Lau indes bewusst nicht nennen. „Es sind leider viele Sondengänger illegal unterwegs“, erläutert Lau. Der Archäologe befürchtet, dass der Fundort durch unachtsame Laien beschädigt werden könnte. In Niedersachsen gehören solche Funde jeweils zur Hälfte dem Finder und dem Landeigentümer. „Nur bei außerordentlichem wissenschaftlichen Wert gehören Fundstücke dem Land und kommen ins Landesmuseum nach Hannover“, erläutert Lau.

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