Neuer Bußgeldkatalog
Dreistes Parken an E-Auto-Ladestationen: Bußgeld jetzt deutlich teurer
Dreiste E-Auto-Fahrer blockieren immer wieder Ladestationen, weil sie sie als kostenlose Parkplätze nutzen. Nach dem neuen Bußgeld-Katalog wird das jetzt teuer.
Berlin – Viele Fahrerinnen und Fahrer von Elektroautos klagen immer wieder über mangelnde oder kaum verfügbare Ladestationen für Elektroautos – besonders in deutschen Innenstädten. Doch nicht die Knappheit an Ladestationen allein ist dafür verantwortlich, dass E-Auto-Fahrer häufig nicht laden können: Oftmals tragen auch Fahrerinnen und Fahrer selbst zum Problem bei – denn statt zur Stromversorgung, nutzen sie die Ladeplätze als kostenlose Parkplätze. Bisher war das Bußgeld für dieses Verhalten verhältnismäßig günstig, 10 bis 15 Euro Verwarngeld mussten Betroffene zahlen, wenn sie eine Ladesäule unnötig blockiert haben. Das soll sich nun ändern: Falschparken an Ladestationen wird teuer.
E-Auto-Ladestationen durch Parken blockieren: Dafür gibt es jetzt höheres Bußgeld
Die Details dazu gibt der Auto-Club ACE in einer Pressemitteilung bekannt. Der Vorsitzende des ACE, Stefan Heimlich, appelliert darin an Elektroautofahrerinnen und Fahrer Rücksicht untereinander zu nehmen beim Aufladen von Elektroautos. Denn diese Parkplätze sollten laut ACE ausschließlich beim aktiven Laden genutzt werden. Mit vollständig geladenem Akku sollte der Platz dann für ein anderes Auto frei gemacht werden.
| Verein | ACE Auto Club Europa e. V. |
| Gründung | 1965 |
| Mitgliederzahl | ca. 630.000 |
| Sitz | Stuttgart |
Wer dennoch dort stehen möchte, ohne zu laden, muss künftig ein besonders teures „Parkticket“ ziehen. Ab sofort besagt die neue Bußgeldverordnung einen Anstieg des Verwarngeldes auf 55 Euro für das Falschparken. Die Höchstparkdauer sei jeweils durch genaue Verkehrsbeschilderung gekennzeichnet.
Falschparken an Ladestationen: In einigen Fällen wird abgeschleppt
Parken in der Stadt bereitet E-Fahrerinnen und Fahrern derzeit ohnehin noch Probleme, so darf ein Modell in einigen deutschen Städten nur noch mit 15 Metern Abstand parken. Grund dafür sind Brandschutzvorkehrungen, denn Elektrobrände seien derzeit noch eine Herausforderung für Einsatzkräfte der Feuerwehr. Bei einem Bus-Depot-Brand in Hannover* wurden mehrere E-Busse zerstört, kurzzeitig nahmen mehrere Städte sogar ihre E-Bus-Flotte vom Netz. Zudem wird der Strom an Ladestationen immer teurer.
Die neue Bußgeldverordnung verschärft die Parksituation nun erneut, jedoch schützt sie auch Nutzerinnen und Nutzer, die auf die öffentlichen Ladestationen angewiesen sind. Vor allem auch, weil die Prämien für private Ladestationen ausgelaufen sind. Derzeit kam es in einigen Fällen auch zum Abschleppen der Falschparker, in dem Fall liegt die Strafe bereits im niedrigen dreistelligen Bereich.
Hohe Strafen im neuen Bußgeldkatalog: Nicht nur Parken an Elektroauto-Ladestationen wird teurer
Insgesamt schockt der neue Bußgeldkatalog Autofahrer*, die Bußgeldverordnung hebt zahlreiche Strafen an. Neben dem neuen Bußgeld für Falschparken an Ladestationen kostet es nun beispielsweise 320 Euro eine Rettungsgasse zu blockieren, zudem droht ein Monat Fahrverbot. Mehr als 30 Kilometer pro Stunde außerorts zu sein kostet künftig 150 Euro statt 80 Euro. 21 Kilometer pro Stunde außerorts zu schnell zieht eine Strafe von 100 Euro mit sich.
Innerorts kostet es nun 115 Euro, wenn Fahrerinnen oder Fahrer 21 Kilometer pro Stunde zu schnell unterwegs sind. Parken in zweiter Reihe kostet wie Falschparken an Ladestationen ebenfalls 55 Euro. Eine Stunde im Halteverbot zu stehen kostet auch 55 Euro. Wer unerlaubt über den Seitenstreifen fährt, zahlt 100 Euro Strafe. * kreiszeitung.de und 24hamburg.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA