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Einmalig in Deutschland: Der einzige „Unterirdische Zoo“ ist in Niedersachsen zu finden
Wer tierischen Höhlenbewohnern einmal ganz nah sein will, kommt im „Unterirdischen Zoo“ in Osnabrück auf seine Kosten. Er ist der einzige seiner Art.
Osnabrück – Eine tierische Erlebniswelt unter der Erde: Im „Unterirdischen Zoo“ in Osnabrück können Besucher etwas Einzigartiges erleben. Die Einrichtung im Osnabrücker Zoo befindet sich komplett unter Tage und fokussiert sich auf Höhlenbewohner. Er ist deutschlandweit der einzige seiner Art.
Der Einzige in ganz Deutschland: Unterirdischer Zoo im Zoo Osnabrück gewann Innovationspreis
Seit der Eröffnung im Jahr 2009 strömen die Besucher auf 500 Quadratmetern durch die 150 Meter langen, naturidentisch gestalteten Höhlensysteme. Zwar sind die Höhlen künstlich gestaltet, doch muten an wie ein echtes Stollenlabyrinth.
Für die innovative Idee eines solchen Zoos inklusive unterirdischer Verbindung zum Naturkundemuseum gab es sogar eine Auszeichnung von der Kampagne „Deutschland – Land der Ideen“. Einen „Zoo-Oscar“ gab es zuletzt auch für eine andere Einrichtung in Niedersachsen. Der Unterirdische Zoo schließt direkt an die Bodenausstellung „unter.Welten“ im Museum am Schölerberg an.
Höhlenlabyrinth im Unterirdischen Zoo Osnabrück täuschend echt nachgestellt
Der Besucher oder die Besucherin sieht die Gänge im Höhlensystem im Querschnitt und hat im schummrigen Licht der Tunnel so das Gefühl, frei lebende Tiere zu beobachten. „Wählen Sie Ihren Weg selbst“, heißt es auf einem Schild beim Tunneleingang. Man könne rechts oder links gehen. Und eine Warnung kommt hinzu: „Gewöhnen Sie sich zuerst an das Halbdunkel.“
Man kann die Tiere beim Jungtiere aufziehen, beim Futter holen, beim Liebesspiel oder bei Machtkämpfen hautnah beobachten. Dabei fühlt man sich wie in einer echten Höhle, denn durch marode wirkende Holzbalken, Findlinge, verschiedene Bodentypen und Wurzeln, die aus der Decke ragen, ist das Labyrinth täuschend echt gestaltet, heißt es vom Zoo.
Höhlenbewohner im Unterirdischen Zoo: Ratten bewohnen Kellerruine
Die Tierarten im Unterirdischen Zoo fühlen sich unter der Erde allesamt pudelwohl. So sind dort aktuell Nacktmulle, Riesengraumulle, Schwarzschwanz-Präriehunde, Spitzmaus-Langzüngler-Fledermäuse, Dunkle Erdhummeln, Ratten und Farbmäuse zu Hause, wie auf der Website des Zoos Osnabrück zu lesen ist.
Die Ratten hausen in einem mittelalterlichen Abwasserkanal und einer historischen Kellerruine. Als Vorbild für dieses Gehege dienten archäologische Ausgrabungen in der Innenstadt in Osnabrück. Die Ratten flitzen dabei – durch Glasscheiben getrennt – auch unter und über den Zoogästen entlang.
Osnabrücker Zoo aktuell mit 4,5 von 5 Sternen bewertet
Für die Fledermäuse wurde eine Grotte im Mondlicht errichtet. Um die Hummeln zu erleben, können Besucher und Besucherinnen über eine Leiter einmalige Einblicke in das Leben der Insekten erhalten. Auch eine Erdhummel-Königin gibt es.
Der Unterirdische Zoo ist Teil des Zoos Osnabrück. Die Eintrittspreise belaufen sich auf 30 Euro für Erwachsene (Jahreskarte: 67 Euro), 20,50 Euro für Kinder von 7 bis 16 Jahre (Jahreskarte: 43 Euro) und 17,50 Euro für Kinder von 3 bis 6 Jahren (Jahreskarte: 43 Euro). Der Zoo ist beim Reiseportal Tripadvisor das beliebteste Ausflugsziel in Osnabrück. Bei 363 Bewertungen kommt der Zoo derzeit auf eine Gesamtbewertung von 4,5 von 5 Sternen.
Zoos in der Kritik – PETA: „Gefängnisse für Tiere“
Trotz ihrer Beliebtheit stehen Zoos immer öfter in der Kritik. Der Bewegungsdrang der Tiere könne nicht erfüllt werden. „Zoos, in denen ein Tier auf kleinem Raum ausgestellt und von uns beobachtet wird, vermitteln kein gesundes Mensch-Tier-Verhältnis“, heißt es auf der Website vegan.ch. Veganer lehnen Zoobesuche im Regelfall ab.
Superhirne im Tierreich: die zehn schlauesten Tiere der Welt
Außerdem sei es „nicht korrekt, über das Leben und die Freiheit eines Tieres zu entscheiden“, heißt es weiter. Dabei beruft man sich darauf, dass nicht empirisch bewiesen werden konnte, dass Zoobesuche zur Sensibilisierung der Bevölkerung beim Thema Tier- und Naturschutz führt. Zudem wird die moralische Fragestellung des Tötens von Zootieren zur Regulation der Populationen aufgegriffen. Auch die Tierschutzorganisation Peta schreibt, dass Zoos nur vorgeben, sie seien für den Artenschutz und die Vermittlung von Wissen über die Tiere notwendig. Sie bezeichnet Zoos als „Gefängnisse für Tiere“.