Kommt die nächste Pandemie?

Vogelgrippe-Variante: Erster Mensch infiziert

Der Virus-Schrecken hört nicht auf: Kaum ist die Corona-Pandemie einigermaßen im Griff, bestätigt China die erste Vogelgrippe-Infekion bei einem Menschen.

Jiangsu, China – Der 41-jährige Mann wies bereits Ende April Symptome wie Fieber auf und kam ins Krankenhaus. Nun steht fest, dass sich der Mann aus der ostchinesischen Provinz Jiangsu mit dem Vogelgrippe-Virus, das für Vögel meistens tödlich ist, infiziert hat. Die Virus-Variante ist bislang nur bei Tieren aufgetreten.

ProvinzJiangsu
VolksrepublikChina
Bevölkerung80,4 Millionen (2018)
HauptstadtNanjing

Vogelgrippe: Virus-Variante gilt als schwach pathogen

Die Infektion mit der Vogelgrippe-Variante H10N3 beim Menschen ist die erste weltweit, teilt die Nationale Gesundheitskommission mit. Bei der Überprüfung der Kontaktpersonen des 41-jährigen Infizierten seien keine weiteren Fälle gefunden worden, heißt es. Das Risiko einer großflächigen Ausbreitung sei zudem „äußerst gering“.

Der Virus-Typ H10N3 gilt laut chinesischer Gesundheitskommission als schwach pathogen, das heißt, dass er bei infizierten Vögeln nur selten zu schweren Erkrankungen oder zum Tod führt. Eine Übertragung auf den Menschen wurde laut Forschern bisher noch nie festgestellt.

Menschen, die mit toten Vögeln in Kontakt kommen, sollten angemessene Schutzkleidung tragen.

China: Große Vogelgrippe-Welle im Winter 2016/2017

Eine weitaus größere Vogelgrippe-Welle, die auch für den Menschen bedrohlich wurde, hatte China, wo gerade der größte Corona-Ausbruch seit Monaten* gemeldet worden ist, im Winter 2016/2017 zu beklagen. Die Ausbreitung wurde vom Virus-Typ H7N9 ausgelöst. 

Laut Angaben der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen sind seit 2013 616 Menschen gestorben, die mit H7N9 infiziert waren. In China gibt es viele verschiedene Subtypen der Vogelgrippe, einige der Erreger infizieren ins seltenen Fällen Menschen. Die Fälle treten normalerweise dort auf, wo eng mit Geflügel gearbeitet wird. Auch die Beulenpest grassiert in China*.

Vogelgrippe in Deutschland für viele Tiere tödlich

Der eher schwache Virus-TypH10N3 ist in Deutschland aktuell kein Thema. Hierzulande tritt derzeit der Virus-Typ H5N8 auf, der für Vögel meistens tödlich ist. Eine Gefahr für den Menschen wird bislang ausgeschlossen.

Russland hatte im Februar allerdings die erstmalige Übertragung des Virus-Typs auf den Menschen gemeldet. Sieben Betroffene waren infiziert, die Erkrankung lief aber bei allen ohne Komplikationen. So will die WHO eine neue Pandemiegefahr bannen*.

Starke Ausbreitung der Geflügelpest in Niedersachsen

Die auch als Geflügelpest bezeichnete Vogelgrippe tritt sowohl bei Wildvögeln als auch in Geflügelbetrieben* auf. In Niedersachsen, dem Hühnerland Nummer eins, breitet sich die Geflügelpest zurzeit stark aus. Wie aus Angaben des niedersächsischen Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (Laves) in Oldenburg hervorgeht, ist die Vogelgrippe mittlerweile (Stand: April 2021) bei Wildvögeln in der Mehrheit der 45 Kreisen und kreisfreien Städten im Land festgestellt worden. Insgesamt liegen Nachweise aus 29 Kreisen vor.

Fast 70.000 Tiere mussten als Folge der Vogelgrippe in Niedersachsen sterben. In vielen Betrieben dürfen die Tiere nicht mehr an die frische Luft. Das verärgert einige Züchter, da dies zur artgerechten Haltung gehöre. Auch Hamburgs Alsterschwäne* mussten wegen der Vogelgrippe ihr Winterquartier beziehen, wo sie vor der Vogelgrippe geschützt sind. * kreiszeitung.de und 24hamburg.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Christian Charisius/dpa

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