Protest in Bremen und Niedersachsen
Fridays for Future-Demos: „Jetzt zu schwänzen, ist nicht angemessen“
Am Freitag wollten Tausende für mehr Klimaschutz auf die Straße gehen. In Niedersachsen und Bremen waren Demos geplant. Kritik kam vom Lehrerverband.
Hannover/Bremen – Zwei Tage vor der Bundestagswahl wollen sie noch einmal auf die Straße gehen und für einen besseren Klimaschutz demonstrieren. Die Bewegung Fridays for Future hat bundesweit zum Klimastreik aufgerufen. In 400 Städten sind am Freitag, 24. September 2021, Kundgebungen geplant – einer der größten Klimastreiks wird in Hamburg* erwartet.
| Globale soziale Bewegung: | Fridays for Future |
| Gründerin: | Greta Thunberg |
| Gründung: | 20. August 2018 |
Auch in Niedersachsen und Bremen soll demonstriert werden. So rechnet die Polizei Hannover mit mehreren tausend Demonstrantinnen und Demonstranten. In der Stadt Bremen erwartet die Polizei Tausende Teilnehmer und warnt vor Verkehrsbehinderungen.
Fridays for Future-Demo in Bremen: Diese Bereiche besser umfahren
Starten soll der Bremer Demo-Zug ab 10 Uhr an der Gustav-Deetjen-Allee. Von dort aus geht es nach derzeitiger Planung in Richtung Herrmann-Böse-Straße, Am Stern, Parkallee, Am Dobben, Ostertorsteinweg, Am Wall, Ostertorstraße, Am Dom, Obernstraße, Bürgermeister-Smidt-Straße, Martinistraße, Tiefer, Osterdeich.
Die Abschlusskundgebung ist an den Osterdeichwiesen geplant. Verkehrsteilnehmer müssen sich entlang der Strecke auf Verkehrsbehinderungen, etwa durch Sperrungen einstellen. „Die Bereiche sollten mit Fahrzeugen nach Möglichkeit gemieden und weiträumiger umfahren werden“, so ein Polizeisprecher.
Fridays for Future-Demo: In Bremerhaven startet sie später
In Bremerhaven startet die Kundgebung etwas später: Dort soll es ab 12 Uhr am Hauptbahnhof losgehen. Dann durch Geestemünde zum Theodor-Heuss-Platz, wo ab ungefähr 13:30 Uhr eine Abschlusskundgebung mit Redebeiträgen und Musik stattfinden soll. Die Bremer Polizei rechnet in beiden Städten mit friedlichen Kundgebungen.
Unter dem Motto „Alle fürs Klima“ haben sich dem Protest nach Angaben von Fridays for Future auch zivilgesellschaftliche Organisationen wie Umweltverbände und Kirchen angeschlossen. Darüber hinaus sollen sich auch mehr als 4000 Unternehmen beteiligen. Die letzte weltweite Protestaktion war am 19. März dieses Jahres.
Deutscher Lehrerverband kritisiert Schulpflichtaufhebung für Fridays for Future-Demo
Immer wieder werden die Proteste auch von Kritik begleitet: So sagte der Deutsche Lehrerverband zur Teilnahme von Schülerinnen und Schülern an den Protestaktionen: „Wir lehnen es ab, dass die Schulpflicht zugunsten politischer Aktionen – etwa im Rahmen eines sogenannten Klimastreiks – aufgehoben wird“, sagte Präsident Heinz-Peter Meidinger dem Redaktionsnetzwerk Deutschland am Freitag.
Meidinger begründete dies mit der Gefährdung der notwendigen politischen Neutralität des Staates, der für den Schulbetrieb verantwortlich sei. „Es stellt sich ansonsten die Frage, für welche politischen Aktionen man schulfrei bekommen würde und für welche nicht.“
Lehrerverbands-Präsident zu Fridays for Future: Nicht zwischen ‚guten‘ und ‚schlechten‘ Aktionen unterscheiden
Und weiter: „Darf man dann auch bei einer Demo gegen den Welthunger, für den Frieden in der Welt, für die Befreiung Palästinas oder gegen ‚Überfremdung‘ schulfrei nehmen?“, so Meidinger. „Die Schule darf nicht zwischen ‚guten‘ erlaubten und ‚schlechten‘ unerlaubten Aktionen unterscheiden.“
Jetzt für einen Streik den Unterricht zu schwänzen, ist nicht angemessen.
„Jetzt für einen Streik den Unterricht zu schwänzen, ist nicht angemessen“, sagte Meidinger den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Schüler, die eine Klassenarbeit oder eine Klausur versäumten, riskierten eine Sechs.
Bremer Schulen unterstützen Fridays for Future-Teilnahme
In Bremen würden laut dem Regionalmagazin „buten un binnen“ viele Schulen die Teilnahme unterstützen. Unterricht fände auch an diesem Freitag regulär statt, heißt es aus dem Bildungsressort.
Einige Klassen würden in Form eines „Wandertages“ mit ihrem Lehrer an der Kundgebung teilnehmen. Schülerinnen und Schüler, die nicht mitgehen wollen, sollen am Unterricht in Parallelklassen teilnehmen können. * kreiszeitung.de und 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.
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