Nach Ausschlussprüfung gegen den Altkanzler

Gerhard Schröder kündigt Mitgliedschaft bei Hannover 96

Altkanzler Gerhard Schröder kündigt seine Mitgliedschaft bei Hannover 96. Zuvor hatte der Verein seinen Ausschluss geprüft. Der Grund: Seine Nähe zu Putin.

Hannover – Altkanzler Gerhard Schröder hat seine Mitgliedschaft bei Hannover 96 gekündigt, das bestätigte der Sportverein am Donnerstag gegenüber der dpa. Aufgrund seiner Nähe zum russischen Präsidenten Wladimir Putin hatte der Tabellen 14. der 2. Bundesliga bereits Anfang März einen potenziellen Vereins-Ausschluss des 78-Jährigen geprüft. Mit seinem selbstständigen Rücktritt beendet der ehemalige Bundeskanzler Schröder nun die Vereins-internen Untersuchungen.

VereinHannover 96
Arena/StadionHDI Arena
Gegründet12. April 1896
Mitglieder21.000

Kritik wegen Russland-Nähe: Gerhard Schröder tritt bei Hannover 96 aus

Bestand der Ausschlussprüfung sei gewesen, ob Schröder aufgrund des Ukraine-Kriegs mit seiner Nähe zu Wladimir Putins privatem Umfeld gegen Interessen von Hannover 96 verstoßen haben könnte. Mutmaßlich ist Schröder einem Vereins-Ausschluss mit seiner Kündigung zuvor gekommen. Denn bereits der DFB und Borussia Dortmund hatten dem Altkanzler aus dem gleichen Grund bereits die Ehrenmitgliedschaft gekündigt. Zuvor stand Schröder ohnehin schon in der Kritik, weil er seinen Aufsichtsrat-Posten bei dem russischen staatlichen Energieunternehmen Rosneft nicht niederlegen wollte. Auch CDU-Politiker forderten Sanktionen gegen Schröder.

Altkanzler Gerhard Schröder kündigt seine Mitgliedschaft bei Hannover 96. (Symbolbild)

Hannover 96 habe jedoch zuerst den Dialog mit Schröder gesucht, bevor eine endgültige Entscheidung getroffen wurde. Dafür habe der Verein laut eigenen Angaben um eine Stellungnahme des Altkanzlers gebeten, in der er seine Russland-Beziehungen vor dem Hintergrund des Ukraine-Kriegs erklären sollte. Hannover 96 wollte daraufhin prüfen, ob sein Handeln im Konflikt mit den Werten des Vereins zu vereinbaren wäre.

Hannover 96 ruft Hilfsaktionen für betroffene des Ukraine-Kriegs ins Leben

Denn wie die jüngste Vergangenheit gezeigt hatte, beteiligte sich auch Hannover 96 an Hilfskationen für Betroffene des Krieges in der Ukraine. Dafür hatte der Verein mit seiner Initiative 96plus zum Pokalviertelfinale gegen RB Leipzig eine Spendenaktion für die vom Krieg betroffenen Menschen aus der Ukraine ins Leben gerufen. „Noch am Abend sind zwei vollgepackte Reisebusse nach Polen aufgebrochen, wo die Spenden in Erstaufnahmelagern verteilt und Geflüchtete für die Rückreise nach Deutschland aufgenommen werden“, schrieb der Verein dazu auf seiner Internetseite.

Und auch am vergangenen Spieltag hatte der Verein beim 1:1 Unentschieden gegen SSV Jahn Regensburg 100 Geflüchtete zum Heimspiel in die HDI Arena eingeladen. Bereits am Montag folgte die nächste Aktion des Vereins, in einem Aufruf auf Social Media bietet Hannover 96 Geflüchteten aus der Ukraine Hilfestellung für das Ankommen in Deutschland an, beispielsweise bei der Suche nach einem Fußballverein. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © dpa/Peter Steffen

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