Tuning-Szene

„Carfreitag“ in Bremen und Niedersachsen: Polizei vor Großkontrollen

Traditionell treffen sich am Karfreitag in Niedersachsen und Bremen Autoliebhaber aus der Tuningszene. Die Polizei bereitet sich auf illegale Straßenrennen vor.

Bremen/Diepholz/Oldenburg – Der Karfreitag, 15. April 2022, ist seit Jahren der traditionelle Tag in Niedersachsen und Bremen, an dem sich die Tuning-Szene in der Öffentlichkeit triff. Scherzhaft wird dann der Buchstabe „K“ gegen ein „C“ getauscht und schon wird der Tag zum „Carfreitag“, wobei das Wort „Car“ für Auto steht. Oft kommt es bei solchen Treffen auch zu illegalen Straßenrennen, was besonders der Polizei ein Dorn im Auge ist – von der Belästigung der Anwohner im Allgemeinen ganz zu schweigen.

„Carfreitag“ in Bremen und Niedersachsen: Polizei steht für Großkontrollen bereit

An der Überwachung der Raser-, Poser und Dater-Szene beteiligt sich auch in diesem Jahr die Bremer Polizei, wie Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) erklärt. „Bei der Daterszene handelt es sich um größere Treffen von Fahrerinnen und Fahrern oft hochmotorisierter Fahrzeuge auf zentralen Plätzen mit solch unangenehmen Begleiterscheinungen wie Vermüllung und Lärmbelästigung“, heißt es in einer Pressemitteilung der Bremer Innenbehörde.

An „Carfreitag“ ist die Polizei im Land Bremen und Niedersachsen verstärkt unterwegs und kontrolliert die Tunerszene. (Archivbild)

Die Kontrollmaßnahmen erstrecken sich in der Stadt Bremen über das gesamte Gebiet und finden am Osterwochenende unter der Beteiligung der Kontrollgruppe Posing statt. „Teilnehmende an verbotenen Kraftfahrzeugrennen gefährden durch ihr grob verkehrswidriges, rücksichtsloses und verantwortungsloses Verhalten im Straßenverkehr das Leben unbeteiligter Dritter. Dieses Verhalten beeinträchtigt das subjektive Sicherheitsgefühl der Bevölkerung“, heißt es dazu.

Die Polizei Bremen wird bei szenetypischen Verstößen am Osterwochenende konsequent einschreiten. Innensenator Ulrich Mäurer: „In dieser Szene beginnt die Saison mit den ersten warmen, sonnigen Tagen. Wir werden die Verstöße gegen die Straßenverkehrsordnung durch das Verursachen unnötigen Lärms (Bußgeld: 80 Euro) oder unnützen Hin- und Herfahrens innerhalb geschlossener Ortschaften (Bußgeld: 100 Euro) konsequent mit der Einleitung von Ordnungswidrigkeitsverfahren begegnen. Die rechtlichen Sanktionsmöglichkeiten werden dabei in vollem Umfang ausgeschöpft.“

„Carfreitag“ in Bremen und Bremerhaven: dreistufiges Konzept und eine Null-Toleranz-Strategie

Darüber hinaus begegnet die Polizei Bremen besonders beharrlichen Verhaltensstörern im Bereich der Straßenverkehrsordnung mit einem dreistufigen Konzept und einer Null-Toleranz-Strategie. Zum einen sollen Ordnungswidrigkeiten im Bereich des Straßenverkehrs konsequent geahndet werden. Fällt der Störer erneut auf, verdoppelt sich das Bußgeld in einem weiteren Verfahren, was eingeleitet wird. Fällt ein Fahrer innerhalb von 48 Stunden ein drittes Mal auf, wird das Fahrzeug zur Gefahrenabwehr konfisziert.

Auch in Bremerhaven und umzu wird die Polizei verstärkt im Einsatz sein, wie es von der Ortspolizeibehörde in der Seestadt heißt. Die Polizei nutze den „Carfreitag“, um die Szene besonders im Auge zu behalten und hat mit erhöhtem Personaleinsatz mobile Verkehrskontrollen bis in die späten Abendstunden geplant.

„Carfreitag“:  Ortspolizeibehörde Bremerhaven und Polizeiinspektion Cuxhaven arbeiten zusammen

Dabei arbeiten Beamte der Ortspolizeibehörde Bremerhaven und der Polizeiinspektion Cuxhaven zusammen. Ziel dieser Maßnahmen sei es, durch Sensibilisierung der Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer im Rahmen von präventiven Kontrollen, aber auch durch konsequente Ahndung von Verstößen gegen die geltenden Gesetzesvorschriften, die Sicherheit im Straßenverkehr zu erhöhen.

Etwas anders sieht es bei der Polizeidirektion Delmenhorst/Oldenburg-Land aus, wie Pressesprecher Albert Seegers gegenüber kreiszeitung.de telefonisch bestätigte. „Es sind keine größeren Kontrollen geplant, wir wissen aber auch von keinem Treffen der Tuning-Szene in unserem Bereich.“ Trotzdem kündigte Seegers verstärkte Kontrollen über die Ostertage an. Sollte es zu Vorfällen kommen in diesem Bereich, werde dies durch den normalen Streifendienst aufgenommen und bearbeitet. Aber das eigentliche Problem ist bei der Polizeidirektion Delmenhorst/Oldenburg-Land bekannt.

„Carfreitag“ in Bremen und Niedersachsen: Anlassbezogene Verkehrskontrolle bei der Polizei Oldenburg

„Im Zuständigkeitsbereich der Polizeidirektion Oldenburg werden am ,Carfreitag‘ anlassbezogene Verkehrskontrollen durchgeführt“, teilt Pressesprecherin Andrea Wächter auf Anfrage von kreiszeitung.de schriftlich mit. Technische Veränderungen an Kraftfahrzeugen würden oftmals eine Gefahr für die Sicherheit des öffentlichen Verkehrsraumes darstellen. „Dieser Gefahrenlage wird die Polizeidirektion Oldenburg mit offensiven Kontrollen an bekannten Szenetreffpunkten und mobilen Kontrollen begegnen.“

Ziel wird es sein, mit präventiven und repressiven Maßnahmen, die „Tuningszene“ zu kontrollieren, um dadurch eine Verhaltensänderung bei den Verursachenden zu bewirken. Die Kontrollen werden unter anderem. durch speziell ausgebildete Einsatzkräfte durchgeführt.

Erst Ende Februar waren aufgrund eines illegalen Autorennens in Barsinghausen bei Hannover zwei Kinder ums Leben gekommen. Bei einem Straßenrennen in Bremen hat im Sommer eine Frau ihr Fahrzeug und eine Ampel fast vollständig zerstört. Ebenfalls im Sommer musste die Polizei Bremen einen wild gewordenen BMW-Fahrer aus dem Verkehr ziehen. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Festim Beqiri/dpa

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