Neues Gesetz soll kommen
Holländer wollen Öl und Gas aus dem Nationalpark Wattenmeer
Eine holländische Firma beabsichtigt in der Nordsee nach Gas- und Öl zu bohren. Um den Nationalpark Wattenmeer zu schützen, plant die Landesregierung ein Verbot.
Hannover - Ob an der Tankstelle oder beim Heizen: die Preise kennen nur die Richtung nach oben. Gas soll demnächst über Nord-Stream 2 kommen. Viel Öl kommt aus dem arabischen Raum. Um etwas unabhängiger zu werden, plant eine holländische Firma Gas- und Öl-Bohrungen in der Nordsee. Aus dem Erdgasfeld N05-A soll Gas gefördert werden. Teile von Gasfeld gehören zum deutschen Wattenmeer. Zuerst hatte der NDR darüber berichtet.
| Gründung ONE Dyas | 1963 |
| Dachorganisation | ONH B.V. |
| Gas- und Ölproduktion pro Tag | 35.000 Barrel |
| Sitz | Amsterdam |
Das niederländische Unternehmen ONE Dyas B.V. beabsichtigt nach Angaben der Regierungsfraktion von SPD und CDU, demnach eine Förder-Plattform zu errichten, auch eine Gas-Transportleitung soll neu gebaut werden. Der geplante Standort liegt den Angaben zufolge nur etwa 500 Meter von deutschen Hoheitsgewässern (von der Grenze) entfernt und rund 20 Kilometer vor Ferieninsel Borkum.
Von der Plattform N05-A sollen bis zu zwölf Bohrungen durchgeführt werden, teilweise in das Erdgasfeld N05-A und teilweise in mehrere benachbarte Felder, bei denen noch nicht feststeht, ob sie förderbare Erdgasmengen enthalten. Das geförderte Erdgas soll über eine auf niederländischem Hoheitsgebiet neu zu bauende Pipeline zur vorhandenen Nordgas-Transportleitung (NGT-Pipeline) transportiert werden. Darüber hinaus soll zur Stromversorgung der N05-A-Plattform ein Kabel zum Offshore-Windpark Riffgat im deutschen Sektor der Nordsee verlegt werden, schreibt das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG).
Das LBEG koordiniert für das Gesamtvorhaben die grenzüberschreitende Behörden- und Öffentlichkeitsbeteiligung. Die ersten Auslagen über das Vorhaben gab es bereits im August 2019.
Bohrungen im Wattenmeer: Neues Gesetz soll es verbieten
Um Bohrungen im Wattenmeer endgültig zu verbieten, soll es eine entsprechende Gesetzesänderung geben. Das Wattenmeergesetz soll Anfang kommenden Jahres ins Plenum eingebracht werden, sagte Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD). Die Novelle könne dann im kommenden Sommer beschlossen werden.
„Mit dem neuen Gesetz werden wir dann auch die letzten Zweifel beseitigen. Dann steht ein für alle Mal fest: Im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer wird es keine Bohrungen nach Gas oder Öl mehr geben“, so Lies. Alles andere würde angesichts des Klimawandels und den Bestrebungen nach einer sauberen, klimaneutralen Energieversorgung nicht mehr in die Zeit passen. Der Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer ist Teil des Unesco-Weltnaturerbes. Zumal das Wattenmeer kürzlich im Buch „Ultimative Reiseziele Deutschland - Die Top-250-Liste von Lonely Planet“ auf Platz vier gesetzt wurde.
Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) teilte mit, dass die Errichtung einer Erdgasförderplattform auf niedersächsischem Gebiet unbedingt verhindert werden müsse. Das öffentliche Interesse an Umwelt- und Klimaschutz sei in diesem Fall höher einzuschätzen als wirtschaftliche Interessen, so Althusmann.
Das Unternehmen ONE-Dyas B.V. entstand aus einem Zusammenschluss von Oranje Nassau Energie und der Öl- und Gassparte des Familienunternehmens SHV. Es ist ein führender Akteur mit einer kombinierten Gas- und Ölproduktion von Weltklasse von 35.000 Barrel pro Tag. „One-Dyas ist jetzt das größte private niederländische Verwertungs- und Produktionsunternehmen”, heißt es auf der Website des Unternehmens. Im Gegensatz zu NAM, wo Shell und ExxonMobil Aktionäre sind, befindet sich ONE-Dyas im Besitz privater Aktionäre. *kreiszeitung.de ist Angebote von IPPEN.MEDIA.
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