Immer häufiger Corona-Teststellen-Betrug in Niedersachsen: Betreiberin erschleicht Millionen
Immer häufiger kommt es in Niedersachsen zu Betrug mit Corona-Teststellen. Alleine in Aurich soll dabei über eine Million Euro Schaden entstanden sein.
Hannover – Immer häufiger ermittelt die Polizei in Niedersachsen wegen des Verdachts auf Betrug mit Corona-Testzentren. Alleine im ostfriesischen Aurich soll eine 31-jährige Geschäftsführerin mehrerer Corona-Teststellen mit nicht durchgeführten Corona-Tests, die trotzdem über die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen abgerechnet wurden, einen Schaden in Höhe von über einer Millionen Euro verursacht haben.
| Stadt | Hannover |
| Einwohner | 532.000 |
| Fläche | 204 Quadratkilometer |
| Höhe | 55 m |
Betrugsfälle mit Corona-Teststellen 2022 schon fast auf Vorjahresniveau
Das Geld habe durch die Staatsanwaltschaft Oldenburg zwar bereits wieder sichergestellt werden können, die Frau werde nun jedoch verdächtigt, sich zu Unrecht bereichert zu haben, wie die Polizei bereits Ende März mitgeteilt hatte. Nun veröffentlichte die Polizei die Kriminalstatistik für die ersten drei Monate 2022. Daraus geht hervor, dass die Polizei immer häufiger sich mit Betrugsfällen mit Corona-Testzentren in Niedersachsen auseinander setzen muss.
Von Januar bis Ende März lagen die Zahlen demnach im „unteren zweistelligen Bereich“, wie das Landeskriminalamt gegenüber dpa mitgeteilt hatte. Im gesamten Jahr 2021 habe es laut LKA-Sprecher hingegen nur Ermittlungsverfahren im „niedrig zweistelligen Bereich“ gegeben. Es handele sich um vorläufige Zahlen aus der Eingangsstatistik, doch das Vorjahresniveau ist bereits nach fast drei Monaten erreicht.
Teststellen-Betreiberin in Hannover lässt sich sechststelligen Betrag auszahlen
Warum es zu dem Anstieg der Fälle kommt, habe der Sprecher des LKA nicht erklären können. Jedoch vermutet er, dass auch die Anzahl der Kontrollen schlichtweg zugenommen haben könnte und demensprechend mehr Verstöße festgestellt werden könnten. Trotz wegfallender Corona-Beschränkungen in Niedersachsen erklärte das Gesundheitsministerium, dass die Anzahl von Testzentren in Niedersachsen in den vergangenen Wochen jedoch nur leicht gesunken ist.
Einen ähnlichen Betrugsfall wie in Aurich habe es auch in der Region Hannover gegeben. Dort hätten die Polizei Hannover und die Staatsanwaltschaft Braunschweig ebenfalls Ende März nach monatelangen Ermittlungen Wohnungen, Gewerbeobjekte und als mobile Testzentren genutzte Fahrzeuge durchsucht. Eine 32 Jahre alte Betreiberin mehrerer Teststellen wurde darauf hin verdächtigt, über Monate lang Geld für nicht durchgeführte Corona-Tests abkassiert zu haben. An sie selbst wurde den Angaben der Behörden zufolge sogar bereits ein sechsstelliger Betrag ausgezahlt.
Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen: Noch 3983 Teststellen in Niedersachsen, davon 2825 in privater Hand
Nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN) seien derzeit noch 3983 Teststellen in Niedersachsen tätig. Der Großteil, also nämlich 2825 Stellen, würden laut KVN von „beauftragten Dritten“ betrieben werden, also zum Beispiel Privatpersonen. Nach Angaben der KVN gebe es zudem noch 720 Teststellen in Apotheken, 109 in Arztpraxen, 10 in Zahnarztpraxen sowie 6 in medizinischen Laboren. 283 werden von Rettungs- und Hilfsorganisationen betrieben, 29 sind im Öffentlichen Gesundheitsdienst angesiedelt. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.
Rubriklistenbild: © Hauke-Christian Dittrich/dpa
