Experten warnen
Immer häufiger Starkregen-Tage: Wie bedroht ist Niedersachsen?
Mit Fluten setzt man sich spätestens seit diesem Jahr wieder intensiv auseinander. Kann so etwas wie Mitte Juli im Westen auch in Niedersachsen passieren?
Hannover - Die Bilder der Flut in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Bayern Mitte Juli waren vielen Menschen eine Warnung. Man beschäftigt sich mit Themen, die vorher viele für undenkbar gehalten haben: Immer häufiger hat Deutschland mit Umweltkatastrophen zu kämpfen. Besonders Starkregen - so wie in dieser Woche in Niederachsen - hat das Potenzial, überall aufzutreten. Somit wird es auch für jede oder jeden zu einer potenziellen Bedrohung. Wie betroffen ist Niedersachsen?
| Land | Niedersachsen |
| Bevölkerung | 7,982 Millionen |
| Hauptstadt | Hannover |
| Fläche | 47.614 km² |
Der Deutsch Wette Dienst spricht ab 40 Litern Wasser pro Quadratmeter von Starkregen. Einige andere Experten sogar schon ab 20 Litern pro Quadratmeter. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler halten es für Wahrscheinlich, dass Starkregenereignisse immer häufiger zunehmen. Eine Modellrechnung des Climate Service Center Germany (GERICS) zeigt, ohne Klimaschutzmaßnahmen nehmen Starkregentage auch in Niedersachsen deutlich zu.
Ende das Jahrhunderts 44 Prozent mehr Starkregen
Bis Mitte des Jahrhunderts könnte es demnach mehr als 23 Prozent häufiger zu Starkregentagen kommen als heute, Ende des Jahrhunderts ist die Wahrscheinlichkeit rund 44 Prozent höher. Wenn Klimaschutz betrieben wird, könne man immer noch nicht genau sagen, ob Starkregentage nicht dennoch zunehmen würden. Andere Klimaereignisse lassen sich jedoch einfach auf den Klimawandel zurückführen.
Die Gefahr an den Starkregenfällen sei, dass sie meist sehr plötzlich kommen. Man könne vorher noch nicht sagen, was passiert: „Oft hat man ja nur eine halbe Stunde oder maximal eineinhalb Stunden Zeit, um wirklich zu sagen, da kommt der Regen runter, diesen Ort trifft es jetzt“, erklärt Hydrogeologin Heike Neukum von der Kommunalen Umwelt-Aktion (U.A.N.) in Niedersachsen.
Niedersachsens Boden bietet Vorteile bei Starkregen
Niedersachsen hat immer einen Vorteil bei Starkregen: Flache und sandige Böden. Dass Wassermaßen schnell in ein Tal strömen - wie bei der Umweltkatastrophe Mitte Juli - sei dementsprechend unwahrscheinlicher als in Ländern mit extremeren Höhenunterschieden. Zudem können die Böden im Norden mehr Flüssigkeit aufnehmen. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.