Pandemie

Niedersachsen plant Corona-Regeln für den Sommer: „Lage unter Kontrolle“

Daniela Behrens (SPD), Gesundheitsministerin von Niedersachsen, informiert in der Landespressekonferenz zur aktuellen Corona-Lage.
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Alles im Lot, auf dem Boot: Laut Landesgesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD) ist die Corona-Pandemie in Niedersachsen derzeit gut unter Kontrolle.

Corona ist in Niedersachsen trotz wieder steigender Inzidenzzahlen unter Kontrolle. Zeit für Gesundheitsministerin Daniela Behrens, eine erste Bilanz zu ziehen.

Hannover – Trotz aktuell steigender Infektionszahlen mit Corona beziehungsweise Covid-19 in Niedersachsen sind in der Vergangenheit viele Corona-Maßnahmen im Bundesland ausgelaufen. „Wir haben die Lage unter Kontrolle“, sagte Landesgesundheitsminister Daniela Behrens (SPD) am Dienstag während der vorerst letzten Pressekonferenz des Corona-Krisenstabs in Hannover. Dies mit Blick auf die Omikron-Variante des Coronavirus, die aktuell zwar viele Infektionen, aber eben kaum noch schwere Verläufe mit Covid-19 in Niedersachsen verursacht.

Corona in Niedersachsen: Hospitalisierungsinzidenz in Niedersachsen derzeit auf enorm niedrigen Stand

Ablesen lasse sich das Ganze an der Hospitalisierungsinzidenz mit Corona in Niedersachsen, die derzeit auf einem enorm niedrigen Stand sei. Laut Gesundheitsministerin Behrens befinden sich aktuell im ganzen Bundesland 110 Erwachsene auf den Intensivstationen mit der Diagnose Corona.

„Davon müssen 43 beatmetet werden, 3 der Patienten sind an der Ecmo (künstliche Lunge, Anm. d. Red.) angeschlossen“, so Behrens. Das seien deutlich weniger Patienten als in der Vergangenheit. Dabei hauptsächlich betroffen: ältere Menschen und Ungeimpfte. Trotzdem befinden sich in Niedersachsen aktuell vier Kinder mit Corona auf den Intensivstationen, immerhin eines davon muss sogar beatmet werden.

Das Problem in den Krankenhäusern sei aktuell die Personalsituation, führte Behrens weiter aus. Viele würden durch Quarantäne oder eben Isolation ausfallen, das sei ein Problem. Aber die eigentliche Lage in den Krankenhäusern sei momentan sehr gut beherrschbar.

Corona in Niedersachsen: Gute Lage führt Ministerin Behrens auf gute Impfquote zurück

Dass das Infektionsgeschehen so hoch ist, aber aktuell trotzdem gut unter Kontrolle ist, führte Ministerin Behrens auch auf die gute Impfquote mit den Vakzinen von Moderna, AstraZeneca, Biontech, Novavax und Valneva zurück. Denn die liegt in Niedersachsen deutlich über dem Bundesschnitt. „Die Impfung verhindert zwar keine Infektion, aber man ist gut vor einem schweren Verlauf geschützt“, warb Behrens während der Pressekonferenz erneut für eine Immunisierung gegen Covid-19.

Derzeit sind in Niedersachsen 78,5 Prozent der Bevölkerung mindestens einmal gegen das Coronavirus geimpft. Eine zweite Impfung haben bisher 77,8 Prozent aller Niedersachsen erhalten, geboostert sind laut den aktuellsten Zahlen immerhin 63,9 Prozent. Sorge bereitet der Ministerin die Quote der Erstimpfungen, die aktuell kaum noch ansteige. „Ungeimpfte werden leider kaum noch von uns erreicht“, so Behrens und betonte weiter: „Die wollen sich offensichtlich nicht impfen lassen!“

Ungeimpfte werden leider kaum noch von uns erreicht. Die wollen sich offensichtlich nicht impfen lassen!

Daniela Behrens (SPD), niedersächsische Gesundheitsministerin

Noch besser sieht die Impfquote bei den Älteren aus, die ohne Impfschutz sonst von einem schweren Verlauf bedroht sind. „Von den über 60-Jährigen sind aktuell 91 Prozent zweifach geimpft, eine Booster-Impfung haben bis jetzt 82 Prozent erhalten“, so Behrens. Auch dies sei ein ganz wesentlicher Grund, warum die Zahl der hospitalisierten Corona-Patienten so niedrig sei. In diesem Zusammenhang wies Behrens darauf hin, dass ab dem 1. Oktober 2022 in Deutschland nur noch als vollständig geimpft gilt, wer mindestens drei Impfungen, alternativ zwei Impfungen und eine Infektion, erhalten hat.

Corona in Niedersachsen: Landesregierung will über Sommerpause an vielen Corona-Regeln festhalten

Trotz der guten Lage, will die Landesregierung über die Sommerpause hinweg an vielen Corona-Regeln, die in der am Donnerstag, 28. April 2022, auslaufenden Verordnung festgeschrieben sind, festhalten. Dies auch aus dem Grund, weil man nicht weiß, was ab Herbst auf die Bevölkerung zu kommt. Mit Blick auf die Herkulesaufgabe aus dem vergangenen Herbst, als man in Niedersachsen relativ schnell drei Millionen Impfungen verabreicht hatte, will man sich nicht erneut in diese missliche Lage hinein manövrieren.

Dann braucht man im Herbst nicht wieder von null auf hundert zu gehen, denn Ministerin Behrens rechnet spätestens im Herbst damit, dass für alle Niedersächsinnen und Niedersachsen eine vierte Impfung gegen Covid-19 notwendig sein wird. Ob dann mit dem Impfstoff, der aktuell eigentlich nur gegen die Alpha-Variante des Virus gut schützt, aber die Omikron-Variante recht gut im Griff hält, oder mit einem angepassten, konnte Behrens noch nicht sagen.

Wenn am Donnerstag die neue Coronaverordnung für das Land Niedersachsen in Kraft tritt, wird sich diese also im Wesentlichen nicht von der aktuell geltenden Verordnung unterscheiden. Lediglich die Testpflicht in Kitas und Schulen wird ab 1. Mai ausgesetzt. Wie Behrens betonte, solle die Maskenpflicht in Bussen und Bahnen sowie in medizinischen Einrichtungen weiterhin verpflichtend gelten. Ebenfalls die Testpflicht in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen soll bestehen bleiben.

Corona in Niedersachsen: Anzahl der Bürgertests ist enorm rückläufig

Auch die Zahl der Corona-Tests ist in Niedersachsen rückläufig, wie Behrens am Dienstag in Hannover bekannt gab. „In der vergangenen Woche wurden 128.000 sogenannte Bürgertests gemacht, in der Woche davor waren es noch mehr als eine Million Tests“, so die Ministerin.

Dass es deutlich weniger Tests gibt, erklärte Behrens ebenfalls mit den in Kraft getretenen Lockerungen der Corona-Regeln in Niedersachsen. „Ein negativer Test ist für den Restaurantbesuch oder Freizeitbereiche wie Kinos, Fitnessstudios oder Veranstaltungen nicht mehr notwendig.“ Bedeutet: Wo nicht getestet wird, kann auch nichts gefunden werden. Allerdings könnte dies durch die Hausordnung geregelt werden, wie Behrens hin. Aktuell gibt es in ganz Niedersachsen 4300 Stellen für die kostenlosen Bürgertests.

Wie es mit der Quarantäne in Zukunft weitergehen soll, konnte Behrens noch nicht sagen während der Pressekonferenz. Dazu verwies sie auf die Gesundheitsministerkonferenz von Bund und Ländern, die am Donnerstag, 28. April 2022, stattfinden soll. Behrens erwartet, dass bis Donnerstag eine entsprechende Empfehlung des Robert-Koch-Instituts vorliege. Aktuell ist die Quarantänezeit auf 10 Tage festgelegt, nach sieben Tagen ist es möglich, sich aus der Corona-Quarantäne frei zu testen. Derzeit ist eine Verkürzung auf fünf Quarantäne-Tage in der Diskussion.

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