„Bin das schon gewohnt“
Grenze zu Bremerhaven: Anschlag auf norddeutschen Politiker?
Der 29-jährige Henrik Wärner macht für die CDU Wahlkampf in der norddeutschen Provinz. Doch Unbekannte scheinen ihm nach dem Leben zu trachten.
Schiffdorf – Feige Attacke in norddeutscher Idylle: In Schiffdorf, einem 14.000-Einwohner-Ort an der Grenze zu Bremerhaven eskaliert der Wahlkampf. Henrik Wärner, 29 Jahre alt, CDU, will hier Bürgermeister werden. Doch das scheint einigen nicht zu passen. Unbekannte sollen nun sogar einen Mordanschlag auf den CDU-Youngster geplant haben.
| Deutsche Politiker: | Henrik Wärner |
| Geboren: | 1992 in Bramel, Schiffdorf |
| Partei: | CDU |
| Ausbildung: | Studium Agrarwissenschaften in Göttingen |
Kreiszeitung.de sprach mit Wärner über den Vorfall am 30. Juli 2021: „Ich war gerade mit meinem Lastenrad in Schiffdorf unterwegs, wollte zu einer Wahlkampfveranstaltung. Da habe ich schon gemerkt, dass da was nicht stimmt.“ Das Rad sei extrem schwer zu treten gewesen. Wärner mühte sich trotzdem ab, um noch rechtzeitig zum Termin zu kommen.
Mordanschlag auf norddeutschen Politiker? „Da hat wohl wer was gegen Sie“
Nach der Veranstaltung steuerte er aber vorsichtshalber dann doch eine Fahrradwerkstatt an. „Dort sagte der Mechaniker zu mir: ‚Da hat wohl wer was gegen Sie‘.“ Die Schraubenmuttern am Hinterrad seien gelöst worden – auf beiden Seiten. „Eigentlich ausgeschlossen, dass das von alleine so passiert ist“, so Wärner. Seine Vermutung: Unbekannte hatten die Muttern gelöst.
Dann haben diese Leute gewonnen.
„Da hätte natürlich so einiges passieren können“, so Wärner. „Wort-Case-Szenario: Das Hinterrad verabschiedet sich, du fällst auf die Straße und dann kommt ein Lastwagen angefahren.“
Einschüchtern lassen will sich der junge Politiker davon aber nicht: „Dann haben diese Leute gewonnen.“ Den Vorfall habe er noch am selben Tag bei der Polizei angezeigt.
CDU-Youngster im Visier: Im Dönerladen mit Messer bedroht
Er sei so etwas bereits gewohnt, sagt Wärner. „Blumenkästen, die neben mir einschlagen, ein Maskierter, der mich im Dönerladen mit einem Messer bedroht.“
Auch die Attacken in Schiffdorf hätten nicht aufgehört, wenn auch nicht ganz so extrem. Immer wieder würden Plakate von ihm runtergerissen, mit Beleidigungen beschmiert werden. „Dann stehen dort so Sachen, wie ‚Renter-Partei‘ unter einem Foto von mir“, so Wärner. Auch ein „Hitler-Bärtchen“ hätten sie ihm schon unter die Nase gemalt.
CDU-Politiker in Schiffdorf attackiert: „Ich vermute die Täter in der linken Szene“
Was die Leute gegen ihn hätten? „Ich vermute die Täter in der linken Szene, denen bin ich wohl zu konservativ.“
Wärner will weitermachen, auf seinem Lastenrad noch zu vielen Terminen fahren. Am 12. September ist Wahl. * kreiszeitung.de und 24hamburg.de sind Angebote von IPPEN-MEDIA.