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Mücken-Terror in Niedersachsen und Bremen: „Optimale Brutbedingungen“

Mücken gehören zum Sommer wie Eiscreme und Sonne. Doch in diesem Jahr scheinen sie besonders zahlreich und lästig zu sein. Alles nur Einbildung?

Hannover/Bremen – Sie sind lästig, sie sind viele – und sie lieben es, unser Blut zu trinken: Mücken. Pünktlich zur Dämmerung sind sie da, um den netten Abend am See noch in ein Nerv-Fest zu verwandeln. Und obwohl sie zum Sommer gehören wie Eiscreme und Sonne scheinen sie in diesem Jahr besonders zahlreich und lästig zu sein.

Für den Menschen nervig, für die Umwelt nützlich: Mücken.

Nicht selten tauchen sie in großen schwarzen Schwärmen auf, bereit, einen auszusaugen. Wer auch nur kurz lüftet, hat zig von ihnen im Haus. Doch ist es in diesem Jahr tatsächlich schlimmer als in den vergangenen? Renée Gerber vom Naturschutzbund (Nabu) Niedersachen kennt die Antwort.

Mücken-Terror in Niedersachsen und Bremen: „Optimale Brutbedingungen“

„Tatsächlich stellten die Wetterbedingungen der letzten Wochen optimale Brutbedingungen für Mücken dar“, so Gerber. Statt Sonne satt gab es vor allem im Norden viel Regen. Das Wetter in Niedersachsen zeigte sich mal sonnig, meistens aber nass. Dabei gingen die Temperaturen allerdings nie so weit runter, dass es tatsächlich kalt wurde. Durch viel Regen würden sich kleine Stillgewässer wie Pfützen oder Tümpel bilden. „Dort legen die weiblichen Mücken ihre Eier an der Wasseroberfläche ab.“

Kommt es dann zu hohen Temperaturen und sogar noch guter Nahrungsverfügbarkeit, verläuft die Larvenentwicklung noch schneller, „denn Stechmücken brauchen sommerliche Temperaturen und Wasser für bestmögliche Fortpflanzungsbedingungen“, so Gerber. Ein erhöhtes Mückenaufkommen sei also durchaus möglich.

Mücken-Terror in Niedersachsen und Bremen: So schützen Sie sich vor den Plagegeistern

Zudem gebe es einige Möglichkeiten, sich vor ihnen zu schützen: entweder lange Kleidung im Freien oder Fliegengitter an den Fenstern. „Auch die richtige Balkon- oder Gartenbepflanzung kann Stechmücken vertreiben“, weiß Tier-Experte Gerber. So würden Mücken den Geruch von Lavendel, Tomate, Basilikum und Zitronenmelisse nicht mögen.

Auch Kerzen oder Öle aus Zitrusfrüchten, Gewürzen oder Lavendel würden sich eignen. Und: „Von unserem (schwitzigen) Geruch und dem Kohlendioxid-Ausstoß beim Atmen werden Mücken wiederum angezogen. Duschen vor dem Schlafengehen, am besten mit zitrushaltigen Duschutensilien ist daher eine weitere sinnvolle Schutzmaßnahme“, so Gerber.

Sich die natürlichen Fressfeinde von Mücken in den Garten holen, sei ebenfalls eine Möglichkeit, um sie fernzuhalten. Gerber: „Ein Gartenteich gibt Amphibien, Libellen und anderen Insekten ein Zuhause, für die Mücken auf dem Speiseplan stehen.“

Mücken seien als ein wichtiger Teil der Nahrungskette

Trotzdem erfüllten Mücken einen großen Nutzen fürs Ökosystem, sagt Gerber: „Als Bestäuber von Pflanzen und Blumen oder Nahrungsmittel für andere Tiere, wie Vögel, Fledermäuse, Amphibien oder auch Fische, die ohne sie Schwierigkeiten hätten zu überleben“ Mücken seien also ein wichtiger Teil der Nahrungskette.

Rubriklistenbild: © A. Sommer/Imago

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