Nach mehreren Fehl-Tötungen

Weiterer Wolf aus niedersächsischem Problem-Rudel erschossen

Illustration zu Wölfe in Hessen
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In Niedersachsen wurden mehrere Wölfe zum Abschuss freigegeben. Das Töten von Elterntieren soll verhindern, dass diese Taktiken zum Erlegen von Nutztieren an ihre Jungen weitergeben. (Symbolfoto)

Jäger haben ein weiteres Mitglied eines Problem-Rudels in Niedersachsen abgeschossen. Die Wölfe sollen für mehrere Tier-Risse in der Region verantwortlich sein.

Amt Neuhaus – Abschuss geglückt: Nach Angaben des niedersächsischen Umweltministeriums haben Jäger einen weiteren Wolf eines bekannten Problem-Rudels im Landkreis Lüneburg erschossen. Dieses soll seit 2017 für zahlreiche Tier-Risse in der Region verantwortlich sein.

Tiere:Wolf
Höhe:80 – 85 cm (Erwachsener, Schulterhöhe)
Länge:1 – 1,6 m (Erwachsener)
Geschwindigkeit:50 – 60 km/h (Rennend)
Erhaltungszustand:Ungefährdet (Stabil
Lebenserwartung:16 Jahre (In Gefangenschaft), 14 Jahre (In der Wildnis)

„Aus den DNA-Analysen und den vorgefundenen Rissbildern geht hervor, dass unter anderem die beiden Elterntiere des Rudels, der Rüde ‚GW1532m‘ und die Fähe ‚GW872f‘ an den Rissereignissen beteiligt waren“, hieß es. Für die beiden gilt daher eine Abschussgenehmigung, die noch bis Ende März Bestand hat. Eine Aufnahme in das Jagdrecht sehen Experten nicht als Lösung.

Wölfe in Niedersachsen getötet: Grüne kritisieren Fehlschüsse

Der Abschuss eines Wolfes am 8. Januar habe nicht den gewünschten Erfolg gebracht, hieß es. Nutztiere seien trotzdem weiter gerissen worden, auch weil Wölfe immer wieder Herdenschutz-Einrichtungen überwunden hätten. Bei dem erlegten Tier habe es sich um ein Weibchen gehandelt, das nicht an den Rissen beteiligt gewesen war.

Die Grünen hatten den Fehlschuss kritisiert, auch weil es sich bereits um den fünften in Folge gehandelt habe. „Wir fordern ein sofortiges Moratorium für die irrlichternde Wolfsjagd von Umweltminister Lies“, sagte der naturschutzpolitische Sprecher der Grünen Christian Meyer damals. Er hoffe, dass die EU die Abschusspraxis von Wölfen in Niedersachsen überprüfen werde.

Wölfe in Niedersachsen: Problemtiere schwierig zu identifizieren

Das Umweltministerium in Niedersachsen gab zu, dass eine sichere Identifizierung von Wölfen nicht zweifelsfrei möglich sei. Werde irrtümlich ein anderer als der zum Abschuss freigegebene Wolf getötet, sei dies aber gesetzlich abgedeckt, so das Umweltministerium.

Auch bei dem jetzigen getöteten Wolf sei unklar, ob es sich um eines der gesuchten Problem-Tiere handele. Eine genetische Untersuchung zur Identifizierung des Tieres soll Klarheit bringen, der erlegte Wolf im Leibniz Institut für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin obduziert werden. Das Ergebnis werde innerhalb der kommenden zwei Wochen erwartet.

Wolfsland Niedersachsen: Immer wieder Begegnungen mit Menschen und Risse

Immer wieder kommt es in Niedersachsen zu Wolfsrissen. Ein besonders schwerer Fall ereignete sich im Landkreis Osterholz, dort tötete ein Wolf 25 Schafe. Ein Wolfsberater schmiss deslhalb hin. Auch im Landkreis Oldenburg scheinen die Wolfsberater bald ausgedient zu haben.

Der Umgang mit dem Wolf ist in Niedersachsen ein Dauerthema: Menschen berichten von direkten Begegnungen. Auch ein Biologe warnte bereits: Der Wolf könnte Menschen auch in Niedersachsen töten. Wie sich Reiter vor Wolfsangriffen schützen können, hat kreiszeitung.de bereits zusammengefasst. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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