Rohstoffknappheit durch Corona-Pandemie
Baupreise in Niedersachsen schießen in die Höhe
Wer in Niedersachen bauen will, muss derzeit tief in die Tasche greifen. Die Preise steigen in der Corona-Pandemie überdurchschnittlich.
Weltweit steigen die Preise für Bau-Rohstoffe an, auch Niedersachsen ist davon betroffen. Die Materialknappheit ist an allen Ecken und Enden spürbar. Laut einer Umfrage von der Stuttgarter Beratungsgesellschaft Horvath von Anfang Juli glauben die meisten nicht daran, dass sich der Markt bald erholt.
Ein Ende der steigenden Preise ist nicht in Sicht. Der Preiskampf auf dem europäischen Markt um beliebte Rohstoffe wie Holz, Gas oder Stahl sowie Kunststoff oder Methanol könnte sich möglicherweise noch weiter zuspitzen.
Baupreise steigen: Hohe Nachfrage und gestörte Lieferketten in der Corona-Pandemie tragen die Verantwortung
Gründe für die hohen Rohstoffpreise sind leere Lager und eine eingeschränkte Angebotslandschaft. Das alles sind Nachwirkungen und Entwicklungen der Corona-Pandemie. Diese hatte zur Folge, dass internationale Lieferketten massiv gestört worden waren und nur langsam wieder in Gang kamen. Die hohe Nachfrage trägt ebenfalls zur Preisentwicklung bei.
Seit November 2020 schießen die Preise exponentiell in die Höhe. Besonders heftig zeigt sich die Entwicklung bei der Instandhaltung von Wohngebäuden. „Der private Wohnungsbau ist von den teuren Preisen am stärksten betroffen“, erklärt Ina Günterberg, Teamleitung für Preise beim Landesamt für Statistik in Niedersachsen (LSN) im Interview mit kreiszeitung.de.
Kosten für Holzarbeiten und Materialbauten schießen exponentiell in die Höhe
Speziell bei Holzarbeiten sind die Materialien knapp und deshalb teurer geworden. Die Preissteigerung bei Zimmer- und Holzbauarbeiten im Bereich der Instandhaltung liegt im Vergleich zum Vorjahr bei 55,3 Prozent. Das betreffe etwa Sanierungsarbeiten: „Wenn beispielsweise der Dachstuhl erneuert werden muss“, sagt die Mitarbeiterin des LSN.
Im Vergleich zum Vorjahresmonat sind auch die Preise für Benzin und Getreide deutlich gestiegen. Die Auswirkungen auf Bauen und Tanken sind immens. Anzunehmen ist, dass sich die Preisentwicklung auch weiter auf die Immobilienpreise auswirkt. Diese steigen schon seit Jahren.
| Bereich Veränd. z. Vorjahresmonat in % | preisliche Veränderung zum Vorjahresmonat (in Prozent) |
| Zimmer- und Holzbauarbeiten | 55,3 |
| Betonwerksteinarbeiten | 13,4 |
| Gebäudeautomation | 10,6 |
| Trockenbauarbeiten | 9,6 |
| Entwässerungskanalarbeiten | 9,3 |
Aktueller Stand: Mai 2021
Quelle: Landesamt für Statistik Niedersachsen (LSN)
Holzpreise werden alle zwei oder drei Tage nach oben korrigiert
Besonders beim Rohstoff Holz steigen die Preise extrem. Im Vergleich zum September 2020 ist Holz mittlerweile doppelt so teuer. „Alle zwei bis drei Tage werden die Rohstoffpreise nach oben angepasst. Den Trend geben Nordamerika und China vor, wo die Preise bereits um ein Drittel höher sind als in Europa“, erklärt der Horvath-Pricing-Experte Danilo Zatta gegenüber dem Handelsblatt.
Auch dem Land Niedersachsen macht die Krise nach wie vor zu schaffen. Kürzlich hat die Landesregierung ihre Sparmaßnahmen im Haushaltsentwurf vorgestellt. Daran trägt auch die weltweite Rohstoffknappheit ihre Schuld. * kreiszeitung.de ist Angebot von IPPEN.MEDIA.
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