Zweiter Booster
Niedersachsen plant vierte Corona-Impfung für alle
Die Infektionszahlen sinken und zahlreiche Corona-Maßnahmen wurden gelockert. Jetzt plant Niedersachsen eine vierte Corona-Impfung.
Hannover – Eine vierte Corona-Impfung für alle – das will nun das Land Niedersachsen vorbereiten. Wer möchte, kann sich nach dem Sommer ein weiteres Mal gegen Corona impfen lassen. Das kündigte die Vize-Chefin des Corona-Krisenstabs, Claudia Schröder, am Mittwoch, 20. April 2022, in der Landespressekonferenz an.
Dafür will das Land auch weiter auf mobile Impfteams setzen. Zusammen mit den niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten könnten diese dann die vierte Corona-Impfung setzen – und den Immunschutz der Menschen auffrischen.
Niedersachsen bereitet vierte Corona-Impfung für alle vor
Derzeit sei eine zweite Auffrischungs-Impfung, ein Corona-Boost, nur für Menschen ab 70 Jahren, Bewohnerinnen und Bewohner sowie Betreute in Pflege-Einrichtungen, Menschen mit Immunschwäche ab fünf Jahren sowie Angestellte in medizinischen Einrichtungen und Pflegeeinrichtungen sinnvoll.
Laut Experten sei eine zweite Auffrischungsimpfung für die Bürgerinnen und Bürger, die von der Stiko-Empfehlung nicht umfasst sind, derzeit nicht notwendig. „Die meisten Menschen, die bereits drei Impfungen erhalten haben, verfügen über eine gute Grundimmunität gegen das Virus, die sie bei der derzeit vorherrschenden Omikron-Variante zuverlässig vor schweren Krankheitsverläufen schützt“, sagte ein Sprecher des niedersächsischen Gesundheitsministeriums am Mittwoch.
Vierte Corona-Impfung in Niedersachsen geplant: Lauterbach warnt vor „Killervariante“
Doch dies könnte sich bis zum Herbst ändern, sollten neue Virusvarianten auftauchen. Auch Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach sprach unlängst von einer Omikron-“Killervariante“, die „so tödlich wie Delta“ sein könnte. Experten sind derweil wegen der neuen Corona-Varianten BA4 und BA5 in Sorge.
Unklar sei laut Claudia Schröder, ob in dem Falle dann ein an Omikron angepasster Impfstoff zum Einsatz käme oder der bisherige. Impfstoffhersteller hatten Ende vergangenen Jahres angekündigt, angepasste Vakzine im Frühjahr bereitstellen zu können. Doch wie Schröder auf der Pressekonferenz sagte, sei es noch schwieriger, diesen zu entwickeln.
Mit einem an die Omikron-Variante angepassten Impfstoff rechnet die Bundesregierung ab Herbst. Rund 100.000 Menschen hätten mittlerweile eine vierte Corona-Impfung mit dem aktuellen Impfstoff in Niedersachsen bekommen. Er wurde vor allem älteren und vorerkrankten Menschen gespritzt.
Corona in Niedersachsen: Das ist die Lage
Die Corona-Inzidenz in Niedersachsen ist nach den Osterfeiertagen weiter gesunken. So lag die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen am Mittwoch nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) bei 899,0. An Karfreitag betrug der Wert 1410,7 und spiegelte auch den Stand von Gründonnerstag wider.
Über die Osterfeiertage wurden vom Land keine Daten an das RKI übermittelt, erst die am Mittwoch veröffentlichten Werte berücksichtigen alle Meldefälle der vergangenen Tage. Dabei ist laut dem Landesgesundheitsamt allerdings zu beachten, dass es über die Feiertage weniger Arztkontakte und weniger Laboruntersuchungen gab. Die Zahl der Covid-19-Fälle nahm in Niedersachsen um 37.987 zu und erreichte zuletzt 1.999.592. Die Zahl der Toten im Zusammenhang mit dem Coronavirus stieg um 42 auf 8503.
In diesen Landkreisen in Niedersachsen ist das Corona-Infektionsgeschehen besonders hoch
Auch die Hospitalisierungsinzidenz sank auf 10,9. Sie gibt an, wie viele Menschen innerhalb von sieben Tagen pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner mit Covid-19 ins Krankenhaus eingewiesen wurden und gilt als maßgeblich bei der Bewertung des Infektionsgeschehens. Ende vergangener Woche lag der Wert bei 13,9. Die Auslastung der Intensivbetten in Niedersachsen ging ebenfalls auf 4,7 Prozent zurück; der zuletzt vom Land gemeldete Wert lag bei 5,6.
Die höchste Sieben-Tage-Inzidenz in Niedersachsen wurde am Mittwoch, 20. April 2022, mit 1549,8 im Landkreis Grafschaft Bentheim registriert, gefolgt von den Landkreisen Cloppenburg (1528,7) und Ammerland (1386,5). Die niedrigsten Werte meldeten der Landkreis Rotenburg/Wümme (439,6) und die Stadt Wolfsburg (382,8). (Mit dpa-Material) * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.