Pandemie

Omikron-Subtyp BA.2: Top-Experten schätzen Corona-Variante ein

In Skandinavien ist die neue Corona-Untervariante des Omikron-Subtyp BA.2 auf dem Vormarsch. Auch in Deutschland wurde sie bereits entdeckt. Was dazu bekannt ist.

Berlin – Während in Deutschland, Niedersachsen und Bremen noch die bekannte Corona-Variante von Omikron BA.1 breitmacht, ist der Omikron-Subtyp BA.2* in Dänemark bereits auf dem Vormarsch. Damit breitet sich möglicherweise ein noch leichter übertragbarer Omikron-Subtyp in einigen Ländern zügig aus – doch noch sind viele Fragen zum Omikron-Subtyp BA.2 offen. Dieser sei „fraglos schon überall vorhanden, in unterschiedlichem Ausmaß“, sagte der Bremer Epidemiologe Hajo Zeeb der Deutschen Presse-Agentur.

Virus:Coronavirus
Name:COVID-19
Krankheitserreger:SARS-CoV-2
Erster bekannter Fall:1. Dezember 2019
Neuentdeckte Corona-Untervariante von OmikronSubtyp BA.2

Bislang dominiert nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) in Deutschland der Omikron-Subtyp BA.1, BA.2 gibt es zwar schon, aber bis jetzt nur in geringem Umfang. Auch die Datenlage ist laut Experten dazu noch zu dünn, fehlen doch Hinweise zur Übertragung und zur Schwere der Krankheit von BA.2. Ebenfalls ist nicht bekannt, ob diese Coronavariante den vorhandenen Immun- beziehungsweise Impfschutz umgehen kann.

Corona-Expertin Ciesek über Corona-Untervariante Omikron-Subtyp BA.2: Nachweise in Deutschland und Nachbarländern

Deutschland, die Nachbarländer Frankreich und Österreich sowie eine Reihe weiterer Länder haben die neue Corona-Untervariante vom Subtyp von Omikron bereits nachgewiesen. In Dänemark, wo der Omikron-Subtyp BA.2 auf dem Vormarsch* ist, ist die Mutation nach Angaben des staatlichen Gesundheitsinstitutes SSI mittlerweile für rund die Hälfte aller Corona-Fälle verantwortlich.

„Weil man in verschiedenen Ländern beobachten kann, dass der Anteil an BA.2 zunimmt, wird vermutet, dass BA.2 einen Vorteil in der Übertragbarkeit gegenüber BA.1 hat“, sagte Sandra Ciesek, Direktorin des Instituts für Medizinische Virologie an der Frankfurter Uniklinik. Auch nach Ansicht des Biophysikers Richard Neher von der Universität Basel liegt diese Vermutung nahe. Doch noch fehlen wissenschaftliche Belege.

Die Corona-Untervariante vom Omikron-Subtyp BA.2 wurde bereits 38 Mal in Deutschland nachgewiesen. In Dänemark könnte sie bald die dominierende Variante sein. (Symbolbild)

So könne neben einer höheren Übertragbarkeit auch eine stärkere Immunflucht dazu führen, dass sich immer mehr Menschen mit BA.2 infizierten, erklärte Ciesek. Immunflucht bedeutet, dass eine durchgemachte Infektion oder eine Impfung weniger gut vor dem Erreger schützen.

Omikron-Subtyp BA.2: erste Einschätzung lassen milden Krankheitsverlauf erwarten

„Sehr frühe Beobachtungen aus Dänemark legen nahe, dass zwischen BA.1 und BA.2 im milden Krankheitsverlauf kein großer Unterschied zu sein scheint.“ Allerdings fehlten auch hier noch verlässliche klinische Daten. Eines ist laut Virusvarianten-Experte Neher hingegen sicher: Der Vorteil, den BA.2 über BA.1 hat, ist kleiner als der von Omikron über Delta.

Wo der Subtyp genau herkommt, ist den Experten zufolge ungewiss. Neu ist er nicht. So konnte BA.2 schon kurz nach dem Auftreten von Omikron nachgewiesen werden. Der Subtyp ist eine „Schwesterlinie“ von BA.1 – beide sind Omikron-Untervarianten, und es ist nicht etwa eine aus der anderen entstanden. Auch wenn die beiden Varianten BA.1 und BA.2 weitgehend identisch sind, weisen sie unterschiedliche Mutationen auf.

Corona-Untervariante Omikron-Subtyp: Unterscheidung zwischen BA.1, BA.2 und Delta schwierig

Ein weiterer wichtiger Unterschied: BA.2 fehlt eine Mutation, die bei bestimmten PCR-Tests zunächst für eine Unterscheidung von Omikron und Delta herangezogen wurde. „BA.2 wurde deshalb anfangs fälschlicherweise als ,Tarnkappen-Mutation‘ beschrieben, weil diese Variante sich nicht von Delta in dieser Mutation unterscheidet“, erklärte Virologin Ciesek. In der Regel würden jedoch entweder mehrere verschiedene Mutations-PCRs durchgeführt oder das Genom sequenziert, sodass Labore durchaus zwischen BA.1, BA.2 oder Delta unterscheiden könnten.

So wurde hierzulande in der ersten Januarwoche laut dem aktuellsten RKI-Wochenbericht BA.1 in einer Stichprobe 1568 Mal nachgewiesen werden, während BA.2 lediglich 38 Mal auftauchte. (Mit Material der dpa) * kreiszeitung.de, 24hamburg.de und hna.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Uwe Anspach/dpa

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