Namensgebung unbekannt

Schlaflos in Jerusalem: Mehr als ein Dorf in Niedersachsen

Das niedersächsische Jerusalem ist mehr als ein Dorf mit berühmten Namen. Mit Musik und einer Sportgeschichte hat es seinen eigenen Charakter.

Jerusalem – Die Hauptstadt von Israel heißt Jerusalem. Sie ist die heilige Stadt für Juden, Christen und Muslime. Jerusalem ist auch ein Bezirk in Israel und das Königreich Jerusalem war ein Kreuzfahrerstaat im 12. und 13. Jahrhundert. Wer Jerusalem besuchen möchte, kann natürlich nach Israel fliegen. Es geht aber auch deutlich schneller mit dem Auto, denn Jerusalem gibt es auch in Niedersachsen.

Sportlich ist Jerusalem zumindest deutschlandweit bekannt. Mit rund 750 Siegen gehörte Elfi Schnakenberg zu den erfolgreichsten Galopp- und Hindernistrainerinnen. Inzwischen hat ihr Sohn Oliver Schnakenberg den Reitersattel an den Nagel gehängt und trainiert die Pferde.

Schlaflos in Jerusalem: Mehr als ein Dorf in Niedersachsen

Jerusalem gehört zu Holtum-Marsch in der Gemeinde Blender (Landkreis Verden). Auch wenn es dort nicht viel gibt, so traten dort schon Showgrößen der Schlagerszene auf. Zum 50-jährigen Bestehen des Schützenvereins Holtum-Marsch (2010) hieß es „Schlaflos in Jerusalem“. Auf der Bühne standen Schlagerikone Berhard Brink und DSDS-Teilnehmer „Der Checker“ alias Thomas Karaoglan. Mitte der 70er-Jahre traten währende des Schützenfestes die Les Humphries Singers auf. Einer der Mitglieder war Jürgen Drews. Es folgten große „Tanz in den Mai“-Events mit der damals angesagten Top-40-Band Albatross.

Warum das niedersächsische Jerusalem so heißt, darüber gibt es mehr als eine Theorie. Mitte des 19. Jahrhunderts soll unter Landwirten die Redewendung „Dor wullt du hen, dat is jo halv no Jerusalem“ entstanden sein. Hintergrund sollen damals die schlechten Wege und die Entfernungen zwischen den Höfen und den Wiesen gewesen sein.

Diese Ortsnamen locken Diebe. Das richtige Ortsschild können wir Ihnen nicht zeigen, denn das ist ja weg. Die Gemeinde sinnt angesichts einer Vielzahl von verschwundenen Schildern auf Abhilfe.

Eine andere Erklärung kommt aus Nordeuropa. Das heutige Jerusalem sollen Wikinger besucht haben. Um die Bevölkerung zu warnen, schufen die Einwohner einen Schreiplatz, einen Jerhusen. Im Lauf der Jahrhunderte wandelte sich das Jerhusen zu Jerusalem. Einig sind sich die Chronisten, dass das niedersächsische Jerusalem nichts mit der Stadt in Israel zu tun hat.

Orte mit solchen speziellen Orts-Namen locken auch Diebe an. Das Ortsschild ist eine begehrte Trophäe. Für jedes fehlende Schild muss die Gemeinde aus Steuergeldern ein neues kaufen.

Rubriklistenbild: © Foto: hhw/sp

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