„Möchten den Bürgern die Sorge nehmen“
Serengeti-Park: Inhaber verteidigt umstrittenen Airbus-Transport
Der Serengeti-Park hat sich einen ausrangierten Flieger der Bundeswehr gekauft. Der Transport des Airbus führt zu Diskussionen. Park-Betreiber bezieht Stellung.
Hodenhagen – Mit solchen Diskussionen hat Fabrizio Sepe definitiv nicht gerechnet. Der Betreiber des Serengeti-Park im niedersächsischen Hodenhagen hat sich eine Airbus A310, die bereits für die Bundeswehr im Einsatz war, gekauft. Das Flugzeug soll als Restaurant genutzt werden. Dem Transport der Flugmaschine könnten jedoch zahlreiche Bäume zum Opfer fallen. Es kommt zum Streit.
| Tier- und Freizeitpark: | Serengeti Park Hodenhagen |
| Adresse: | Am Safaripark 1, 29693 Hodenhagen |
| Telefon: | 05164 97990 |
| Exponate: | Elfenbeintal, Afrikanischer Dschungel u.v.m. |
| Außergewöhnliche Tiere: | Bou Bou, Vanessa, Umtali, Charly, Nelly, Paul, Veri, Mally, Tonga |
| Anzahl der Tiere: | 1.500 |
| Fläche: | 200 ha |
| Eröffnet: | 1974 |
Serengeti-Park: Inhaber kauft Airbus A310 der Bundeswehr – doch möglicher Transport führt zu Streit
Noch ist keine Entscheidung gefallen. Der geplante Transport des Bundeswehr-Airbus in den Serengeti-Park Hodenhagen befindet sich weiterhin in der Schwebe. Naturschützer befürchten, dass wegen des Transports zahlreiche Bäume beschnitten und gefällt werden müssen. Helge Zychlinski (SPD), Bürgermeister der Gemeinde Wedemark, hatte bereits Landesverkehrsminister Bernd Althusmann per Brief kontaktiert.
Die Forderung Zychlinskis: Stoppt das Projekt, um Schäden in der Natur zu verhindern. Um keinen Stillstand in der Diskussion aufkommen zu lassen, haben sich Vertreter der beteiligten Behörden und betroffenen Gemeinden am Donnerstag, 23. September 2021, auf Einladung des Serengeti-Parks zu einem rund zweieinhalbstündigen Gespräch getroffen.
„Wir gehen mit einem positiven Gefühl aus dem Gespräch heraus“, heißt es von Tierpark-Sprecherin Asta Knoth gegenüber der dpa. Im Rahmen dieses Gesprächs habe der zuständige Transporteur eine Simulation des etwa 50 Kilometer langen Weges vom Flughafen Hannover bis Hodenhagen vorgestellt.
„Die Sorge um die Alleen möchten wir den Bürgern auch nehmen“: Tierpark-Chef verteidigt sein Vorhaben
Fabrizio Sepe geht indes davon aus, dass der Airbus frei von jeglichem Kahlschlag zu transportieren sei. Der Inhaber des Serengeti-Park sagte gegenüber der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“, dass für den Transport keine Bäume gefällt werden müssten. „Im Heidekreis gibt es eine Stelle, an der zwei bis maximal sechs wild gewachsene Jungbäume, die nah am Straßenrand stehen, leider gefällt werden müssen“, heißt es von Sepe.
„Die Sorge um die Alleen möchten wir den Bürgern auch nehmen. Der Flieger wird in ein Gerüst gepackt, sodass er unter den Bäumen entlanggezogen werden kann und die Äste über ihn wegrutschen, ohne dass dort ein Kahlschlag entsteht“, verteidigt der Betreiber des Serengeti-Park sein Vorhaben.
Airbus A310 soll auf mehreren Transporten in den Serengeti-Park gebracht werden
Der Transporter würde nämlich so langsam fahren, dass große Äste angehoben und gestützt werden könnten. Letztendlich, so der Plan von Fabrizio Sepe, sollen Rumpf, Flügel und Triebwerke auf mehreren Transporten in den Serengeti-Park gebracht werden. Zuletzt hatte der Bundeswehr-Airbus A310 afghanische Ortskräfte und Angehörige nach Hannover gebracht.
Der ausrangierte Flieger weist ein Leergewicht von 79 Tonnen, eine Länge von knapp 47 Metern sowie einen Rumpfdurchmesser von 5,64 Metern auf. Der Transport kann also getrost als „Mammut-Projekt“ bezeichnet werden. Ob zeitnah Klarheit hinsichtlich dieses Vorhabens herrscht? Das bleibt ungewiss.
Transport des Airbus A310: Stadt Langenhagen und Untere Naturschutzbehörde sollen entscheiden
Denn Minister Althusmann hatte in seinem Brief an den Bürgermeister der Wedemark darauf verwiesen, dass für das straßenverkehrsrechtliche Erlaubnisverfahren nicht sein Haus, sondern die Stadt Langenhagen zuständig sei. Zudem sei die Untere Naturschutzbehörde der Region Hannover zuständig – da ein Landschaftsschutzgebiet betroffen ist.
Derzeit würde das Genehmigungsverfahren für den Schwertransport noch laufen, teilt die Stadt Langenhagen mit. „Vorerst müssen die zuständigen Behörden entlang des Transportweges angehört werden“, heißt es vonseiten der Stadtverwaltung. Und: „Deren jeweilige Stellungnahmen werden dann Bestandteil des Genehmigungsverfahrens und unserer Entscheidung.“ * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.