50 Mediziner im Fokus
Corona-Leugner: Ermittlungen gegen Ärzte aus Niedersachsen
Weil sie Corona geleugnet und falsche Informationen zu Impfungen verbreitet haben sollen, ermittelt die Ärztekammer Niedersachsen nun gegen mehrere Mediziner.
Hannover – Verbreitung von Falschinformationen und Ausstellen falscher Atteste: Die Ärztekammer Niedersachsen ermittelt derzeit gegen knapp 50 ihrer 43.000 Mitglieder im Zusammenhang mit Corona-Leugnungen. Das teilte nun ein Sprecher mit. Demnach will der Verband arbeitsrechtliche Schritte in Betracht ziehen.
So sorgte etwa der Fall einer Ärztin aus Duderstadt im Landkreis Göttingen für Aufsehen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen die Frau wegen des Verdachts auf Ausstellung falscher Corona-Atteste in mehreren Fällen. Die Ärztin soll Kindern zudem bescheinigt haben, dass sie von sämtlichen von der Ständigen Impfkommission empfohlenen Impfungen freizustellen seien.
Corona geleugnet: Ermittlungen gegen Ärzte aus Niedersachsen
Der Niedersächsische Zweckverband zur Approbationserteilung (Nizza) wollte sich nicht zu den Vorwürfen gegen die Ärztin äußern. Dieser ist für die Erteilung und den Widerruf von Approbationen und Berufserlaubnissen zuständig. Die Approbation ist die staatliche Zulassung als Arzt oder Ärztin. Ein Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen sagte, es gebe einzelne Fälle, in denen Ärzte und Ärztinnen von der Schulmedizin und den empfohlenen Impfungen abweichen. Es würden dann jeweils im Einzelfall rechtliche Schritte geprüft.
Derweil liegt die Sieben-Tage-Inzidenz in Niedersachsen nahezu in allen Kreisen bei über 100. Der Hospitalisierungswert bei über 6 am Sonntag, 28. November 2021 – und das bereits seit vier Werktagen in Folge. Es wird über Impfpflicht und Lockdown diskutiert. Die neue Corona-Verordnung in Niedersachsen sieht drastische Verschärfungen vor. (Mit dpa-Material) * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.