Skandal-Truppe

Holocaust-Leugnung: Ermittlungen gegen Bundeswehr-Soldaten aus Niedersachsen

Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Bundeswehr-Soldaten aus Niedersachsen. Es geht unter anderem um Volksverhetzung und Holocaust-Leugnung.

Munster – Die Lüneburger Staatsanwaltschaft hat Ermittlungsverfahren gegen drei Soldaten aus Munster in Niedersachsen eingeleitet. Die Männer waren bei einer Nato-Mission in Litauen durch Fehlverhalten aufgefallen. Zwei Verfahren beziehen sich auf Volksverhetzung, ausländerfeindliche und antisemitische Äußerungen sowie Holocaust-Leugnung, bestätigte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft in der Hansestadt.

Kleinstadt in Niedersachsen:Munster
Fläche:193,4 km²
Bevölkerung:16.564 (31. Dez. 2008)
Bürgermeister:Ulf-Marcus Grube (CDU)

Ein Verfahren sei wegen des Verdachts der versuchten Unterdrückung von Beschwerden und eines Vorfalls von 2020 wegen des Verdachts der entwürdigenden Behandlung von Untergebenen eingeleitet worden. Die Bundeswehr hatte nach Bekanntwerden der Vorfälle den Panzergrenadierzug abgezogen.

Ermittlungen gegen Bundeswehr-Soldaten aus Niedersachsen: Zwei Armee-Angehörige bereits entlassen

Wegen eines „Geburtstagsständchens“ für Adolf Hitler seien die Ermittlungen eingestellt worden, weil es weder öffentlich noch in einer Versammlung dargebracht worden sei. Auch der Vorwurf sexueller Nötigung gegen einen Soldaten sei fallengelassen worden.

Gegen Soldaten aus Munster wurde ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. (Symbolfoto)

Die Bundeswehr hatte nach den Vorfällen zwei Soldaten vorzeitig entlassen. Einfache disziplinarische Maßnahmen seien bei zweien verhängt worden, bei dreien hätten sich die Vorwürfe nicht bestätigt, sagte ein Sprecher des Heeres in Munster. Fünf Vorermittlungen zu gerichtlichen Verfahren des Wehrdisziplinaranwalts liefen noch.

Rechtsradikale und antisemitische Lieder gesungen: Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer verurteilte Taten scharf

Der „Spiegel“ hatte berichtet, dass bei einer Party Ende April vergangenen Jahres in einem Hotel rechtsradikale und antisemitische Lieder gesungen worden sein sollen. Von einem mutmaßlichen sexuellen Übergriff gebe es Filmaufnahmen. Die Skandal-Truppe aus Munster musste daraufhin Litauen verlassen.

Die ehemalige Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) hatte die Taten scharf verurteilt. Lars Klingbeil, mittlerweile SPD-Chef, hatte nach Bekanntwerdens des Skandals um den guten Ruf der Bundeswehr im Ausland gefürchtet. (Mit dpa-Material) * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Rolf Vennenbernd/dpa

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