Mentale Gesundheit
Statt Burnout: So lässt sich Stress im Job vermeiden
Noch besser, noch schneller, noch öfter. Im beruflichen Alltag stehen viele Menschen unter permanenten Druck – das wirkt sich auch auf die Psyche aus. Wie Sie sich schützen können.
Die Leistung nimmt ab, Erschöpfung macht sich breit, der einst geliebte Job fühlt sich nicht mehr richtig an - das sind Symptome von Burnout, die immer mehr Menschen beobachten. Besonders der Spagat zwischen den beruflichen Anforderungen und dem Wunsch, das Privatleben nicht zu vernachlässigen, ruft bei vielen Burnout hervor.
Statt Burnout: So lässt sich Stress im Job vermeiden
Mit 324,6 Arbeitsunfähigkeitstagen je 1.000 Mitglieder entfielen im Jahr 2019 die meisten Burn-out-Krankheitstage im Dialogmarketing als Berufsgruppe. Zusammen mit Führungskräften im Verkauf und in der Altenpflege gehören die Dialogmarketing-Berufe zum wiederholten Mal zu den anfälligsten Berufsgruppen für Burnout.
Der Wert liegt dabei zweieinhalb Mal höher als der Durchschnitt unter AOK-Mitgliedern. Auch die Diagnosehäufigkeit hat sich in den letzten Jahren drastisch erhöht: Im Jahr 2005 wurde durchschnittlich ein Fall von Burnout je 1.000 Mitglieder diagnostiziert, 2019 waren es bereits fast sechs Fälle.
Das weiß auch Psychoanalytiker Karl-Heinz Bomberg. Viele seiner Patientinnen und Patienten arbeiten im journalistischen Bereich. Auch diese Berufsgruppe leidet unter viel Stress. Studien zeigen, dass etwa ein Fünftel der Medienschaffenden unter „hohem Burnout“ leiden. In einer 2019 veröffentlichten Umfrage des Reuters-Institutes gaben 62 Prozent der Teamleitungen in Medienunternehmen an, dass Burnout in ihren Teams für sie ein präsentes und wichtiges Thema sei.
Burnout: Termindruck, Überstunden und Zukunftsängste
„Dass Journalistinnen und Journalisten überlastet sind, kommt sehr häufig vor“, erklärt der Psychoanalytiker und Facharzt für psychosomatische Medizin. Die Berufsgruppe sei einer speziellen Belastung ausgesetzt. „Einerseits gibt es viel Termindruck, hinzu kommt ein hoher Anspruch von innen und außen und damit verbunden auch Überstunden. Darüber hinaus plagen die Menschen Existenz- und Zukunftsängste“, erklärt er.
Bei diesen Frühsymptomen sollten Sie handeln
- Energielosigkeit
- Erschöpfung
- fehlende Freude - Schlafprobleme
- Suchtprobleme
- fehlender Appetit
Viele Personen, die er behandelt, hätten Depressionen, Burnout und auch Angststörungen. Frühsymptome zu erkennen und ernst zu nehmen – das sei wichtig, um einen Burnout zu verhindern, sagt der Experte. „Dabei ist es wichtig, sich professionelle Hilfe zu suchen und anzunehmen“, weiß der Psychoanalytiker aus Erfahrung.
Erlebnisfelder neben dem Beruf seien von großer Bedeutung. „Viele der Personen aus dem Journalismus, die ich betreue, waren lange nicht im Urlaub. Dabei ist Erholung so wichtig“, sagt der Experte. „Hobbys gehören auch dazu. Das gibt Menschen neue Blickwinkel und lenkt sie von der Arbeit ab.“
Stress in Deutschland nimmt immer mehr zu
Knapp zwei von drei Menschen in Deutschland (64 Prozent) fühlen sich zumindest manchmal gestresst. Gut jede vierte Person – 26 Prozent – fühlt sich sogar häufig gestresst. Damit hat der Stress in den letzten fünf Jahren seit der letzten Stressstudie der Techniker Krankenkasse noch einmal zugenommen; damals fühlten sich 23 Prozent der Menschen häufig gestresst. Im zeitlichen Verlauf lässt sich ein Trend erkennen: 2013 waren 57 Prozent mindestens manchmal gestresst, 2016 waren es 60 Prozent und 2021 64 Prozent.
Statistisch betrachtet liegt das durchschnittliche Stressniveau 2021 also deutlich über dem Niveau von 2016 und von 2013. Der Stress hat in Deutschland damit weiter zugenommen. Diese Zunahme des Stresses im Zeitverlauf passt zum Befund, dass psychische Erkrankungen in Deutschland seit 2007 kontinuierlich zunehmen – 2020 führten psychische Erkrankungen zu den meisten krankheitsbedingten Ausfalltagen in Deutschland Gesundheitsreport 2021 der Techniker Krankenkasse. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA
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