Tief Emmelinde

Tornado in Niedersachsen: Erste Bilanz der Unwetter nach dem Sturm

Eine Gewitterfront zieht bei Bockenem über den Landkreis Hildesheim hinweg.
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Im Süden Niedersachsens kam es zu schweren Unwettern. Die Feuerwehren waren im Dauereinsatz. Nun kann eine erste Schadensbilanz gezogen werden. (Symbolbild)

Ein Tornado in Niedersachsen, dazu Gewitter, Sturm und Starkregen: Die Unwetter in den letzten Tagen haben ihre Spuren hinterlassen. Die Einsatzkräfte können nun eine erste Bilanz ziehen.

Hannover – Gewitter, Starkregen und mehrere Tornados: Das Tief „Emmelinde“ hat deutliche Spuren hinterlassen. Insgesamt sind viele Menschen durch das Unwetter verletzt worden, mindestens eine Person starb. Die Einsatzkräfte in Niedersachsen können nach der Schwergewitterlage eine erste Bilanz ziehen.

Tornado in Niedersachsen: Unwetterwarnung wegen Sturm, Starkregen und Gewitter

Nach den ersten Gewittern am Anfang der Woche warnten Meteorologen vor schweren Unwettern mit Starkregen, heftigem Sturm und Gewittern am Donnerstag und am Freitag. Das Gewittertief „Emmelinde“ zog von Frankreich über West- und Norddeutschland. In der Nacht zog das Wetter nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) weiter zur polnischen Ostseeküste. Nun ist die Schwergewitterlage in Norddeutschland vorbei. Die Einsatzkräfte können eine erste Bilanz ziehen.

Unwetter am Donnerstag: Person schwer verletzt, Festivalgelände im Landkreis Diepholz schwer beschädigt

Am Donnerstag bilanzierte die Feuerwehr des Landkreises Diepholz die ersten Unwetterereignisse. Zu 32 Einsätzen ist ausgerückt worden. Die Einsatzkräfte beseitigten viele umgeknickte Bäume. Auch das Gelände, auf dem das Appletree-Garden-Festival stattfindet, wurde erheblich beschädigt. Zudem ist eine Person in der Nähe Eydelstedts durch einen umstürzenden Baum schwer verletzt worden. Auch ein Feuerwehrmann verletzte sich und musste in ein Krankenhaus gebracht werden.

Wetterchaos auch am Dümmer im Landkreis Diepholz: Katamarane fliegen über Häuser, Bäume entwurzelt

Auch auf dem Dümmer in Lemförde hat der Sturm für Chaos gesorgt. Zu großen Schäden ist es an den Booten gekommen. Katamarane wurden durch die Luft geschleudert, Boote sanken und an den Straßenrändern kippten unzählige massive Bäume um. Auch in der Gemeinde Wagenfeld und der Samtgemeinde Rehden gaben Bäume den Orkanböen nach. Die Feuerwehren waren im Dauereinsatz.

Tornado in Niedersachsen: Feuerwehr berichtet von 200 umgeknickten Bäumen in Northeim

Auch wenn es den Norden Niedersachsens nicht so sehr getroffen hat, wie erwartet, zeigte das Tief „Emmelinde“ im Süden seine Zerstörungskraft. Im Landkreis Northeim ist es zu einem Tornado gekommen. Anrufer hätten laut Angaben der freiwilligen Feuerwehr des Landkreises die Windhose gemeldet. Der Sturm hat eine Spur der Verwüstung hinterlassen: Nach aktuellen Schätzungen wurden rund 200 Bäume entwurzelt, Autos zerstört und Fenster eingeschlagen. In der Nähe der Ortschaft Mackensen wurde ein Autofahrer von umgestürzten Bäumen in seinem Auto eingeklemmt. Der Mann wurde leicht verletzt.

Ist bis in die kommende Woche voll gesperrt: Die Landesstraße zwischen Mackensen und Merzhausen in Niedersachsen.

Wie viele Gebäude während der Unwetter beschädigt wurden, ist unklar. Auch über die Schadenshöhe könne noch keine Auskunft gegeben werden. Klar ist nur, dass die Aufräumarbeiten andauern. Eine Straße zwischen Mackensen und Merzhausen wird voraussichtlich bis in die kommende Woche voll für den Verkehr gesperrt bleiben.

Unwetterwarnung wegen Sturm Emmelinde: Westdeutschland schwer von Gewittern getroffen

Schwerer getroffen hat das Unwetter den westdeutschen Raum. Allein in Paderborn wurden laut Polizei 43 Menschen verletzt, Schäden in Millionenhöhe werden erwartet. Die Starkregenereignisse, die der DWD vorhersagte, führte in Nordrhein-Westfalen zu Überschwemmungen und vollgelaufene Keller. Gebietsweise seien Regenmengen von 30 bis 40 Liter pro Quadratmeter gemeldet worden. Medienberichten zufolge ist in Rheinland-Pfalz ein Mann beim Betreten seines vollgelaufenen Kellers gestorben. Er erlitt einen Stromschlag, stürzte und schlug mit dem Kopf auf.

Unwetter-Bilanz nach Unwetterwarnung in Deutschland: DWD bestätigt drei Tornados in NRW

Auch wenn die Gewitterlage insgesamt eher normal gewesen sei, so „hieven die aufgetretenen Tornados in den zahlreichen Superzellen das Maß über das Normale hinaus“, heißt es vonseiten des DWD. Mindestens drei Tornados konnte der Wetterdienst bis jetzt bestätigen – alle in Nordrhein-Westfalen. Die Windstärken, die dabei auftraten, müssten anhand von Schadensbilder erst verifiziert werden, laut DWD sei aber eine Geschwindigkeit von 118 km/h wahrscheinlich. Darüber hinaus gebe es einige weitere Tornado-Verdachtsfälle, die zurzeit noch geprüft werden.

Während der Unwetter: Hütte in Bayern eingestürzt – 14 Verletzte

In Bayern sind während eines dortigen Unwetters beim Einsturz einer Holzhütte 14 Menschen verletzt worden. Nach Angaben der Polizei seien auch mehrere Kinder unter den Verletzten gewesen. Das Unglück ereignete sich in Spalt nahe des Großen Brombachsees. Angesichts der aufziehenden Unwetter hätten sich mehrere Urlauber in der rund 85 Quadratmeter großen Hütte befunden. Diese kippte zur Seite und fiel in sich zusammen. Nach Angaben des Bayrischen Rundfunks sei noch nicht geklärt, ob das Unwetter den Einsturz verursacht hat. Ein Gutachter soll das im Auftrag der Staatsanwaltschaft klären.

Unwetter in Niedersachsen und Bremen: Wochenende heiter, Montag neues Gewittertief in Niedersachsen

Wie der DWD mitteilt, kehrt am heutigen Samstag Ruhe ein. Das Tief „Emmelinde“ ist ostwärts weitergezogen. Das neue Hoch Zeus bringt nur ein geringes Gewitterrisiko mit sich. Am Samstag betragen die Höchsttemperaturen bis zu 21 Grad. Der Sonntag startet wolkig, wird aber später heiter. Die Höchstwerte betragen 18 bis 23 Grad. Am Montag folgt das nächste Gewittertief namens Finja. Der DWD rechnet mit nicht ganz so starken Unwettern wie am Freitag.

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