Proteste

Wippingen: Demonstranten fordern Aufnahme des Wolfs ins Jagdrecht

Zwei Wölfe in ihrem Freigehege im Wildpark.
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Nach Angaben des Bundesamtes für Naturschutz lebten vom 1. Mai 2019 bis 30. April 2020 23 Wolfsrudel in Niedersachsen. Im erweiterten Umkreis des Emslandes sollen es vier Rudel sein. (Symbolbild)

Rund 750 Menschen haben in Wippingen gegen die steigende Wolfspopulation protestiert. Sie forderten unter anderem die Aufnahme des Wolfs ins Jagdrecht.

Wippingen – Als Reaktion auf den mutmaßlichen Angriff eines Wolfes auf eine Kuh haben sich am Samstag, 12. Juni 2021, mehrere hundert Menschen in Wippingen (Emsland) zu einer Demonstration versammelt. „Wir treffen uns, um unsere Sorgen zu transportieren, damit das Problem nicht verharmlost wird“, sagte Matthias Everinghoff, Sprecher der mitorganisierenden Landwirte-Initiative „Land schafft Verbindung“. Für ihn ist denkbar, dass die Raubtiere auch Menschen angreifen könnten. Angemeldet waren 500 Teilnehmer, nach Polizeiangaben waren 750 Menschen bei der Veranstaltung.

Gemeinde in Niedersachsen:Wippingen
Fläche:16,54 Quadratkilometer
Einwohner:968 (Stand: 31. Dezember 2019)
Vorwahl:04966
Bürgermeister:Hermann Gerdes (CDU)

Demonstranten fordern Obergrenze für hier lebende Wölfe: „Wird sich nicht von selber regulieren“

Gefordert wurde eine Aufnahme des Wolfes ins Jagdrecht und eine Obergrenze für die Anzahl der hier lebenden Wölfe. „Wir werden uns Gedanken machen müssen, denn natürlich wird er sich nicht regulieren“, sagte Everinghoff. Bereits am Freitag waren rund 3.500 Unterschriften* an den Landrat des Landkreises Emsland, Marc-André Burgdorf (CDU), übergeben worden, mit dem ein Antrag auf Abschuss der Wölfe bei Wippingen unterstützt werden soll.

„Mit dieser Veranstaltung soll sichtbar gemacht werden, dass hier dringender Handlungsbedarf ist, wenn ein Wolf in Siedlungsgebiete eindringt“, sagte Andrea Kötter, Vorsitzende des SPD-Kreisverbands, dem NDR. Für Bernd Busemann, CDU-Landtagsabgeordneten und Schafzüchter, ist „die Zumutbarkeitsgrenze längst überschritten“. Auch die Zahl der Wolfssichtungen nehme immer mehr zu. „Ich habe sogar den Eindruck, die staatlich notierten Zahlen stimmen nicht“, erklärte Busemann.

Demonstranten fordern Aufnahme des Wolfs ins Jagdrecht: Abschuss möglichst ohne viel Bürokratie

Gitta Gondermann, CDU-Bundestagsabgeordnete aus Leer, will verhaltensauffällige Tiere erschießen lassen. Möglichst schnell und ohne viel Bürokratie, wie sie betonte. Sie forderte die Bundesregierung dazu auf, den strengen Artenschutz des Tieres aufzuheben. Ins gleiche Horn blies auch der niedersächsische Umweltminister Olaf Lies (SPD).

Im Mai war in Wippingen auf einer Weide eine trächtige Kuh nur wenige Meter von einem Bauernhaus gerissen worden* – die Spuren deuteten auf einen Wolfsriss hin.

Unterdessen lief am Samstagmorgen, 12. Juni ein Wolf vor einen Wagen auf der A27 und wurde überfahren. (Mit Material der dpa) * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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