Eröffnung
Amazon-Logistikzentrum eröffnet: Hunderte Angestellte nehmen in Ahlhorn die Arbeit auf
Das neue Amazon-Logistikzentrum in Ahlhorn ist am Montagabend mit der Nachtschicht offiziell an den Start gegangen. Schon bis zum Jahresende sollen mehr als 1.000 Menschen am Standort tätig sein.
Ahlhorn – Nach einer Bauzeit von rund 19 Monaten wurde der Betrieb des Amazon-Logistikzentrums in Ahlhorn am Montag mit zunächst 350 Angestellten aufgenommen. Die meisten der neuen Amazon-Beschäftigten kommen aus der Region rund um Cloppenburg und Oldenburg, aber auch aus Bremen“, teilte der Konzern mit.
Zur offiziellen Eröffnung des Versandzentrums betonte Armin Cossmann (Direktor des Amazon-Kundendienstes Deutschland): „Wir freuen uns, mit dem Standort in Großenkneten unser nunmehr viertes Logistikzentrum in Niedersachsen zu eröffnen. Wir bedanken uns bei allen Partnern vor Ort für die Unterstützung im Zuge der Ansiedlung und sind stolz, ab heute offiziell Teil des Landkreises zu sein.“
Dem konnte Thorsten Schmidtke, Bürgermeister der Gemeinde Großenkneten, in einer Pressemitteilung nur zustimmen: „Die Ansiedlung von Amazon ist für die Gemeinde und die ganze Region ein Gewinn, weil sie Jobs verschiedenster Qualifikationslevel schafft und damit unseren Arbeitsmarkt aufwertet. Herzlich willkommen in Großenkneten und viel Erfolg am neuen Standort“, so der Bürgermeister.
Schon bald arbeiten bei Amazon in Ahlhorn 1.000 Menschen
Amazon hat nach eigenen Angaben bereits mehr als 750 Verträge abgeschlossen. Dazu zählen 650 Kontrakte für Versandmitarbeiter (ohne Notwendigkeit einer formalen Qualifikation) und mehr als 100 mit Fach- und Führungskräften. Diese Situation erfreut auch Susan Berg, Teamleitung gemeinsamer Arbeitgeber-Service bei der Agentur für Arbeit Oldenburg-Wilhelmshaven (Jobcenter Oldenburg): „Die Logistik als Zukunftsbranche eröffnet Perspektiven für zahlreiche Menschen, einschließlich beruflicher Chancen und Entwicklungsmöglichkeiten für Ungelernte“, bilanzierte sie. Man wolle den neuen und zukünftigen Mitarbeitern jederzeit zur Seite stehen.
Das neue Logistikzentrum in Ahlhorn trägt das interne Kürzel BRE2 in Anlehnung an den Bremer Flughafen. Amazon hat nach eigenen Angaben einen dreistelligen Millionenbetrag in das Werk investiert. Am Bau waren mehr als 20 Firmen mit rund 300 Arbeitskräften beteiligt. Die Grundfläche des Gebäudes beträgt 52.000 Quadratmeter. Der Standort hat vier Ebenen, auf denen Hunderte Transportroboter die mobilen Regale zu den Mitarbeitern in der Warenein- und Auslagerung bringen, damit diese nicht mehr laufen müssen.
Gewerkschaft Verdi kritisiert die Bezahlung
Das Logistikzentrum verfügt über 826 Autoparkplätze für Beschäftigte, 80 davon sind mit Elektro-Ladestationen ausgestattet. Es stehen zudem 200 Lkw-Parkplätze zur Verfügung. Es gibt zwei Bushaltestellen direkt am Gebäude für Mitarbeiter. „Zu Beginn setzen wir einen Werksverkehr ein, ehe die finale Anbindung an den Öffentlichen Personennahverkehr erfolgt“, heißt es vom Unternehmen.
Vorab hatte es Bedenken von Anwohnern gegeben, weil mit dem neuen Zentrum deutlich mehr Lastwagen die Region ansteuern werden. Ein wiederkehrender Kritikpunkt ist zudem, dass Amazon die Flächentarifverträge des Einzel- und Versandhandels nicht anerkennt. Die Gewerkschaft Verdi setzt sich seit Jahren dafür ein.
Amazon verweist darauf, dass der umgerechnete Einstiegslohn für Logistikmitarbeiter in Deutschland ab September bei 14 Euro brutto pro Stunde aufwärts inklusive Bonuszahlungen liegen werde. Nach zwei Jahren Betriebszugehörigkeit liege der Lohn im Schnitt in der Regel bei mehr als 37.000 Euro brutto pro Jahr. Hinzu kämen noch Extras und Vergünstigungen.
