Wegen der Pandemie kaum Seepferdchen vergeben

Ein verlorenes Jahr für Nichtschwimmer

Wann Wildeshauser Kinder wieder Schwimmen lernen können, ist zurzeit noch offen.
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Wann Wildeshauser Kinder wieder Schwimmen lernen können, ist zurzeit noch offen.

Wildeshausen – Schlechte Zeiten für Nichtschwimmer: Als Folge der Pandemie wurden im vergangenen Jahr nur 18 Seepferdchen-Abzeichen in Wildeshausen vergeben. In normalen Jahren sind es rund 140, aber weil das Krandelbad lange geschlossen war und ja auch noch ist, sind viele Kurse ausgefallen. Der Bundesverband der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) spricht deswegen von einem „verlorenen Jahr für die Schwimmausbildung“.

Vom Tod durch Ertrinken seien grundsätzlich besonders Kinder und junge Menschen betroffen, und die aktuelle Lage verschlimmere eine langfristige Entwicklung.

„Nach dem ersten Lockdown sind unsere Anfängergruppen gar nicht wieder angefangen“, berichtet Henning Höffner, Leiter Ausbildung bei der DLRG Wildeshausen. Er macht sich ein wenig Sorgen, dass die Ehrenamtlichen Schwierigkeiten bei der Nachwuchsgewinnung bekommen könnten, weil im vergangenen Jahr auch kein einziges Rettungsschwimmabzeichen vergeben wurde. Außerdem müssten die Ausbilder ihre Qualifikation immer wieder nachweisen, was zurzeit nicht in vollem Umfang möglich sei.

Nur 15 Seepferdchen-Abzeichen ausgegeben

Während die DLRG ihre Anfängergruppe hauptsächlich betreibt, um den eigenen Nachwuchs zu stärken, ist die Stadt größter Anbieter von Schwimmkursen in Wildeshausen. Im Jahr 2020 seien aufgrund der Pandemie sieben Kursdurchläufe mit jeweils acht Teilnehmern ausgefallen, sagt Stadtsprecher Hans Ufferfilge. Zudem seien lediglich 15 Seepferdchen-Abzeichen an Kinder herausgegeben worden. In den Jahren davor seien es im Durchschnitt rund 120 gewesen. Hinzu kommen in normalen Jahren rund 20 Menschen, die bei der DLRG Schwimmen lernen – darunter zum Beispiel auch Migranten.

Stellt sich die Frage, ob das „verlorene Jahr“ wieder aufgeholt werden kann. „Die Angebotspalette nach Wiedereröffnung des Bads ist sehr stark abhängig vom weiteren Infektionsgeschehen. Zunächst sollen die Standardkurse wieder anlaufen. Ob zusätzliche Angebote geschaffen werden können, bleibt gegenwärtig abzuwarten“, teilt Ufferfilge mit.

Auch Höffner ist skeptisch, was Nachholkurse angeht, und verweist auf begrenzte Zeiten, zu denen das Krandelbad der DLRG und nicht der Öffentlichkeit zur Verfügung steht. Außerdem seien viele Ausbilder berufstätig und könnten zum Beispiel erst nach Feierabend Kinder und andere junge Anfänger ausbilden. „Ab 20 Uhr schicken Eltern ihre Fünfjährigen aber nicht mehr zum Schwimmkurs“, sagt Höffner.

Nachhol-Angebote schwierig umzusetzen

Ein weiteres Problem bei der Ausbildung sei der Infektionsschutz. Denn selbst wenn das Bad bald wieder öffnen sollte, müssten wahrscheinlich Kohorten gebildet werden. Das heißt, ein Ausbilder trainiert einen Kurs und nicht mehrere. Das brächte die Ehrenamtlichen an ihre personellen Grenzen, erklärt Höffner. Die DLRG habe bei ihren Angeboten je nach Verfügbarkeit schließlich recht viele Ausbilder und Betreuer dabei. „Und die haben dann ohne Maske ungeschützten Kontakt zu den Teilnehmern.“

Wie bei anderen DLRG-Ortsgruppen auch gibt es in Wildeshausen ebenfalls eine Warteliste. Seit dem Ausbruch der Pandemie hätten sich aber wenig neue Interessierte gemeldet, so Höffner. Die Leute hätten sich damit einfach nicht befasst. „Mal gucken, ob alle, die noch draufstehen, jetzt wiederkommen oder vielleicht auch gar nicht mehr wollen.“

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