Tannenbaum-Entsorger trotzen Wetter: Feuerwehr sammelt etliche 100 Bäume

„Teestunde im Regen“

Ordnung muss sein: Dafür sorgten im Container Steve Hense, Henrik Bock, Maik Ehemann und Malte Campsheide (v.l.).
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Ordnung muss sein: Dafür sorgten im Container Steve Hense, Henrik Bock, Maik Ehemann und Malte Campsheide (v.l.).

Wildeshausen - Von Anja Nosthoff. Zu einer „Teestunde im Regen“ fanden sich am Sonnabend zahlreiche Feuerwehrleute an sechs Stationen in Wildeshausen ein – freiwillig und mit äußerst guter Laune. Beim Tee- und Kaffeetrinken blieb es für die Tannenbaum-Entsorger freilich nicht: Pflichtgemäß nahmen sie gegen je einen Euro Spende mehrere 100 ausgediente und abgeschmückte Weihnachtsbäume in Empfang.

Der Erlös kommt der Jugendfeuerwehr sowie dem Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr Wildeshausen zugute.

Auf ihrem letzten Weg erlebte manche Tanne ein richtiges Nach-Weihnachtswunder und lernte fast fliegen: Die Feuerwehrleute gaben den Bäumen einen kräftigen Schwung mit, um sie ordnungsgemäß in den riesigen Entsorgungscontainer zu verfrachten. Darin machten sich dann Mitglieder der Jugendfeuerwehr einen Spaß daraus, die Tannen fachgerecht und platzsparend zu sortieren. Die Kameraden bekamen an allen Stationen trotz unablässigen Regens und des Sturms reichlich „Besuch“. Viele „Kunden“ bewerkstelligten den Tannenbaum-Transport witterungsbedingt mit dem Auto. Vor allem Hundebesitzer nutzten jedoch die Gelegenheit, trotz Schietwetters mit Hund und Baum vor die Tür zu kommen, und auch ganze Familien zogen in Regenkleidung und mit Baum und Bollerwagen bewaffnet an die Stationen am Westring, im Krandel, am Kindergarten in der Heidloge, am Gymnasium, an der Bargloyer Straße und am ehemaligen Kindergarten an der Harpstedter Straße, wo zurzeit die DLRG untergebracht ist. An letzterem Standpunkt lud auch DLRG-Pressewart Heino Fastje seinen Baum ab. Das gute Stück hatte sich für den Transport im Kofferraum „entzweit“. „Die Spitze musste ich abschneiden, sonst hätte er nicht reingepasst“, informierte Fastje die Kameraden lachend. Er hielt ihnen für seine „zwei Bäume“ dann auch gleich zwei Euro unter die Nase – und seufzte beim Anblick der Nadeln im Kofferraum. Das Saubermachen blieb indes den wetterfesten „Transporteuren“ erspart. „Wenn du die Nadeln so gern hast, lassen wir unsere Spuren von heute einfach hier vor eurer Tür liegen“, schlug Feuerwehrmann Henrik Bock dem DLRG-Pressewart im Scherz vor. Der gab den Kelch weiter: „Hoffen wir mal auf Schnee! Dann kommt die Stadt hier zum Räumen.“

Kurz nach Schichtwechsel – an allen Stationen waren in zwei Schichten von 9 bis 16 Uhr je drei Feuerwehrleute sowie einige Mitglieder der Jugendfeuerwehr vormittags und nachmittags vor Ort – konnten Bock und seine Kollegen Malte Campsheide und Steve Hense sowie Nachwuchsbrandschützer Maik Ehemann (14) bereits knapp unter hundert Bäume im Container vorweisen. „Das können noch gut 150 werden. Insgesamt kommen wir jedes Jahr mit allen Stationen zusammen meist auf 700 bis 800“, wusste Bock aus Erfahrung. „Kurz vor 16 Uhr gibt‘s bestimmt nochmal einen Ansturm, wenn die Leute merken, dass der Regen einfach nicht aufhört und sie trotzdem noch schnell ihren Baum loswerden wollen“, vermutete Campsheide schmunzelnd.

Beim Zwischenstopp mit seinem „Teewagen“ sorgte der stellvertretende Ortsbrandmeister Conrad Kramer indes dafür, dass seine Kollegen ihre Ansprüche an sich nicht zu niedrig schraubten. „Unter 200 Bäumen holen wir euch hier nicht wieder ab“, stellte er augenzwinkernd klar, während er die Tassen mit den Heißgetränken auffüllte, seine Kanne schnell in Sicherheit brachte und die Tür auch schon wieder zuzog, sodass der Fahrer zur nächsten Station mit durstigen Feuerwehrleuten aufbrechen konnte.

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