„StrandHouse“ macht dicht: Heiko Broede geht wieder auf Tour

Heiko Broede steht am Sonntag zum letzten Mal hinterm Tresen im „StrandHouse“ am Weichelsee.
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Heiko Broede steht am Sonntag zum letzten Mal hinterm Tresen im „StrandHouse“ am Weichelsee.

Zwei Jahre lang hat Heiko Broede des „StrandHouse“ am Rotenburger Weichelsee wiederbelebt. Nun ist Schluss - er geht mit seinen Imbisswagen wieder auf Tour. Der Beach-Club übernimmt.

Rotenburg – Gleich hinter dem Eingang steht ein Tisch an der Wand. Darauf befinden sich Gläser, Kaffeebecher, Besteck und Geschirr – sowie ein Schild: „Zu verkaufen“. Es sind die letzten Tage für Heiko Broede im „StrandHouse“ am Weichelsee. Alles muss raus. Mit Blick auf Sonntag freut er sich dennoch riesig auf seine Gäste – danach dann schließt er das Lokal ab. Für immer.

„Diese zwei Jahre sind so unglaublich schnell verflogen“, stellt Broede fest, während er an einem der Tische Platz nimmt, für die es bereits Abnehmer gibt. „Es war wirklich super, ich habe das total gerne gemacht“, versichert der Mann, der nicht zuletzt wegen seines Eis- sowie seines Imbisswagens in Rotenburg und umzu bekannt ist wie ein bunter Hund.

Mit denen ist er schon seit vielen Jahren viel unterwegs. Zwei Jahre lang allerdings muss dieses Geschäft mehr oder weniger ruhen. „Ich hatte meinen Terminkalender für die beiden Wagen voll, doch dann kam Corona – es brach alles weg.“ Broede überlegt und entscheidet sich, das leer stehende „StrandHouse“ wiederzubeleben – zumindest für eine gewisse Zeit, vielleicht für eine Saison. Schließlich ist schon damals klar, dass am Weichelsee ein größeres Projekt in Angriff genommen werden soll, das „StrandHouse“ daher irgendwann ohnehin Geschichte sein wird.

Beach-Club „Strandgold“ wächst

„Spätestens im September dieses Jahres hätte ich hier also eh aufgehört“, sagt Heiko Broede. Das beinhalte die Absprache mit Roland Nielebock. Der plant Großes am Weichelsee. Sein Beach-Club nimmt bereits Form an und soll im Mai starten. Ein weiteres Gebäude soll in ein oder zwei Jahren folgen – in etwa dort, wo jetzt noch das „StrandHouse“ zu finden ist.

„Mittlerweile ist mein Terminkalender schon wieder reichlich gefüllt. Es geht wieder los“, berichtet Broede. Daher will er mit seinem mobilen Gastro-Angebot pünktlich in die neue Saison starten und im „StrandHouse“ schon jetzt seinen Hut nehmen. Der letzte Tag naht.

Der Beach-Club nimmt langsam Form an und soll im Mai fertig werden.

Heiko Broede ist 55 Jahre alt, verheiratet und Vater zweier erwachsener Kinder. „Opa bin ich auch schon geworden“, betont er mit einer riesigen Portion Freude. Seiner Familie ist er dankbar, vor allem seine Frau habe ihm in den vergangenen weit mehr als 20 Jahren den Rücken freigehalten und es damit ermöglicht, dass er seinen Nebenerwerb durchziehen kann. Seit 30 Jahren schon ist er in Vollzeit bei der Bahn beschäftigt; seit zehn Jahren arbeitet er dort im Immobilien-Management.

„Von Haus aus bin ich Bäcker, und in meinen acht Jahren bei der Bundeswehr habe ich in der Küche gearbeitet. Ich habe also eigentlich schon immer mit Lebensmitteln zu tun.“ Und doch war es ein Zufall, dass er diesen Nebenerwerb mit der rollenden Eisbude sowie mit seinem Imbisswagen schließlich für sich entdeckt hat.

Softeis vor dem Kaufhaus Puls

1994 belebt Broede einen Softeisstand wieder, der zuvor schon lange Zeit vor dem Kaufhaus Puls an der Großen Straße in Rotenburg zu finden war. „Ich hatte zu dieser Zeit die Bundeswehr verlassen und habe eine Ausbildung bei der Bahn angefangen – nachmittags hatte ich frei und daher Zeit.“ Die Idee mit dem Softeis erweist sich als Glücksgriff. Die Rotenburger freuen sich darüber, und schon bald kommen erste Anfragen, ob er nicht auch zu Veranstaltungen kommen könne.

Mir war und ist es heute noch ganz wichtig: Die Familie und der Job stehen an erster Stelle.

Heiko „Eismann“ Broede

„1996 habe ich mir dann einen Eiswagen zugelegt.“ Der 55-jährige Rotenburger wird immer bekannter. Auch, weil er gerne den Kontakt zu den Menschen sucht. „Ich schnacke gerne“, erklärt er an einem der letzten Tage im „StrandHouse“. Eis sei allerdings nur ein Saisongeschäft, und so kommen ihm seinerzeit die Anfragen gerade recht, in denen es darum geht, Veranstaltungen mit einem Imbiss anzureichern. 2006 fällt der Startschuss. Der Laden läuft. „Doch mir war und ist es heute noch ganz wichtig: Die Familie und der Job bei der Bahn stehen an erster Stelle.“ Und: Zwei Mal im Jahr lässt er sich seinen Urlaub nicht nehmen, außerdem sind immer eine Reihe von Wochenenden in Broedes Kalender rot markiert, also unbedingt freizuhalten. „Sonst kriege ich Ärger.“

Weichelsee „ultra-wichtig“

Auch im „StrandHouse“ investiert der 55-Jährige nur so viel Zeit, wie es Familie, Job und die eigene Kraft erlauben. „Es waren zwei wirklich tolle Jahre. Ich habe gute Erfahrungen gesammelt, und dafür bin ich sehr dankbar.“ Die Zusammenarbeit mit der Stadt und auch das nachbarschaftliche Verhältnis mit Roland Nielebock, der schon im vergangenen Jahr mit einem ersten, wenn auch provisorischen Beach-Club an den Start gegangen ist, sei das Verhältnis „sehr gut“. Nun hat er wieder einen vollen Terminkalender – „das ist das, was ich immer wollte“. Doch auch am „StrandHouse“ ist Heiko Broede sehr beliebt. Es sind viele Gäste, die kommen, bei ihm Kaffee oder auch ein Bierchen trinken, Kuchen oder Currywurst bestellen und es sich gut gehen lassen – der Laden läuft, vor allem bei schönem Wetter.

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Broede geht also nun am Sonntag, und Nielebock startet durch. „Wunderbar“, sei das, erklärt Broede. „Wir brauchen so etwas in Rotenburg.“ Für die Stadt sei der Weichelsee mit seinen Möglichkeiten „ultra-wichtig“. Hier laufe alles ungezwungen ab. Sein Gastspiel habe sich gelohnt, „auch, wenn es manchmal sehr viel Arbeit war“. Der „Eismann“: „Darauf muss man einfach Bock haben.“ Hat er nach wie vor. Künftig wieder als rollender Wirt, wenn auch dann etwas weniger komfortabel.

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