SPD macht das Rennen

Koch in Rotenburg vorne

In Rotenburg sind 56,34 Prozent der Wahlberechtigten zur Wahl gegangen. - Foto: Goldstein
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In Rotenburg sind 56,34 Prozent der Wahlberechtigten zur Wahl gegangen.

Rotenburg - Von Guido Menker. Wer geglaubt hat, Eike Holsten würde bei der Landtagswahl in seiner Heimatstadt ein glasklares Ergebnis einfahren, sieht sich getäuscht. Das Gegenteil ist der Fall: Zwar zieht Eike Holsten als Direktkandidat in den niedersächsischen Landtag ein, aber in Rotenburg ist er nur zweiter Sieger. Sein Kontrahent Tobias Koch (SPD) holt 3.759 und damit 151 Stimmen mehr als Holsten.

Frank Grafe, Ortsvereinsvorsitzender der SPD, spricht mit Blick auf Tobias Koch von einem „beeindruckenden Ergebnis“ – in Rotenburg und auch im Wahlkreis insgesamt. Der Abstand zwischen den Direktkandidaten von SPD und CDU sei gegenüber der Wahl 2013 deutlich geschrumpft. Er beträgt gerade einmal 670 Stimmen. „Deshalb verstehe ich das Ergebnis von Tobias Koch auch als eine Verpflichtung: Meiner Ansicht nach muss er in der SPD künftig mehr Verantwortung übernehmen“, so Grafe. Ein weiteres Fazit für den Sozialdemokraten: Eike Holsten müsse sich fragen, warum er in seiner Heimatstadt, in der er auch im Stadtrat sitzt und Vorsitzender des CDU-Gemeindeverbandes ist, nicht gewonnen hat. Grafe spricht von einer „permanenten Zusammenarbeit mit der AfD im Stadtrat“, die die Wähler ihm vielleicht übel nähmen.

„Wir sind erst mal drin – das ist wichtig“

Bei Klaus Rinck, dem Vorsitzenden der CDU-Fraktion im Rotenburger Stadtrat, überwiegt an diesem Abend die Freude. Schließlich ist es der CDU gelungen, mit Eike Holsten erneut das Direktmandat im Wahlkreis zu holen. „Für Eike Holsten muss dieses Ergebnis allerdings Ansporn sein, die Rotenburger von seinen Qualitäten zu überzeugen“, so Rinck, der daraus aber auch einen Arbeitsauftrag für die Rotenburger CDU insgesamt abliest.

Die AfD hat zwar keinen Direktkandidaten ins Rennen geschickt, ist aber im neuen Landtag vertreten. Grund genug zur Freude bei Thomas Ossadnik, Mitglied im Rotenburger Stadtrat: „Wir sind erst mal drin – das ist wichtig“, sagt er am Abend. Er spricht von einem auch in der Kreisstadt guten Ergebnis (5,44 Prozent). Jetzt schalte er erst einmal in den Ruhemodus, sobald die Wahlplakate wieder abgenommen sind.

Gunter Schwedesky, Ortsvereinsvorsitzender der Rotenburger FDP, freut sich über das erneut gute Ergebnis des Direktkandidaten seiner Partei, Jan-Christoph Oetjen aus Sottrum. „Er ist drin“, sagt er, „und das bei gleichbleibendem Zuspruch.“ In Rotenburg landet Oetjen als Direktkandidat mit 6,73 Prozent auf Rang vier, knapp hinter Birgit Brennecke (Die Grünen), die 8,6 Prozent holt. Was Schwedesky am Ausgang dieser Landtagswahl nicht gefällt, sagt er allerdings auch: „Ich hatte mir eine Mehrheit für CDU und FDP im Landtag gewünscht. Dafür wird es aber nicht reichen.“

Als wir Mark Andreßen erreichen, ist er gerade bei der Wahl-Party der Grünen in Hannover. Und es ist so laut, dass er für das Telefonat ins Freie gehen muss. Zu diesem Zeitpunkt liegt Rot-Grün mit einer Stimme vorne – entsprechend gut ist die Stimmung. Ob das so bleibt, muss der Verlauf des Abends zeigen. Dennoch: „Birgit Brennecke hat unter den Umständen im Landkreis Rotenburg ein sehr gutes Ergebnis geholt“, versichert der Sprecher der Rotenburger Grünen. Der Twesten-Seitenwechsel habe sich nicht zum Nachteil entwickelt. Damit, dass sie so gut abschneidet, habe keiner gerechnet, so Andreßen. Und: In der Kreisstadt sind die Grünen mit 10,79 Prozent dritte Kraft hinter der SPD (36,13 Prozent) und der CDU (32,02 Prozent). Die Freien Wähler holen in Rotenburg übrigens 1,34 Prozent. Deren Kandidat Günter Scheunemann landet bei den Erststimmen mit 3,25 Prozent auf dem letzten Platz.

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