Rotenburgs Landschaftswart reicht Rückstrittschreiben ein

Radtke erklärt offiziell Rücktritt

Manfred Radtke - Foto: Menker
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Manfred Radtke

Rotenburg - Nun ist es offiziell und die verbliebene Hintertür zugeschlagen: Rotenburgs Landschaftswart Mafred Radtke hat der Kreisverwaltung schriftlich seinen Rücktritt vom Ehrenamt mitgeteilt. Und das mit sofortiger Wirkung.

Vorangegangen war ein wochenlanger Streit mit der Stadtverwaltung um Bürgermeister Andreas Weber (SPD), nachdem der ehemalige Grünen-Ratsherr Radtke während einer Sitzung des Umweltausschusses im Februar kritisiert hatte, dass der städtische Bauhof falsche Baumschnittmaßnahmen und „rabiate“ Gewässerreinigungen vorgenommen habe. Weber hatte dies vehement zurückgewiesen. Ein klärendes Gespräch aller Beteiligten, wie von Radtke gefordert, kam nicht zustande. Gegenüber dem Landkreis erklärt der BUND-Kreisvorsitzende: „Landschaftswarte sollen für ihren Tätigkeitsbereich Kontaktperson zwischen Bürgern und den jeweils zuständigen Behörden sein, bei mir der Stadt Rotenburg. Das setzt voraus, dass gemeldete Dinge von den Zuständigen ernst genommen, inhaltlich geprüft und beantwortet werden. Wenn das in mehreren Fällen nicht der Fall ist, rechtliche Vorgaben und Aussagen von Fachleuten ignoriert werden, selbst die Bitte um ein Gespräch zur inhaltlichen Klärung von Themen von der Stadt abgelehnt wird, kann ich die mir zugedachte Funktion nicht wahrnehmen.“

In der Auseinandersetzung geht es insbesondere um die von Radtke kritisierte „Räumung“ eines Bachs am Reithenweg in Unterstedt. Dafür wäre aus seiner Sicht eine Genehmigung der Unteren Wasserbehörde nötig gewesen. Die Kreisverwaltung hält sich in der Beurteilung zurück. Sprecherin Christine Huchzermeier: „Ein Mitarbeiter unseres Amtes für Naturschutz hat anlässlich eines Ortstermins die Gehölzarbeiten aus naturschutzrechtlicher Sicht für in Ordnung befunden. Nebenbei wurde seitens des Mitarbeiters der Stadt erwähnt, dass auch das Laub aus dem Graben entfernt werden sollte. Hierzu wurde ihm rechtlich zutreffend erklärt, wenn es dabei bliebe, sei dies noch kein Gewässerausbau. Eine weitere wasserrechtliche Prüfung war deshalb entbehrlich.“ Ob angesichts der „Räumung“ des Gewässers eine Genehmigung nach Wasserrecht erforderlich gewesen wäre, lässt sich laut Huchzermeier im Nachhinein nicht mehr beurteilen, da weder eine aktuelle Ortsbesichtigung durchgeführt wurde noch aussagekräftige Fotos vorliegen.

Für Radtke selbst ist vor allem die Art der Auseinandersetzung Anlass genug, das Handtuch zu werfen. Dass die inhaltliche Auseinandersetzung nur zweitrangig ist, vermutet auch Landrat Hermann Luttmann (CDU): „Die Entscheidung zum Rücktritt von Herrn Radtke aufgrund der von ihm kritisierten Sachverhalte ist kaum nachzuvollziehen. Die Gründe dürften eher im persönlichen Verhältnis von Bürgermeister und Landschaftswart zu suchen sein, was ich sehr bedaure.“ Der Kreistag wird die Landschaftswarte der 13 Kommunen im Juli neu berufen. Bis dahin bleibt die Stelle in Rotenburg vakant. 

mk

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