Politik genehmigt Antrag für Städtebauförderungsprogramm

Rotenburg will knapp 50 Millionen Investitionen

Der Neue Markt in Rotenburg
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Der Neue Markt ist eines der Sorgenkinder in der Stadt Rotenburg – hier lässt sich garantiert mehr draus machen, sind sich Politik und Verwaltung einig.

Rotenburg – Blumige Worte sind bereits viele gefallen zu dem Vorhaben. Von „Quantensprung für die Stadt“ war die Rede, ein „Hauptgewinn“ wurde benannt, die „Riesenchance, besser zu werden“, oder am Donnerstagabend im Stadtrat etwas sperriger noch einmal aus dem Mund von Bürgermeister Andreas Weber (SPD): „Eine strategische Planung für die gesamtstädtische, nachhaltige Entwicklung“ der kommenden zehn bis 15 Jahre. Rotenburg will mit einer Gesamtinvestitionssumme von mehr als 47 Millionen Euro ins Städtebauförderungsprogramm 2022. Die Ratspolitik hat einstimmig grünes Licht gegeben: Der Antrag kann wie erforderlich bis Juni eingereicht werden.

In seiner Neujahrsansprache 2017 hatte Weber das Thema auf die Agenda gesetzt. Genau 30 Jahre nach dem letzten großen Umbau der Innenstadt mit dem Kerngebiet der Fußgängerzonen will sich die Kreisstadt neu konzipieren. Baustellen gibt es genug, Ideen galt es zu bündeln. Dafür engagierte man Planungsbüros, die auf 350 Seiten Konzeptpapieren das zusammenfassten, was Verwaltung, Politik und die in mehreren Beteiligungsverfahren eingebundene Öffentlichkeit als verbesserungswürdig empfanden. Kurz zusammengefasst sollen mit der Aufnahme ins Programm von Bund und Ländern die Innenstadt mit den Niederungen von Wümme und Wiedau/Rodau sowie dem Altgelände der Rotenburger Werke und insbesondere die Rotenburger „Problembezirke“ im Bereich Auf dem Loh/Berliner Ring aufgewertet werden. Rotenburg verpflichtet sich mit dem Ratsbeschluss, bis zu 15,7 Millionen binnen zehn Jahren als Eigenanteil zuzuschießen. Zuletzt flossen jährlich sieben bis zehn Millionen Euro aus der Stadtkasse in Investitionen. Aber was dann gefördert und umgesetzt wird, ist noch offen: Geht der Antrag durch, erwartet die Stadt im Herbst den Besuch einer Experten-Kommission zur Prüfung.

Ratsvorsitzender Hartmut Leefers (CDU) hatte den Weg zum Antrag als „Wünsch-Dir-Was-Phase“ bezeichnet. Tatsächlich stehen in den Papieren neben vielen kleinen Verbesserungen und Einzelmaßnahmen auch große Posten wie zehn Millionen Euro fürs Ronolulu, 2,1 Millionen Euro für ein Veranstaltungszentrum und das lange geforderte innerstädtische Parkhaus mit drei Millionen Euro. Was am Ende überhaupt umgesetzt werden kann, was genehmigt wird, was finanzierbar mit dem Eigenanteil ist – alles noch offen. Stadtplaner Clemens Bumann: „Für jede größere Frage müssen Fachgutachten die Notwendigkeit belegen.“ Für Weber ist nun aber der „Boden untersucht, wo die Saat aufgehen kann“.

Momentan überwiegt erst einmal die Freude, gemeinsam den langen Weg bis zur Antragstellung gegangen zu sein. Streit um die grundsätzliche Notwendigkeit der Rotenburger Weiterentwicklung gab es zwar nie, aber eben doch Debatten über die Art und Weise und die tatsächliche Durchführbarkeit. Die dürften dann auch wieder aktuell werden, wenn es ums Geld geht. Hartmut Leefers kommentierte das aus seiner scheidenden Position im Rat heraus am Donnerstagabend mit einem Augenzwinkern: „Alle, die im neuen Stadtrat sitzen, werden sich damit beschäftigen dürfen.“ Dass es dann im Detail unterschiedliche Ansichten geben wird, was Rotenburg tatsächlich gut tut, deutete Elisabeth Dembowski (Gründe) mit Blick auf ökologische Fragen an: Die unter Naturschutz stehenden Niederungen seien zum Beispiel ein Areal, „das nicht so einfach angepasst werden kann, auch wenn es verlockend ist“.

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