Offener Brief an Politiker

Neubau-Pläne der Rotenburger Werke wecken Unmut der Nachbarn

Südlich des Wohngebietes auf dem dreieckigen Gelände wollen die Rotenburger Werke bauen. Foto: Google Maps
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Südlich des Wohngebietes auf dem dreieckigen Gelände wollen die Rotenburger Werke bauen.

Die geplante Fachpflegeeinrichtung der Rotenburger Werke an der Brockeler Straße sorgt weiter für Unruhe. Anwohner haben vor der Beratung am Donnerstag im Planungsausschuss einen offenen Brief an die Politik geschrieben. Sie fühlen sich „im Stich gelassen“. Die Werke können das „nur bedingt nachvollziehen“.

Rotenburg - Von Michael Krüger. Wenn am Donnerstagabend zum vierten Mal der „Bebauungsplan Nr. 110 - Fachpflegeeinrichtung Ecke Brockeler Straße/Brockmanns Wiesenweg“ auf der Tagesordnung des Ausschusses für Planung und Hochbau des Stadtrates steht, dürfte es wieder eng werden im Sitzungsraum vier des Rathauses. Das war schon bei den vorangegangenen Beratungen in den vergangenen knapp zwei Jahren so, und das dürfte im fortgeschrittenen Planungsstadium nicht anders werden. Das öffentliche Interesse ist groß, die Ansichten zwischen einigen Anwohnern und den Rotenburger Werken sowie den Entscheidungsträgern aus Verwaltung und Politik liegen weiterhin weit auseinander.

In einem offenen Brief an die Ratsmitglieder, unterschrieben von neun Anwohnern der Brockeler Straße, wird von einer „Salamitaktik“ der Information gesprochen. Es gebe „kein Miteinander, kein Wir, keine Einbindung und keine freiwilligen Zugeständnisse seitens der Rotenburger Werke“. Die Stellungnahmen der Nachbarn zur Größe und Gestaltung der Fachpflegeeinrichtung seien „abgewägt, kommentiert und beiseite gewischt“ worden. 

Anwohner kritisieren fehlende Einbindung

Anwohner-Sprecherin Britta Riebesehl: „Leider gibt es keinen Diskurs, keine Einbindung, keinerlei Kompromissbereitschaft seitens der Rotenburger Werke. Auch die Politik hat uns hier im Stich gelassen und bereits abgestimmte kleine Verbesserungen der öffentlichen Sitzung sogar wieder rückgängig gemacht.“ Und: „Die Enttäuschung richtet sich gegen den Bürgermeister, der uns so zeigt, wer hier das Sagen hat und dass wir letztlich egal sind.“

Die Rotenburger Werke betonen, zu „verstehen, dass sich Anwohner mit dem Vorhaben auseinandersetzen, wenngleich wir die Argumente nur bedingt nachvollziehen können.“ Viele Kritikpunkte seien im Verfahren aufgenommen und das Bauvorhaben entsprechend angepasst worden. 

Bürgermeister meint, viele Diskussionen lösen sich in Luft auf

Zu nennen seien zum Beispiel der 15 Meter breite Streifen zu Brockmanns Wiesenweg ohne Obergeschoss, eine Aufteilung des Baufeldes in eine offene Bauweise, die Reduzierung des Verkaufsraums auf maximal 100 Quadratmeter sowie Wohnraum ausschließlich für Bewohner und Bedienstete der Rotenburger Werke. „Wir folgen mit dem Bauentwurf einem Siedlungskonzept, das den Ansprüchen an Inklusion und gleichzeitig dem Wesen eines Wohngebiets entspricht“, betont Werke-Sprecher Rüdiger Wollschlaeger. Und es bestehe jederzeit weiterhin „Bereitschaft zum Dialog“.

Bürgermeister Andreas Weber (SPD) glaubt, dass sich viele Diskussionen mit der Sitzung am Donnerstag erledigt haben werden. Von „undurchsichtigen Plänen“, wie von den Anwohnern vorgeworfen, könne keine Rede sein. Seit zwei Jahren werde über das Projekt öffentlich diskutiert. Und mit Blick auf die Sitzung: „Es wird eine große Entspannung geben, wenn der Architektenentwurf vorgestellt wird.“

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