Strandgold statt Ballermann: Mickie Krause begeistert am Weichelsee

Bühne vor dem Weichelsee
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Die stimmungsvolle Atmosphäre der Bühne vor dem Weichelsee trug zum Erfolg der Sause bei.

Eine Stunde lang sorgte Partyschlagerbarde Mickie Krause an Himmelfahrt für reichlich Stimmung beim Saisonstart im Strandgold am Weichelsee in Rotenburg.

Rotenburg – „Schatzi, schenk mir ein Foto“, „Eine Woche wach“ oder „Jan Pillemann Otze“ – das ertönt vielstimmig ausnahmsweise mal nicht auf Mallorca, sondern auf der Bühne des „Strandgold“ am Weichelsee. Am Mittwoch stand Mickie Krause noch auf der Ballermann-Bühne; für eine musikalische Vatertagssause hat ihn „Strandgold“-Inhaber Roland Nielebock nach Rotenburg geholt – und damit einen guten Riecher bewiesen.

Viele hundert Fans zelebrieren den mittäglichen Auftritt des Münsteraners in Jeans und T-Shirt, Typus „netter Typ von nebenan“ – wäre da nicht die Zottelperücke, die dem Entertainer, Ex-Bravo-Boy und „Let"s Dance“-Kandidaten“ jenseits der Bühne Privatsphäre beschert. Die T-Shirt-Aufschrift „Bist du braun, kriegste Fraun“, verrät, wohin die Reise geht: Der Schlagerstar, mit Hits wie „Zehn nackte Friseusen“ bekannt geworden, ist gekommen, um zu unterhalten. Und das macht er ziemlich gut: zu eingängigen Melodien, gern bekannten Ohrwürmern wie „Was wollen wir trinken“, schmettert er merk- und mitgrölfähige Zeilen zur Konserve, die auch die nicht mehr ganz Nüchternen im Publikum nicht überfordern. Überpünktlich erscheint er auf der professionellen Bühne, Nebelschwaden und Feuerwerfer inklusive, und sucht auf dem ins Publikum gebauten Laufsteg immer wieder die Nähe seiner Fans – beileibe nicht nur gestandener Männer, sondern auch solchen, die es vielleicht noch mal werden und mindestens ebenso vielen Frauen.

Das ist hier wahrscheinlich noch cooler als auf Malle.

Maren Bundels und Janine Karstens

Deswegen sei es auch so feucht hier, kalauert der 51-Jährige unerbittlich – die Fans feiern"s. „Das ist hier wahrscheinlich noch cooler als auf Malle“, meinen Maren Bundels und Janine Karstens, die heute Gatten und Kinder in Bremen gelassen haben, um Krause mal nicht bei der Hüttengaudi im Aladin, sondern Open Air zu erleben.

Als „Nur noch Schuhe an“ anklingt, meint Bundels fachmännisch: „Da war früher immer Julia nackt auf der Bühne dabei, also bevor sie berühmt wurde.“ Was für sie den Reiz der Krause-Konzerte ausmacht? „Er macht Stimmung, ist publikumsnah und kommt relativ normal rüber.“

Eine Stunde lang heizte Vollprofi Mickie Krause den Fans gekonnt ein, bevor er wieder nach Mallorca abhob.

Derweil plaudert Krause vom Besuch bei Jürgen Drews, zieht ihn und sich selbst durch den Kakao und schießt eine Hitkanone nach der anderen ab. Nach 45 Minuten die ersten Zugaben für das „beste Publikum ever oder in zwei Kilometern Umkreis“; eine Polonaise schlängelt sich vor der Bühne entlang.

Der letzte Hit läuft schon Playback, als der „neue König vom Ballermann“ noch schnell ein paar Autogramme verteilt. Genau sieben Minuten nach seinem knapp einstündigen Stimmungsbooster – das Partyvolk tanzt zu den Klängen von DJ Toddy weiter –, sitzt der Mann mit der Perücke bereits auf dem Beifahrersitz eines schwarzen Audi: Um 20.30 Uhr muss er wieder in seinem „Wohnzimmer“ sein – im Megapark Mallorca , um dem dortigen „besten Publikum der Welt“ einzuheizen.

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